11.03.2017, 10:54 Uhr

Grüne Kleinode für Mensch und Tier

Josef Brawisch sorgt dafür, dass in den Stadtwäldern regelmäßig alle Waldpflegearbeiten durchgeführt werden. (Foto: BB)

Stadtwald-Experte Josef Brawisch über Waldpflegearbeiten und tierische Unterstützung.

SALZBURG (lg). Buchen, Erlen oder Weiden: In der Stadt Salzburg sind insgesamt etwa 1.100 ha bewaldet, 165 ha stehen im Eigentum der Stadtgemeinde Salzburg. Für die Pflege dieser Stadtwälder ist der Salzburger Waldexperte Josef Brawisch zuständig. "Die Waldflächen reichen vom südlichen Gebiet in der Josefiau über Hellbrunnerberg und Königswäldchen in Leopoldskron bis zum Festungsberg, dem Rainberg bis hinaus zum Saalachspitz. Und natürlich unsere zwei wohl berühmtesten Wälder auf dem Mönchsberg und dem Kapuzinerberg", erklärt Brawisch, der die Liebe zum Wald und zur Natur bereits in seiner Kindheit entdeckt hat.

Laubwälder und Mischwälder

"Der Wald ist einfach ein lebendiges Ökosystem und stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen." In den städtischen Waldpflegeplänen, die bereits im Jahr 1984 entwickelt wurden, sind die Ziele einer nachhaltigen Erholungswaldbetreuung dokumentiert. "Dabei geht es nicht um forstwirtschaftliche Ziele, sondern vielmehr um ökologische, kulturgeschichtliche und waldbesucherbezogene Überlegungen", erklärt Brawisch. Charakteristisch für das Stadtgebiet sind die Laubwälder und Mischwälder, wobei natürlich auch ein Wald mit verschiedenen Laubbaumarten als Mischwald gilt. "Am häufigsten kommen in unseren Wäldern die Buchen vor, aber auch Erlen, Eschen und Weiden", so der Waldexperte. Die Arbeiten im Wald ziehen sich über das gesamte Jahr, wobei die Hauptzeit für die Waldpflegearbeiten zwischen Ende Oktober und Mitte April liegt. Dabei werden alle Waldflächen durchgearbeitet und Gefahrenstellen beseitigt. Wann, wo und wie gearbeitet werden kann, richtet sich nach den jeweils günstigsten Bodenverhältnissen. Ideale Schonung des Bodens gewährleisten Frost und Schnee.
Jungbäume werden dabei nicht gesetzt, vielmehr setzt man auf eine Natur-Verjüngung. "Dabei schaffen wir die Voraussetzungen, dass sich der Wald selbst verjüngen kann und dadurch widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen ist", erklärt Brawisch. Unterstützung bei den Waldarbeiten gibt es auch in tierischer Form. "Ja, da setzen wir auf echte ‚Pferdestärke’. Besonders in Leopoldskron oder in der Josefiau, wo oft ein mooriger Untergrund ist, ziehen wir das Holz mithilfe eines Pferdes, das einem Bauern in St. Veit im Pongau gehört, heraus", fügt der Waldexperte mit einem Schmunzeln hinzu. Der Großteil dieses Holzes wird dann als Brennholz zum Verkauf angeboten.

Gämsen, Uhu, Dachse

Die Stadtwälder bieten aber nicht nur den Menschen einen Raum zur Erholung, sondern sind auch Heimat einiger Tierarten. Auf dem Kapuzinerberg leben rund acht Gämsen, in Hellbrunn und Leopoldskron trifft man immer wieder auf Rehe und am Mönchsberg findet man Dachse, Marder und Eichhörnchen ebenso wie einen Uhu und Bussarde.

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