10.11.2016, 12:21 Uhr

Büchereien als wichtiger Träger für Sprach- und Leseförderung

Landesrätin Martina Berthold gratulierte Waltraud Lafenthaler. Sie ist 10 Jahre Vorsitzende des Bibliothekarsverbandes. (Foto: Penetzdorfe)

Die Salzburger Bibliothekare trafen sich zum Austausch bei der Landesbüchereitagung im Bildungs- und Konferenzzentrum St. Virgil in Salzburg. Schwerpunkt des Treffens war die Leseförderung in Salzburgs Bibliotheken und die Frage, was die Salzburger Bibliotheken aktiv dazu beitragen können.

Christine Kranz, Lesefaszinatorin der deutschen Stiftung Lesung, gab Anregungen und Tipps für die Praxis des Lesealltags. Auch wichtige Details wie genderspezifische und medienübergreifende Leseförderung, hier insbesondere das digitale Lesen, wurden beraten. Derzeit sind in Salzburg 110 haupt- und nebenberufliche Bibliothekare sowie 468 ehrenamtliche Mitarbeiter im Dienste des Bibliothekswesens im Einsatz.

Landesrätin Martina Berthold, ressortzuständig für Bibliotheken, Elementar- und Erwachsenenbildung, betonte dazu: "Kinder, denen von Anfang an viel vorgelesen wird, bauen umfassende Kompetenzen im Lesen und Schreiben auf. In den öffentlichen Bibliotheken erhalten die Eltern professionelle Anregungen und Tipps zur Leseförderung. Dieses Potenzial muss in Zukunft deutlich gestärkt werden. Auf der Landesbüchereitagung werden die Bibliothekare für diese Bereiche sensibilisiert."

Robert Luckmann, Leiter der Stabsstelle für Öffentliche Bibliotheken und Bildungsmedien, sagte: "In einer Zeit, in der in Familien immer weniger vorgelesen wird, übernehmen engagierte Bibliothekare die Aufgabe des Vorlesens. Uns ist es daher wichtig, sie darüber zu informieren, was es dabei alles zu beachten gibt."

Bibliotheken übernehmen hier auch eine wichtige Integrationsaufgabe, in dem sie passende Bücher für die Sprach- und Leseförderung von Flüchtlingskindern anbieten.

Sichere und starke Kinder

Das Land Salzburg unterstützt die öffentlichen Bibliotheken bei Neuanschaffungen von Büchern, Hörbüchern und E-Books. Dabei werden auch Spezialthemen aufgegriffen und Buchkäufe für spezielle Zielgruppen oder zu besonderen Themen initiiert, so zum Beispiel zum Thema sexueller Missbrauch. Konkret ging es um den Einsatz von Präventionsbüchern, die in den Bibliotheken neu aufliegen.

2,3 Millionen Entlehnungen können sich sehen lassen

Insgesamt 2,3 Millionen Medien wurden im Vorjahr in den 123 öffentlichen Bibliotheken im Land Salzburg entliehen. 13 Prozent der Bevölkerung, das sind mehr als 70.000 Personen, nutzten das Angebot der Salzburger Bibliotheken. Sechs Personen haben heuer ihre Ausbildung zum ehrenamtlichen und nebenberuflichen Bibliothekar abgeschlossen. Insgesamt ist das Resümee des Jahres 2015 noch beeindruckender: 6.000 Aus- und Weiterbildungsstunden wurden absolviert. Damit verfügt das Land Salzburg über viele bestens qualifizierte Bibliotheksfachleute.

Land fördert öffentliche Bibliotheken

Das Land fördert die öffentlichen Bibliotheken heuer mit insgesamt 200.000 Euro. Zusätzlich wird auch die Anschaffung von speziellen Materialien, zum Beispiel zur Sprach- und Leseförderung, finanziell unterstützt.

"Onleihe" weiter ausgebaut

Für die gemeinsame "Onleihe" von Stadt und Land Salzburg, die Ausleihe von Medien über das Internet, hat das Land Salzburg 2015 für insgesamt 40.000 Euro Medien, insbesondere E-Books, angekauft. 2015 wurden bereits insgesamt 105.000 Medien online über die Website mediathek.salzburg.at oder über die virtuelle Stadtbibliothek Salzburg heruntergeladen. Die Tendenz steigt weiterhin.
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