02.11.2016, 08:04 Uhr

Leben, ganz ohne Publikum

KOMMENTAR

In einer Zeit, in der uns die Realität bereits zum Frühstück knallhart als brandaktuelle News am Smartphone oder Tablet(t) serviert und nahezu jede Gefühlsregung am liebsten in Echtzeit in die sozialen Netzwerke geschleudert wird, gerät die Zeit für Muße eher in den Hintergrund. Einmal "offline" zu sein ist so, als würde man dieser Welt Adieu sagen. Leben ist nur das, was auf Facebook, Twitter und Co. stattfindet – so scheint es. Wenn man so manch hypermodernem Digital-Media-Junkie erzählt, dass man kürzlich ein Buch – ja, ein echtes Buch mit Seiten aus Papier – gelesen hat, bekommt man endgültig den Steinzeit-Stempel aufgedrückt. Doch was gibt es Schöneres, als mit einem guten Buch die eigene Kreativität und Phantasie anzuregen? Auch einmal ganz ohne "Publikum", das nach den neuesten Urlaubsfotos auf Facebook, die den Anschein machen, als würde man ein echtes Jetset-Leben führen, giert. Bereits André Heller wusste, dass die "wahren Abenteuer im Kopf" stattfinden – allen anderen ist zu wünschen, dass ihr Leben nur halb so interessant ist, wie es auf Facebook dargestellt wird.
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