01.04.2017, 21:08 Uhr

"Krampfadern sind nicht nur ein kosmetisches Problem"

„Das Ziel der chirurgischen Maßnahmen ist es, den Rückfluß des Blutes in das oberflächliche Venensystem zu unterbinden“, betont Silvia Reich-Weinberger, die Leiterin der Chirurgie an der Landesklinik Hallein. (Foto: SALK)

"Jeder siebte Erwachsenen ist davon betroffen", weiß Silvia Reich-Weinberger, die Leiterin der Chirurgie an der Landesklinik Hallein.

HALLEIN/SALZBURG (ap). Beim Krampfadernleiden handelt es sich um ein häufiges Krankheitsbild. Die Varikose – wie sie medizinisch genannt wird – macht sich zu Beginn meist durch das Auftreten von kosmetisch störenden Krampfadernseitenästen und sogenannten „Besenreisern“ bemerkbar.

Krampfadern können Folgeschäden hervorrufen

Oft hat man Abends eine Neigung zu Schwellungen und schweren Beinen, nächtlichen Krämpfen und ziehenden Wadenschmerzen. Bei der so genannten „Varikose“ handelt es sich nicht nur um ein kosmetisches Problem. Das unbehandelte Krampfadernleiden kann zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen und Komplikationen führen. Durch die Flussumkehr des Blutes kommt es zu Durchblutungsstörungen. Hautentzündungen und offene Geschwüre am Unterschenkel sind die Folge. Im schlimmsten Fall können ausgeprägte Krampfadern zu tiefen Venenthrombosen und dadurch zu lebensbedrohlichen Lungenembolien führen.

Behandlungsmethoden nach Maß

„Das Ziel aller chirurgischen Maßnahmen ist es, den Rückfluß des Blutes in das oberflächliche Venensystem zu unterbinden“, betont Silvia Reich-Weinberger, die Leiterin der Chirurgie an der Landesklinik Hallein, die nun zum Uniklinikum Salzburg gehört. Als Behandlungsmöglichkeiten kommen vier chirurgische Methode – Crossektomie, Venenstripping, Seitenastentfernung, Perforansligatur – zur Anwendung. Diese Methoden werden gewebeschonend auf modernstem technischem Niveau durchgeführt.

Venenstamm kann auch von innen verödet werden

Chirurgie Facharzt Dr. Günther Lehenauer von der Halleiner Chirurgie erklärt eine alternative Methode, die sich gut bewährt hat: „Gut bietet hat sich auch die endoluminale Verschlussmöglichkeit die 'RFA' – die Radiofrequenzobliteration (Endoclosure) an. Hier wird ultraschallgezielt eine Sonde in den Venenhauptstamm eingeführt die Hochfrequenzenergie auf die Venenwand überträgt und so den Venenstamm von innen verödet.“ Die verschlossene Vene verbleibt im Körper und baut sich in den Monaten nach der Behandlung ab. Beide Eingriffe erfolgen in Allgemeinanästhesie, ein stationärer Aufenthalt von etwa zwei bis drei Tagen ist notwendig.

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