03.10.2017, 13:24 Uhr

Hospiz-Bewegung Salzburg blickt auf 25 Jahre

Johannes Dines - Caritas Direktor Salzburg, Maria Haidinger - Obfrau Hospiz-Bewegung Salzburg, Regina Jones - Palliativ-Kinderärztin des PAPAGENO - mobilen Kinderhospizes Salzburg (Foto: Caritas Salzburg)
SALZBURG. Alles begann mit der Frage "Könnt Ihr Euch vorstellen, eine Hospiz-Bewegung hier zu gründen?" vom deutschen Hospizpionier Paul Becker bei seinem Vortrag zur Hospizarbeit in Salzburg. Die Antwort auf die Frage sind 25 Jahre Zuwendung, 25 Jahre ehrenamtliches Engagement, 25 Jahre Unterstützung für schwer kranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen. Heute, 3. Oktober, feiert die Hospizbewegung Salzburg ihr 25-jähriges Jubiläum und hat in dieser Zeit große Meilensteine gesetzt: Hospiz-Initiativen und mobile Hospiz- und Palliativteams in allen Bezirken des Bundeslandes, Österreichs erstes Tageshospiz, die Hospiz- und Palliativakademie, das mobile Kinderhospiz- und Palliativteam Papageno oder auch Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen.

Von Anfang an mit dabei

Eine, die seit der ersten Stunde als ehrenamtliche Hospiz-Begleiterin mit dabei ist, ist Lieselotte Jarolin. "Ich erinnere mich, als ich gemeinsam mit Dorothy Leitner losgezogen bin, vor allem in Pfarren und Seniorenheime, um Hospizarbeit vorzustellen. "Wenn ich heute zurückblicke, denke ich oft, dass ich mich heute nicht mehr trauen würde, Ärzten zu sagen, was Hospiz ist und möchte. Wir waren ganz schön mutig. Wir waren damals vom Hospizgedanken beseelt und innerlich unterwegs. Ich denke, dieses Samenkorn, das wir damals in Salzburg gelegt haben, ist aufgegangen und man sieht, wie viele Früchte es jetzt schon trägt und in Zukunft noch tragen wird", erzählt Jarolin. Wichtig sei es, individuell auf die Menschen einzugehen. "Die Wünsche und Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich. Familien mit schwerkranken Kindern haben andere Wünsche und Sorgen als ältere Menschen nach einem erfüllten Leben", so Jarolin.

Hospizteams im ganzen Bundesland

Im September 1992 wurde von der Caritas der Erzdiözese Salzburg Projektleitung zur Gründung und Koordination der Hospiz-Bewegung Salzburg Anna Grabner im Albertus-Magnus-Haus eingesetzt. Nach zwei Jahren erfolgte am 14. April 1994 die konstituierende Generalversammlung und schließlich die offizielle Eintragung des eigenständigen, parteilich ungebundenen und überkonfessionellen Vereins „Hospiz-Bewegung Salzburg“ unter der Leitung der ersten Obfrau, Ursula Dechant.
In den Folgejahren entstanden regionale Hospizteams im Lungau, Pongau, Pinzgau, Tennengau und Flachgau. Ein großer Schritt war die Errichtung von Österreichs erstem Tageshospiz im Jahr 2000 im ehemaligen Gasthof Kleingmainerhof.

Fortbildung und Lehrgänge

Zu den ersten Aktivitäten nach der Gründung der Hospiz-Bewegung Salzburg gehörte die Konzeptionierung und Durchführung des Lehrgangs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung, um Ehrenamtliche, zur Begleitung sterbender und trauernder Menschen zu befähigen. Das Angebot wurde ergänzt durch interne und externe Fortbildungsveranstaltungen und die Entwicklung von Aufbaukursen für Trauerbegleitung und Kinderhospizarbeit. Seit 2016 wird der Bildungsbereich der Hospiz-Bewegung Salzburg als „Hospiz- und Palliativakademie Salzburg“ geführt.

Mobiles Kinderhospiz "Papageno"

Seit Mai 2015 werden Kinder und Jugendliche mit einer lebensbedrohlichen oder lebensbegrenzenden Erkrankung im häuslichen Bereich durch das Mobile Kinderhospizteam Papageno unter der ärztlichen Leitung von Palliativ-Kinderfachärztin Dr. Regina Jones betreut. Ziel ist es, die bestmögliche Lebensqualität für Kinder mit lebensbegrenzenden Erkrankungen zu gewährleisten und deren Familien umfassend zu unterstützen. Dies geschieht durch medizinische Betreuung sowie pflegerische Betreuung durch palliativ ausgebildete Kinderkrankenschwestern, durch (‚Atem-)Physiotherapie und Sozialarbeit sowie ehrenamtliche Kinderhospiz-Begleiter mit spezieller Schulung in Kinderhospizarbeit.

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