17.09.2014, 00:00 Uhr

"Vielfalt erfordert Spezialisierung"

SALK-Pflegedirektorin Magarete Hader: "Pflege ist viel mehr als nur ein Job." (Foto: SALK)

SALK-Pflegedirektorin Margarete Hader über die Zukunft der Pflegeberufe.

Wie sehr hat sich der Pflegeberuf in den vergangenen 20 Jahren verändert?
MARGARETE HADER:
Galt der Pflegeberuf noch vor einigen Jahren als Anordnungsempfänger, ist nunmehr der Wandel zu einem akademischen Beruf mit universitärem Abschluss vollzogen. Es gibt bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit, zwischen der Schulausbildung sowie einer Grundausbildung an einer Fachhochschule oder Universität zu wählen. Zudem soll die Ausbildung nun bundesweit vereinheitlicht und generell auf Hochschulebene angesiedelt werden.

Was bedeutet die Akademisierung der Pflegeausbildung für den Berufsalltag?
MARGARETE HADER:
Dieser Schritt ist unbedingt notwendig, um den täglichen Anforderungen des pflegerischen Handelns gerecht werden zu können und auch international nicht den Anschluss zu verlieren. Weltweit gesehen nehmen Pflegepersonen mit erweitertem und speziellem Fachwissen immer häufiger eine tragende Rolle ein, um die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu steigern und die Gesundheitsergebnisse zu verbessern. Der gesamte Berufsstand erfährt so eine Form der Aufwertung.

Der Pflegeberuf ist einer, der sich immer stärker spezialisiert. Warum?
MARGARETE HADER:
Die Auswirkungen der bekannten Zunahme der Arbeitslast und Arbeitsverdichtung auf alle Gesundheitsberufe ist bereits seit einigen Jahren feststellbar. Ein weiterer Anstieg von immer vielfältigeren Pflege- und Betreuungssettings ist bereits erkennbar. Dieser Vielfalt kann letztendlich nur mir Spezialisierung begegnet werden. Künftig wird es aber notwendig sein, dass Pflegepersonen mit vertieftem Fachwissen auch erweiterte Handlungsfelder innerhalb des Versorgungsauftrages übernehmen. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Patienten nach Operationen einer besonderen Nachsorge bedürfen, fachlichen Rat brauchen oder geeignete Pflege- und Hilfsprodukte benötigen.

Wie wird der Pflegeberuf der Zukunft aussehen?
MARGARETE HADER:
Wenn man über den eigenen Tellerrand blickt wird einem klar in welche Richtung sich die Pflege in Österreich entwickeln muss. So gibt es zum Beispiel bereits seit den 1980er Jahren – beginnend in den USA – Krankenhäuser, die sich nach definierten Faktoren ausrichten, damit die Mitarbeiter eine hohe fachliche Kompetenz entwickeln und für Patienten attraktiv werden. Einer dieser Magnetfaktoren stellt die strukturierte Kompetenz- bzw. Karriereentwicklung dar. Auch an den SALK wurde bereits ein Karrieremodell entwickelt und mit der Umsetzung begonnen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.