10.11.2016, 13:30 Uhr

Festspiele wollen Epizentrum des Besonderen sein

Bettina Hering (Leitung Schauspiel), Markus Hinterhäuser (Intendant), Helga Rabl-Stadler (Festspielpräsidentin) und Florian Wiegand (Leitung Konzert). (Foto: Neumayr)
SALZBURG (lg). Die Salzburger Festspiele wollen ein Epizentrum des Besonderen sein - mit diesem Auftrag tritt das neue Leitungsteam um Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Intendant Markus Hinterhäuser an, um die kommenden Jahre dieses Fest-Spiels zu gestalten. "Wir haben uns vorgenommen, die großen Gedanken unserer Gründerväter Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt weiterzuspinnen. Festspiele als Zusammenkunft abseits des Alltags und fern von den Zerstreuungen der Großstadt bedeuten nicht weniger als ein Heraustreten aus dem Gewöhnlichen in einen anderen Seinszusammenhang. Festspiele sollen staunenswerte künstlerische Konstellationen schaffen, die nicht bloß Zeitvertreib und Spektakel versprechen, sondern Aufforderung zum Nachdenken sind", betonten Rabl-Stadler und Hinterhäuser. Entstanden ist das Programm durch gemeinsame Gespräche mit den Künstlern.

195 Aufführungen im Festspielsommer

Die Festspiele dauern von 21. Juli bis 30. August 2017 und umfassen 195 Aufführungen in 41 Tagen an 15 Spielstätten. Den Aufbruch in die neue Intendanz von Markus Hinterhäuser sollen im Opernprogramm 2017 fünf Neuinszenierungen, drei halbszenische Aufführungen und zwei konzertante Aufführungen signalisieren. Eröffnet werden die Salzburger Festspiele mit Wolfgang Amadeus Mozarts Opera seria La clemenza di Tito, inszeniert von Peter Sellars. Die Oper "Lady Macbeth" von Mzensk wird die zweite Opern-Premiere der Salzburger Festspiele 2017 sein. Erstmals wird Mariss Jansons als Operndirigent bei den Salzburger Festspielen auftreten. Er dirigiert die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor.

Anna Netrebko als Aida

Giuseppe Verdis "Aida" zählt bis heute zu den meistgespielten Opern, bei den Salzburger Festspielen steht sie zum zweiten Mal – nach der Karajan‘schen Produktion 1979/80 – auf dem Spielplan. Dabei wird Anna Netrebko ihr Rollendebüt als Aida geben. Nach der Premiere am 6. August findet eine Gala-Soiree zu Ehren der Künstler in der Salzburger Residenz statt. Der Reinerlös fließt in die Jugendarbeit der Salzburger Festspiele. Weiters am Programm stehen unter anderem die Oper "Wozzeck", "Ariodante" oder "Lear". Insgesamt stehen 40 Opernvorstellungen auf dem Programm.

Neue Impulse im Schauspiel

Im Schauspiel setzt Bettina Hering als Leiterin des Schauspiels neue Impulse: mit vier Neuinszenierungen, der Neueinstudierung von Hugo von Hofmannsthals Jedermann, mit vier „Schauspiel-Recherchen“, drei Lesungen und einer Konzertperformance. Neben dem Jedermann stehen etwa "Die Geburtstagsfeier", "Rose Bernd" oder "Kasimir und Karoline" auf dem Programm.
Neu sind in diesem Festspielsommer die Schauspiel-Recherchen, die im intimeren Rahmen des Stefan Zweig Centre Salzburg an vier Sonntagen stattfinden werden.

Mozart-Matineen und Ouverture spirituelle

Die Konzerte sind seit dem Beginn eine der drei Säulen der Salzburger Festspiele. Die Konzerte mit den Wiener Philharmonikern und den wichtigen Orchestern aus aller Welt, die bei den Salzburger Festspielen zu Gast sind, die Solistenkonzerte, Liederabende sowie Kammerkonzerte, die Mozart-Matineen mit dem Mozarteumorchester Salzburg sowie die Konzerte mit der Camerata Salzburg bilden ebenso wie die Konzertreihen mit Neuer Musik seit vielen Jahren das Grundgerüst des Konzertprogramms. Auch Kirchenkonzerte und Serien mit geistlicher Musik haben eine lange Tradition in der Festspielgeschichte. Als jüngste reiht sich die Ouverture spirituelle in diese Tradition ein. Die Ouverture spirituelle wird 2017 mit dem groß besetzten 14-teiligen Oratorium La Transfiguration de Notre Seigneur Jésus-Christ von Olivier Messiaen mit dem Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Kent Nagano sowie mit Pierre-Laurent Aimard als Solisten eröffnet.

Operncamps für Kinder

Im Kinder- und Jugendprogramm steht im kommenden Festspiel-Sommer die Kinderoper "Der Schauspieldirektor" auf dem Programm. Jeweils anderthalb Stunden vor der Aufführung der Kinderoper hält Monika Sigl-Radauer unter der Überschrift Spiel und Spaß mit Mozart Einführungsworkshops, bei denen die Kinder die Figuren kennenlernen und die Handlung des Stückes spielerisch entdecken.
Für Kinder und Jugendliche zwischen neun und 17 Jahren finden am Schloss Arenberg die Opern-Camps statt. 2017 wird es vier Operncamps geben: ein Jedermann-Camp (mit zwei Abschlussaufführungen), zwei Aida-Camps und ein Wozzeck-Camp.
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