01.12.2016, 09:00 Uhr

Holzpüppchen mit gutem Herz

Agnes Herrlein als Pinocchio (Foto: BB/Jan Friese)

Schauspielschülerin Agnes Herrlein über ihre Rolle als Pinocchio

SALZBURG (lg). Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der kleinen Holzpuppe Pinocchio, deren Nase sich bei jeder Lüge verlängert und die im Laufe der Zeit erkennt, dass Hilfsbereitschaft und Fleiß stets gute Begleiter sind. Im Schauspielhaus Salzburg wird das Stück derzeit aufgeführt – wir sprachen mit der jungen Schauspielerin Agnes Herrlein, die die Rolle des Pinocchio verkörpert.

Sie mimen in dem Stück den kleinen Pinocchio – wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
AGNES HERRLEIN:
Ich kenne den Pinocchio aus Kindheitstagen, habe gerne die Geschichte gelesen und auch die Fernsehserie angeschaut. Ich habe mich als Vorbereitung auf die Rolle auch viel mit meinem Patenkind beschäftigt, um das kindliche Wesen dieser Figur besser erkennen zu können.
In dem Stück bewege ich mich auch sehr puppenhaft und werde im Lauf des Stücks immer mehr zum richtigen Kind. Da musste ich mich auch bewegungstechnisch darauf einlassen. Es ist mein erstes Stück, in dem ich ein Kind spiele – eine echte Herausforderung, aber es macht Spaß.

"Pinocchio" ist eigentlich ein Kinderstück – können Sie die Aufführung im Schauspielhaus auch Erwachsenen empfehlen und worauf dürfen sich die Besucher am meisten freuen?
AGNES HERRLEIN:
Also ich würde mir das Stück auch als Erwachsener anschauen, weil es unterhaltsam ist und ein Potpourri aus Gesang, Tanz, Tuch-Akrobatik und Schauspiel enthält. Und das Stück hat ein besonderes und überraschendes Ende.
Und die Moral ist auch für Erwachsene geeignet: Man soll stets ein gutes Herz haben, man selbst sein und authentisch bleiben.

Sie selbst sind an der hauseigenen Schauspielschule im Schauspielhaus – wie ist Ihre Liebe zum Theater entstanden?
AGNES HERRLEIN:
Das ist bei mir eigentlich über das Singen entstanden. ich komme ja ursprünglich aus Saarbrücken und habe dort im Kinderchor gesungen. Es sind dann auch Opern-Produktionen und Solo-Rollen dazu gekommen und da habe ich dann die Liebe zum Schauspiel entdeckt. Ich wollte das dann zum Beruf machen und so bin ich vor zwei Jahren an der Schauspielschule in Salzburg gelandet, wo ich voraussichtlich im Dezember 2018 meinen Abschluss machen werde.

Wie haben Sie sich in Salzburg eingelebt?
AGNES HERRLEIN:
Am Anfang war es schon eine Umstellung, zumal ich davor in Berlin war und das Großstadtleben gewohnt war. Aber mittlerweile liebe ich die Stadt, vor allem im Herbst oder Winter am Mönchsberg zu spazieren, ist wunderbar.

Wie sieht der Alltag in der Schauspielschule aus?
AGNES HERRLEIN:
Den Schwerpunkt bilden die laufenden Proben. Wenn man in einem Stück mitspielen darf, in dem viele Ensemble-Mitglieder mitwirken, dann saugt man alles wissbegierig auf und versucht sich etwas abzuschauen. Hinzu kommen die klassischen Fächer wie Sprechtraining, Rollen-Studien oder Bewegungsfächer.

Gibt es eine Rolle, die Sie unbedingt einmal spielen möchte?
AGNES HERRLEIN:
Die Figur der Hedda Gabler – das Stück wird derzeit im Schauspielhaus aufgeführt – würde mich sehr reizen.
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