21.10.2014, 11:19 Uhr

ARGEkultur Open Mind Festival 2014 "erfolgreich erfolglos"

Wann? 13.11.2014 bis 23.11.2014

Wo? ARGEkultur, Ulrike-Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg AT
Salzburg: ARGEkultur | Erfolg und Misserfolg lagen nie so eng bei einander wie in der derzeitigen konsumorientierten Leistungsgesellschaft. Kapitulation und Risiko sind unsere ständigen BegleiterInnen, das öffentliche Versagen der neue Mainstream-Hype. Unzählige „Reality“-TV-Formate, Doku-Soaps, SportlerInnen-Biographien, Bestseller und Motivationscoaches zeugen davon, dass Scheitern längst keine Chance mehr ist, sondern ein Event. Ob „FuckUp Nights“, in denen wir von ruinierten Start-up-Unternehmen lernen sollen oder künstlerische Beiträge von der „Show des Scheiterns“ über „Meine Lieblings-Flops“ bis zum „Club der polnischen Versager“ – es scheint, die Tugend der ehrlich-peinlichen Niederlage ist zum eitel-exhibitionistischen Volkssport verkommen. Dort jedoch, wo mit Leidenschaft und Hingabe ein Ziel nicht erreicht wird, kann das Versagen noch Erhabenheit ausstrahlen. Was aber als Triumph oder Debakel angesehen wird, ist sowohl in höchstem Maße individuell als auch eine gesellschaftliche Kategorie, die von äußeren Parametern bestimmt wird. Erfolg und Misserfolg messen sich an den Kriterien der Mehrheit, die definiert, was „normal“ ist. Woran scheitern wir also wirklich? An uns oder an den Normen und Zwängen, die uns umgeben und uns sagen, wie wir zu sein haben? Ob Geschlechterstereotype, Beziehungen, Karriere oder Wirtschaftssystem: Pleiten, Pech und Pannen machen vor nichts und niemandem halt. Aufstieg und Fall sind aber immer auch eine Frage der Perspektive. Erfolgreiche Niederlagen entstehen erst durch die Einsicht ihrer Existenz und den Willen bzw. die Möglichkeit, daraus zu lernen.

Das Open Mind Festival 2014 präsentiert die Schattenseiten der Erfolgskultur auf vielfältige Weise. Kulturelle Klischees und Missverständnisse, Absurdes und Ernüchterndes, privates und berufliches Scheitern, vermeintlich Erfolglose am Karriere-Höhepunkt, schlechte VerliererInnen, kurzfristige Siege und gescheiterte HeldInnen, die echte Vorbildfunktion haben. Es geht um das Niveau, auf dem man scheitert. „Erfolgreich erfolglos“ sind nicht zwei Seiten einer Medaille, sondern stehen auf demselben Blatt, das sich Leben nennt. Man muss nur verstehen, „die Früchte seiner Niederlagen zu ernten.“ (Otto Stoessel)

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