22.05.2016, 14:34 Uhr

Ausstellung: SŁAWOMIR TOMAN - MONO-POLI - Galerie Sandhofer

Wann? 06.07.2016 17:00 Uhr bis 06.07.2016 19:00 Uhr

Wo? Galerie Sandhofer, Dietrichsteinstr. 6A, 5020 Salzburg AT
Mono-Poli VI 2016, Sławomir Toman, Oil on canvas, 80x80 cm
Salzburg: Galerie Sandhofer | Zur Ausstellungsseite

Die Ausstellung läuft bis 06.07.2016

Öffnungszeiten: Mo-Fr 17.00-19.00 Uhr, Samstag nach tel. Vereinbarung

In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Sandhofer Malerei - nahe am Fotorealismus.

Sławomir Toman ist ein deklarierter Maler voll des Bewusstseins um seine konzeptuelle Vergangenheit. Seine Werke sind nahe am Fotorealismus und zeigen alltägliche Gegenstände in einer grellen, intensiven Koloristik. Das Wichtigste an der Malerei ist für Toman nicht das Objekt, sondern der Prozess in sich, der Übergang von der Idee zu einer perfekten Leinwand.

Die künstlerischen Aktivitäten Sławomir Tomans begannen in der kommunistischen Ära der 80iger Jahre in Polen. Es war eine wirtschaftlich schwierige Zeit kurz vor dem Kriegsrecht: Leere Geschäftsregale, rationierte Lebensmittel, endlose Warteschlangen, Aschgrau dominierte die Straßen. In diesen schwierigen Zeiten der Knappheit und homogener Kultur träumte Toman von den im damaligen Polen sehr begehrten westlichen Waren der Massenproduktion. Auf der Suche nach dem eigenen Weg zur Befreiung von den durch das herrschende System auferlegten Zwängen, begann er die durch amerikanische Filmstudios kreierten Figuren zu malen. Dabei verwendete er Farben, deren Koloratur nicht üblich war und dadurch Unverständnis und Kritik ausgesetzt. Die Professoren der Akademie der schönen Künste in Warschau waren nicht von den Werken des rebellischen Studenten, welcher Kunststoffprodukten huldigte und Objekte der expandierenden Konsumgesellschaft malte, angetan. Seine Kunst wich von den herrschenden Trends ab, daher konnte sie keinen Anspruch auf die echte Kunst stellen, die ja aus Schmerz geboren und in dunklen Farben dargestellt wird. Der Künstler wurde mit mangelhaftem Verständnis für das zentrale Konzept seiner Malerei konfrontiert.

Indem er schöne, farbige Gegenstände und Disneys helle Märchenwelt zeigt, ist es seinerseits keine Hommage an die modernistische Kunst, ganz im Gegenteil. Seine Leinwände verstecken mal Humor, mal Sarkasmus, sie zeigen die Oberflächlichkeiten innerhalb der Freuden und Leiden der Konsumgesellschaft und banalisieren die Macht der modernen Medien. Durch das Ansprechen der manchmal kontroversen Themen in seinen Bildern konzentriert Toman seine Aufmerksamkeit auf das Problem, das in der Ära der Visualität und des Überschusses erscheint. Er ist ein objektiver Beobachter des Zeitgeistes, doch gleichzeitig nimmt er die Rolle des Mahners ein und verheimlicht nicht seine kritische Einstellung gegenüber diesen Tendenzen.
Andy Warhol wurde einst von den Kritikern die Banalisierung der Kunst vorgeworfen. Er zeigte uns seine ihm nahe Welt, nach seinem Empfinden eine schöne und interessante Welt. Er gab ihr ein neues Leben als eigenständige, isolierte Kreation der Kulturindustrie. Sławomir Toman geht noch einen Schritt weiter – er gibt dem uns umgebenden Gewebe der Realität Bedeutung. In der Mikroskala suggeriert er sich Gedanken über den Wunsch, Sachen zu besitzen, zu machen, in der Makroskala über die fortschreitende Konsumgesellschaft und den Abbau von höheren Werten zu reflektieren.
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