16.06.2016, 22:33 Uhr

Hautkrebs kann jeden treffen

Mini Med-Vortrag zum Thema Sonne und Hautkrebs-Vorsorge mit Dr. med. Klaus Bauer, Univ.-Klinik für Dermatogie der PMU Salzburg (Foto: BB)

Dermatologe Klaus Bauer informierte Besucher beim Mini Med-Studium in der Tribühne Lehen in Salzburg über den Risikofaktor Sonne und Möglichkeiten des Vorbeugens, Erkennens und Behandelns

Vor allem an chronisch sonnenexponierten Stellen würden im Lauf des Alterns gerne sogenannte Fälle von aktinischer Keratose – oftmals raue Hautstellen – auftreten, betonte Klaus Bauer von der Univ.-Klinik für Dermatogie der PMU Salzburg. "Daraus können Karzinome entstehen." Er rät deshalb zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Hautarzt. "Wenn Sie sich nicht sicher sind, was es ist – lassen Sie es anschauen." Und zwar je früher, desto besser, denn: Hautveränderungen wachsen tiefer in die Haut hinein und werden dadurch immer gefährlicher.


Melanom: Jeder Fünfte stirbt

"Ein Melanom geht so tief hinunter, dass es Zugang zu Blutgefäßen hat. Es sucht nach Möglichkeiten, im Körper anzudocken – wie bei einer Wasserleitung – um sich an anderen Stellen auszubreiten. Deshalb metastasieren Melanome."

Menschen, die schon von klein auf viele Muttermale haben, sollten zwei Mal im Jahr zur Kontrolle gehen, denn: "Je mehr Muttermale ein Mensch hat, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem dieser Muttermale etwas Bösartiges wird", so der Experte.

Zu den bekannten Merkmalen Asymmetrie, Begrenzung, Colorit, Durchmesser von mehr als einem Zentimeter und Erhabenheit von Muttermalen oder scheinbaren Muttermalen meinte der Experte: "Sie sind ein Anhaltspunkt, aber nicht ausreichend für eine Diagnostik. Sie sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Deshalb noch einmal: Wenn Sie Zweifel haben: Gehen Sie zum Arzt."

Risikofaktoren für Hautkrebs sind unter anderem Melanome in der Vorgeschichte bzw. in der Familiengeschichte, die Anzahl der Muttermale und sich verändernde Muttermale. Darüber hinaus sie vor allem die Sonne eine Risikofaktor: "UV-Strahlung ist von Bedeutung für das Risiko einer Hautkrebserkrankung", erklärte Klaus Bauer.

Wie verhält man sich also richtig in der Sonne?

"Ideal wäre, die Sonne zu meiden – andererseits brauchen wir die Sonne ja auch, etwa für die Produktion von Vitamin D. Deshalb sollte man den Aufenthalt in der Sonne auf ein vernünftiges Maß beschränken." Ein Aufenthalt in der Mittagssonne ist demnach zu meiden, die Kleidung sollte luftig und locker, "gerne langärmelig" sein, Sonnenbrände sind absolut zu vermeiden und: "Cremen Sie sich gut mit Sonnencreme ein." Wem Lichtschutzfaktor 50 (er reduziert die UV-Strahlung um 98 Prozent) beim Auftragen zu heftig ist, der greift zu Schutzfaktor 30 (hier wird die UV-Strahlung um 93 Prozent reduziert) und nimmt dafür reichlich davon.

Mit dem Vortrag über Hautkrebs und Vorsorge ist das Mini Med-Sommersemster in Salzburg zu Ende gegangen. Im Herbst startet das neue Semester mit einem neuen Programm.
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