16.09.2014, 08:59 Uhr

Männer wie Conchita

Neulich bin ich dieser merkwürdigen Gestalt wieder im Bus begegnet, einem Mann in Frauenbekleidung. Rot bis auf die Perücke, die war blond. Allseits verstohlene Blicke. Auch ich musste mich zwingen, anderswo hinzuschauen.

Warum nur irritiert uns das so, wenn ein Mann sich wie eine Frau kleidet? Wenn eine Frau wie ein Mann daher kommt, dann stört uns das auch nicht, erst recht nicht, wenn sie charmant lächelt. Ein Mann aber in Frauenkleidern, am Ende noch mit einem Dreitagebart, tut das. Er wirkt lächerlich und wirkt eher abstoßend als anziehend.

Eine rühmliche Ausnahme macht da wohl Conchita, ein gut aussehender junger Mann, gestylt wie eine Diva. Das einzig Störende an ihr ist der gepflegte dunkle Männerbart, ein auffälliger Kontrast zu allem Weiblichen, das sie sonst umgibt. Es muss ihre charmante Art sein, die sie auch Männerherzen gewinnen lässt. Und ihr Singen, das ihr schon viel Erfolg eingebracht hat.

Was wäre, wenn Conchita keine Ausnahmeerscheinung wäre, wenn weitere Männer ihr nacheifern würden, um auch so erfolgreich zu sein wie diese "Drag-Queen"? Ich vermute mal, dass das am ehesten den Männern gelingen könnte, die sich auch in einer falschen Haut fühlen wie Conchita. Und sie müssten noch eine Bedingung erfüllen: Charme. Denn der ist einem Mann normalerweise nicht angeboren und wenn, dann nur etwas herb ausgeprägt ...
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