06.10.2017, 11:12 Uhr

Die Entdecker von Flora und Fauna

So lockt man Insekten an (Foto: Naturkundliche Gesellschaft (NKG))

Kein unbekannter Schmetterling ist vor Michael Kurz und seinen "Citizen Scientists" sicher. Die Hobbyforscher haben hunderte Arten entdeckt.

SALZBURG (lin). Da gibt es einen leidenschaftlichen Wald- und Wiesen-Menschen, einen als Biochemiker ausdgebildeten Hobbyforscher. Einen Mann, der sein halbens Leben mit der Lupe, dem Fotoapparat und später auch dem Laptop in der Natur verbracht hat. Sein Name: Michael Kurz. Dass der kein Spinner ist und Illusionen hinterherjagt, beweist eine eindrückliche Forscherbilanz: Die Naturkundliche Gesellschaft mit Sitz in Hallein und in Salzburg hat in ihrer mehr als 30-jährgen Tätigkeit an die 150 neue Schmetterlingsarten entdeckt. Allein im Bundesland Salzburg.


Sideria Talagovensis

Diesen Namen hat Michael Kurz seinem jüngsten Fund verpasst, einem Schmetterling. Den hat er 2013 in der Nähe des Fuschlsees gemacht hat. "Das ist längst noch nicht alles", sagt der Citizen Scientist (Hobby-Forscher), "ich schätze, dass es bei uns noch weitere 100 bis 200 unbekannte Schmetterlingsarten gibt." Kurz hat einige wackere Mitstreiter. Der Verein zählt zwischen fünf und zehn aktive Leute, die sich regelmäßig auf Feldforschung in halb Europa befinden. "Es gibt im Berich der Tier- und Pflanzenwelt nach wie vor derart viel zu entdecken und zu erforschen, dass wir mit der Arbeit vorne und hinten nicht zurecht kommen. Die Naturkundliche Gesellschaft sucht daher dringend Menschen, die unsere Freude am Erforschen der Natur teilen und ehrenamtlich mit uns arbeiten wollen", so Kurz. 

Präzise Biotop-Karten

Neu Arten aufspüren und beschreiben, ist nur eines der Tätigkeitsfelder der Naturkundlichen Gesellschaft. Zentrales Hauptprojekt war die Biotop-Kartierung von Thalgau. "Das hat viele Jahre in Anspruch genommen. Auf einer Gesamtfläche von 48 Quardatkilometern haben wir Wälder, feuchte Wiesen, Biotope aller Art, Sümpfe, Tümpel und Moore vermessen und dann präzise Karten angefertigt. Darauf sind wir stolz."

Unterstützung? Mangelware

"In Salzburg ist die Naturforschung ein Stiefkind, andere Bundesländer tun da viel mehr", sagt Kurz, der zum Beispiel auch im Haus der Natur engagiert mitarbeitet. "Seitens der Politik stößt unsere Arbeit auf ganz wenig Interesse. Und was noch schwerer wiegt: Auch die Universität schläft, obwohl es in Salzbutg ja eine naturwissenschaftliche Fakultät gibt", argumentiert Michael Kurz, aber man spürt, dieser Forscher lässt sich vom Desinteresse seiner Umgebung nicht von seiner Arbeit in der Natur abhalten.  

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