10.10.2016, 09:58 Uhr

Das Bankhaus Spängler veranstaltete sein jährliches "forum familienunternehmen"

Diskutierten in Salzburg über Familienunternehmen und Start-ups (v.l.): Michael Breidenbrücker (Speedinvest), Veronika Sturm-Haigermoser (Spängler M&A GmbH) und Thomas Weiß (Authentic Vision) (Foto: Andreas Kolarik)
Salzburg (et). Das Bankhaus Spängler lud zu seinem jährlichen “forum familienunternehmen” ins Kavalierhaus in Klessheim und präsentierte den vielen anwesenden Eigentümern und Managern von österreichischen und deutschen Familienunternehmen eine hochkarätige Vortrags- und Diskussionsrunde.
Thema der Veranstaltung war in diesem Jahr "Stehen traditionsverbundene Familienunternehmen und auf schnelles Wachstum ausgerichtete Start-ups im Widerspruch zueinander? " .

Die Vortragsrunde eröffnete Veronika Sturm, geschäftsführende Gesellschafterin der Spängler M&A GmbH, mit ihrem Vortrag zu den Kooperations- und Beteiligungsansätzen zwischen Start-ups und Familienunternehmen. "Gerade für bahnbrechende Innovationen, die im eigenen Unternehmen schwer zu entwickeln sind oder zur Erschließung globaler Märkte, können Kooperationen mit Start-ups für Familienunternehmen sehr hilfreich sein. Im Gegenzug profitieren die Start-ups von den meist sehr guten Netzwerken, den Strukturen und der finanziellen Ausstattung von Familienunternehmen", so Veronika Sturm.

Thomas Weiß, Gründer und CEO von Authentic Vision, erzählte vom unglaublichen Ausmaß der gefälschten Produkte weltweit und dem Erfolg mit seinem patentierten Fälschungsschutz. Michael Breidenbrücker, Partner des Investors und Venture Capital Fonds Speedinvest betonte im dritten Vortrag: “Partnerschaften mit Start-ups sind gerade für Familienunternehmen ein möglicher Weg, um zukunftsfit zu werden. Beide können viel voneinander lernen.”

Geschwindigkeit und “Spirit” überraschen meist positiv

In der Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter von Familienunternehmen und der Start-up-Branche gemeinsam unter der Leitung von Walter Schnitzhofer vom Bankhaus Spängler. Daniel Keiper-Knorr, Speedinvest-Mitbegründer und erfolgreicher Investment Manager im Bereich Digitalindustrie betont: “Es lohnt sich definitiv für Familienunternehmen, in Start-ups zu investieren, sich an ihnen zu beteiligen und dann von ihnen zu lernen. Gerade familiengeführte Betriebe, die seit Generationen - durchaus auch sehr erfolgreich - existieren, sind oft positiv überrascht von der extremen Geschwindigkeit und vor allem dem ‘Spirit’, den junge Start-ups an den Tag legen.”

Von dieser Seite sieht es auch Dieter Siegel, Vorstandsvorsitzender der 1866 gegründeten, familiengeführten Firma Rosenbauer International AG, oberösterreichischer Weltmarktführer in der Herstellung von Feuerwehrtechnik. “Das stete Streben nach neuen Lösungen treibt uns genauso an, wie junge Unternehmen am Markt, mit denen wir immer wieder zusammenarbeiten”, so der CEO. Dennoch können sich gerade mit Start-ups oft auch Probleme zeigen, wenn sie zum Beispiel ein gut ausgereiftes Produkt auf den Markt bringen, dann jedoch vielleicht an der zeitnahen Lieferung scheitern. Siegel rät Gründern von Start-ups in seinem Bereich, in ihrem Businessplan nie aus den Augen zu verlieren, dass sie früher oder später auch mit großen Kunden umgehen müssen.”

Familienunternehmen können Start-ups globalen Marktzugang öffnen


Fest überzeugt von den positiven Aspekten einer Partnerschaft von Familienunternehmen mit Start-ups zeigt sich auch Andreas Spechtler, Investor und Präsident von Dolby International: “Beide Unternehmensformen können sich gegenseitig befruchten, die kleinen Start-ups haben oft zündende Ideen und kleine flexible Teams, es fehlen ihnen aber die internationalen Marktzugänge. Hier können gerade die vielen, global erfolgreichen Familienunternehmen aus Österreich hilfreich sein und diese Türen für Start-ups öffnen.”

Trendig, cool und flexibel können aber auch Familienunternehmen selbst sein. Das zeigt beispielsweise Christoph Bründl, Chef des gleichnamigen Sportartikelhändlers im Salzburger Kaprun: “Wir fördern unsere eigenen kleinen Start-ups innerhalb der Firma, indem wir unsere Mitarbeiter immer wieder experimentieren lassen. Dafür stellen wir auch Geld zur Verfügung. So entstehen die besten Ideen immer wieder ‘inhouse’. Wir müssen einfach offen sein für die Ideen unserer jungen Mitarbeiter. Nur so haben die besten Köpfe auch Lust, bei uns aktiv zu werden.”
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.