Das Wetter kennt keine Gerechtigkeit

Bernhard Niedermoser, Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Salzburg, kontrolliert die Regenmenge eines Tages
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  • Bernhard Niedermoser, Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Salzburg, kontrolliert die Regenmenge eines Tages
  • hochgeladen von Stefanie Schenker

Der Frühling war bisher zu nass und zu kalt: Sehen Sie das als Meteorologe auch so?
BERNHARD NIEDERMOSER: Februar und März waren überdurchschnittlich warm und trocken – nur haben wir das schon wieder vergessen.

Der April war doch nur nass-kalt?

BERNHARD NIEDERMOSER: Im April haben wir mit zwei markante Winter-Rückfälle gehabt, das stimmt. Mit Mai, ist der Winter aber wirklich vorbei.

Es wird sonnig und warm?

BERNHARD NIEDERMOSER: Da sollten wir über unsere Erwartungshaltung sprechen. Ja, die Bäder sperren mit Anfang Mai auf, nur: So schnell wird es mit dem Wetter nicht gehen. 15 bis 17 Grad – das ist das langjährige Mittel. Was auf uns zukommt, ist kein stabiles Schönwetter, sondern wechselhaftes Wetter.

Man hat den Eindruck, ein Tief mit nasskaltem Wetter hält sich viel stabiler als ein Hoch.

BERNHARD NIEDERMOSER: Das ist auch so, vor allem um diese Jahreszeit. Das ist so ähnlich wie Wasserwirbel in einem Bach. Die bleiben in der Strömung einfach bestehen und drehen sich dort an einer gewissen Stelle.

Muss nach einem nasskalten April nicht zwangsläufig eine besonders trockene und warme Periode kommen?

BERNHARD NIEDERMOSER: Wir haben Jahre mit 1.600 Millimeter Niederschlag und welche mit nur 800. Das schwankt also von Jahr zu Jahr und ist stark geprägt von Einzelereignissen. Das Gleiche gilt auch für Schnee. Wenn es im Dezember und Jänner nicht schneit, heißt das nicht automatisch, dass dann irgendwann der große Schnee noch kommt. Das Wetter ist nicht gerecht, zumindest nicht, wenn man es lokal betrachtet.

Und global betrachtet?

BERNHARD NIEDERMOSER: Wenn zu Weihnachten in New York Schneetreiben herrscht, dann ist es bei uns eher warm. Das liegt daran, dass am Nordpol nicht unendlich viel kalte Luft produziert wird. Und je nachdem, wohin es die zieht, bleibt dann woanders weniger davon übrig.

Welche Erwartungen dürfen wir nun an den Frühling stellen?

BERNHARD NIEDERMOSER: Auf den Bergen, in 3.000 Metern Höhe erreichen wir die Schneehöchststände typischerweise im Mai oder Juni.

Es schneit wieder?

BERNHARD NIEDERMOSER: Herunten nicht, die markanten Winterrückfälle haben wir jetzt hinter uns. Was uns jetzt erwartet, ist Terrassen- und Gastgartenwetter bei 15 bis 20 Grad. Zwischendurch kann es in Verbindung mit Föhn auch einmal für 30 Grad reichen, aber auch noch einzelne Kaltluftvorstöße sind bis in den Juni möglich – auch wenn man die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai und die Schafskälte von 14. bis 20. Juni nicht genau am Datum festmachen kann.

Wann entscheidet sich, wie der Sommer wird?

BERNHARD NIEDERMOSER: Ende Juni, Anfang Juli. Wenn es dann stabil schön ist, dann hält es oft auch länger.

Wovon hängt das ab?
BERNHARD NIEDERMOSER: Unser Wetter wird bestimmt vom Atlantik, dem Pazifik und dem Nordpol. Je nachdem, wie sich von dort aus die Strahlströme entwickeln, halten sich Hochs oder Tiefs bei uns.

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