08.11.2017, 11:23 Uhr

Tabu-Thema Impotenz: "Die Männer reden nicht"

Klappt es im Bett nicht mehr, dann drückt das auf die Stimmung und kann die Beziehung belasten. (Foto: YakobchukOlena / Fotolia)

Es gibt viele verschiedene Lösungen: "Aber die Herren der Schöpfung reden nicht über ihr Männer-Problem", so der Salzburger Urologe Andreas Jungwirth.

SALZBURG (lin). Sex bis 80 ist normal, zumindest einmal die Woche. Aber viele können darüber nur milde lächeln. In der Altersklasse 50 bis 60 Jahre leiden rund 20 Prozent der Männer an erheblichen Erektionsstörungen.
Bei den 70- bis 75-Jährigen sind es 60 Prozent. Wer glaubt, die Betroffenen würden jetzt zum Urologen rennen und sich Potenzpillen, Rat oder medizinische Tipps holen, der irrt, weiß Andreas Jungwirth vom Berufsverband Urologie der Ärztekammer Salzburg.
"Die Männer reden einfach nicht, sie geben es nicht zu, sie schützen Müdigkeit vor und lenken ab. Und die Frauen tun, was Frauen oft tun: Sie machen das Problem zu ihrem Problem, fühlen sich unattraktiv und suchen die Schuld bei sich", erklärt Jungwirth und ergänzt, dass Sex ja auch nicht unbedingt sein müsse: "Es kommt auf den Konsens in der Partnerschaft an. Wenn beide nicht wollen, dann kann das trotzdem eine erfüllende Partnerschaft sein. Aber man muss darüber reden."

"Use it or loose it"

Wer sich seine Manneskraft erhalten will, der muss sein bestes Stück auch benutzen. "Je aktiver ein Mann seine Sexualität lebt, desto länger wird sie ihm erhalten bleiben", sagt Jungwirth.
Die Ursachen für das Nachlassen von Intensität und Dauer der Erektion sind einerseits natürlich und unvermeidbar, anderseits selbst verschuldet: Da ist einmal das Alter, das oft mit Diabetes oder Bluthochdruck verbunden ist. Häufig sind es aber auch das Rauchen, der Alkohol und zu wenig Bewegung: "Allein das Rauchen verdoppelt das Risiko des ‚Versagens’. Je älter man ist, desto negativer wirkt der Glimmstängel", sagt unser (S)Experte.
Aber es gibt noch ganz andere Dinge, die dem Sex (nicht nur des Mannes) schaden. Da ist einmal die Moral. Wer im Sex etwas Schmutziges sieht anstatt etwas Lustvolles und zutiefst Lebensfreundliches, wird öfter und früher Probleme haben. Dazu kommen Stress und Zeitmangel: "Wir wissen, dass im ehemaligen Ostblock besonders viel ‚Liebe gemacht’ wurde. Erstens war das TV-Programm schlecht, und zweitens hatten da wenige Leute mit Leistungsdruck zu kämpfen", so der Urologe.

Blutleerer Penis

Eine Erektionsstörung ist ein Durchblutungsproblem. Ein nicht erigierter Penis gehört zu den am schlechtesten durchbluteten Körperteilen überhaupt.
"Deshalb kann man mit dem Penis auch so schlecht denken", sagt Jungwirth schmunzelnd und verweist auf Viagra: "Ein Segen für alle Männer. Viagra fördert die Durchblutung, ist nur in seltenen Ausnahmefällen schlecht für das Herz, meistens sogar gut. Und das Generikum kostet nur noch rund einen Euro. Sex kann sich also jeder leisten."
Aber es gibt auch ein ganz einfaches, naheliegendes und höchst wirksames Aphrodisiakum: Beim Küssen und Streicheln wird das auf beide Geschlechter wirkende Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet. Meistens gilt also: "Wer will, der kann."

Weitere Beiträge zum Thema Männergesundheit finden Sie unter www.meinbezirk.at/heldencheck.


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