23.05.2016, 13:11 Uhr

Chiemseegasse 5 - Ein Blick hinter die Fassaden

Chiemseegasse 5 im Kaiviertel: Bürgerhaus mit zwei Trakten und eingeschossigem Anbau und außergewöhnlicher barock-klassizistischer Fassade. (Foto: Stadt Salzburg)

Am Tag der offenen Tür warfen die Bezirksblätter einen Blick hinter die Fassade des frisch renovierten Bürgerhaus in der Chiemseegasse 5.

SALZBURG (pl). Rund 960 Objekte umfasst das Welterbe Salzburgs; darunter viele stattliche Bürgerhäuser, deren Geschichte oft bis ins Mittelalter zurückreicht. "Und die wollen wir für die Salzburger durch eine Reihe von Aktivitäten begreiflich und sichtbar machen", sagt der Weltkulturerbe-Beauftragte der Stadt, Alexander Würfl. "Der Begriff Welterbe soll kein abstraktes Etikett sein, sondern zum wirklichen Erlebnis werden."

Ab 2014 wurde das historisch wertvolle Gebäude, in der Chiemseegasse Nummer 5, nach allen Regeln der Kunst renoviert und generalsaniert. Für die Projektleitung und als Generalplaner war Architekt Erio K. Hofmann verantwortlich. Fachlich begleitet wurde die gesamte Sanierung von den zuständigen Experten der Baubehörde in enger, konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung.

Video über das Haus

Wohnbau im Wandel der Zeit

Das stattliche Bürgerhaus Chiemseegasse 5 – exponiert am Ende der nur rund 50 Meter langen Gasse gelegen – wurde urkundlich erstmals im Jahr 1415 erwähnt. Im Kern geht das Gebäude mit seinen zwei Trakten auf das Mittelalter zurück. Den Ursprungsbau aus dem 15. und 16. Jahrhundert kann man heute noch frei erkennen: Das Quadermauerwerk aus Konglomerat und das gotische Tonnengewölbe im Keller sowie verzogene Kreuzgratgewölbe im ersten Stockwerk sind Zeugen dieser Zeit.

Wie so viele andere Salzburger Bürgerhäuser wurde die Chiemseegasse 5 im 18. Jahrhundert kräftig erweitert: Das Gebäude wurde in barocker Manier zu einem Wohnhaus mit vier Geschossen und einem Dachspeicher aufgestockt. Mit einer – für Salzburg außergewöhnlichen – barock-klassizistischen Fassade erhielt das Haus auch nach außen hin ein neues „Gesicht“.

Im Jahre 1853 ließ der damalige Eigentümer ein Früchtemagazin als eingeschossigen Eckanbau errichten; in diesem Stöckl-Anbau befindet sich heute das beliebte Café 220°. Eine weitere Veränderung brachte das 20. Jahrhundert mit sich: Nachdem das Dach bei dem Bombenangriff am 16. Oktober 1944 beschädigt wurde und in Folge der Dachstuhl vermorschte, ersetzte man 1951 das alte Grabendach durch eine neue Konstruktion. Seither wurde die Liegenschaft als Café, Imbissstube, Malerwerkstätte, Gaststätte sowie als Pension genutzt.

Maßvoll Modernisieren

Die Sanierungsarbeiten des Bürgerhauses Chiemseegasse 5 verfolgten das Ziel, das Gebäude auf moderne Wohnstandards anzuheben und dabei den historischen Bestand zu konservieren. Störende Einbauten wurden entfernt, um die ursprüngliche Raumaufteilung wieder herzustellen. Als größte Herausforderungen stellten sich der möglichst bestandsschonende Lifteinbau, die Erneuerung des Heizsystems sowie der Dachbodenausbau heraus.
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Bettina Strejcek aus Deutschlandsberg | 23.12.2016 | 13:53   Melden
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