10.11.2016, 18:45 Uhr

Neue Erkenntnisse über Rembrandts Meisterwerk

Dr. Katharina Uhlir (Kunsthistorisches Museum Wien) und Dr. Gabriele Groschner (Residenzgalerie Salzburg)
Salzburg: DomQuartier |

Das Domquartier Salzburg nimmt Rembrandt’s „Betende alte Frau“ unter die Lupe. Dabei kommen interessante, neue Informationen in Bezug auf Arbeitsabläufe, Materialwahl und konzeptuelle Gestaltung ans Tageslicht. Seit dem Ankauf 1980 aus der ehemaligen Czernin’schen Gemäldegalerie in Wien gilt das Meisterwerk als eines der wertvollsten Kunstexemplare der Residenzgalerie.

Das Forschungsprojekt

Mit der Unterstützung von Dr. Katharina Uhlir vom Kunsthistorischen Museum Wien hat die ehemalige Geschäftsführerin der Residenzgalerie, Frau Dr. Gabriele Groschner, ein Forschungsprojekt initiiert, das sich Fragen rund um Rembrandts „Betende alte Frau“ widmete. „Bei dieser Untersuchung sind Dinge zu Tage getreten, die man vorher nicht geahnt hätte“, beschreibt die Kunstexpertin das Projekt enthusiastisch. Das Kunsthistorische Museum Wien stellte Apparate zur Verfügung, die eine komplexe technische Untersuchung ermöglichten. Dadurch konnte die Beschaffenheit identifiziert und der Entstehungsprozess rekonstruiert werden.

„Betende alte Frau“ – ein Meisterwerk

Bei Rembrandt konnte man in seiner frühen Schaffensperiode in Leiden (Niederlande) neben Selbstbildnissen einen Hang zur Porträt-Malerei alter Frauen festmachen. Seine gesamte Aufmerksamkeit war dem winzigen Detailausschnitt dieses immer wiederkehrenden Motivs gewidmet. Die Verwendung unterschiedlichster Materialien wie Bleiweiß, Ocker, Beinschwarz uvm., zeigt seine grenzenlose Experimentierfreudigkeit. So gelang es ihm, tonale Farbharmonie mit sanften Übergängen zu erzeugen. Die Basis dafür bildet eine mit Blattgold grundierte Kupferplatte, die dem Bildnis seine einzigartige Optik verleiht.

Neue Erkenntnisse

Ob es sich bei der Frau tatsächlich um Rembrandts Mutter handelt, war bislang ungeklärt und gilt nun aufgrund neuer Indizien als noch unwahrscheinlicher. Von den insgesamt drei Kupfergemälden welche ein echtes Spezifikum in Rembrandts Schaffen als auch der gesamten Geschichte darstellen, wird nur jenes in Salzburg als original eingestuft, da es als einziges wirklich authentisch ist.

Das Domquartier Salzburg zeigt hier auf eindrucksvolle Weise, dass neben dem Sammeln, Bewahren und Vermitteln von Kunst, auch der Forschung eine wichtige Rolle zukommt. Die Ergebnisse von „REMBRANDT. Unter der Farbe“ werden im Rahmen einer Studioausstellung und eigens kreiertem Katalog vom 13. November 2016 bis 26. Juni 2017 präsentiert.
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