15.11.2017, 03:00 Uhr

Teil zwei der Demokratie: Die Opposition

Andreas Reindl, FPÖ.
SALZBURG: FPÖ-Kandidat Andreras Reindl ist gelernter Koch. Jetzt will der Mann, für den die FPÖ "in Stein gemeißelt" ist, Bürgermeister werden. Und wie will er das Verkehrsproblem lösen?  "Ich glaube es wird in den kommenden zehn Jahren technische Lösungen geben, die wir uns heute kaum vorstellen können. Aktuell trete ich gegen die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung ein. Man muss erst Alternativen schaffen und die Busse verbessern. Der Ausbau der Mönchsberggarage, durch den natürlich viel Verkehr nahe ans Zentrum rückt, ist zwar kein ideales Zeichen. Aber er ist beschlossene Sache, und daher soll die Garage ausgebaut werden. Man muss die Pendler dazu bringen, ihre Autos am Stadtrand stehen zu lassen. Eine Entlastung von den täglichen Staus würde das Durchforsten der Busspuren bringen. Manche davon sind gut und richtig, andere aber absolut sinnlos. Und wichtig ist mir auch, die Reisebusse gehören nicht in die Altstadt. Die Busse müssen zu Großparkplätzen an den Stadträndern geleitet und die Touristen mit Shuttles ins Zentrum gebracht werden.

Was bietet die Stadt-FPÖ für leistbares Wohnen?

"Schwierig, sehr schwierig. Dirigistisch in den Markt eingreifen, das lehnen wir ab. Aber man sollte den Handelskonzernen klarmachen, dass ihre Supermärkte für den sozialen Wohnbau aufgestockt werden müssen. Zugleich sollen die Ketten Tiefgaragen bauen, statt oberirdisch große Flächen als Parkplätze zu nutzen", erklärt Reindl. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lockerung der Ö-Normen. "Wir bauen zu teuer, kein Mensch braucht so viele behindertengerechte Wohnungen, und auch bei der Wärme-Isolierung wird übertrieben. Gerade für junge Leute müssen die Wohnungen billiger werden, ich selbst haben als junger Mann auch nur eine Matratze und eine Kochgelegeheit gebraucht."

Bürgerlicher Einzelkämpfer

Seit 2014 sitzt Christoph Ferch mit seiner Liste "Bürger für Salzburg" im Gemeinderat. "Meine Chance ist die eines Außenseiters. Aber in Frankreich ist ein Außenseiter zum Präsidenten aufgestiegen. Meine Maxime lautet: Sachpolitik vor Emotionen. Gute Ideen gibt es genug, aber die werden von den großen Parteien oft zerstritten und es hapert an der Umsetzung." Der Politiker Ferch vergleicht sich mit Bürgerlisten-Urgestein Herbert Fux. "Von meiner Persönlichkeit her bin ich ganz anders, nicht so polternd und emotionsgeladen. Aber ich denke, dass ich es schon geschafft habe, das Bewusstsein zu schärfen, dass wir auf unser schönes Salzburg aufpassen müssen." Kurzparkzonen für Pendler hält er für einen "echten Vollholler. Es ist für Berufstätige unzumutbar, dass sie permanent ihr Auto umparken müssen". Stattdessen will der stets korrekt gekleidete Ferch die Öffis attraktiver machen und statt der Doppelgelenk-Obusse batteriebetriebene Midi-Busse einsetzen. "Ich denke auch, man sollte den Versuch machen, die Altstadt im Sommer während der Festspielzeit für den Verkehr zu sperren, außer für jene, die in die Garagen einfahren. Nicht feig sein, sondern einfach testen, was es bringt." Und das Wohnen? Auch Ferch sieht das Heil in billiger und mehr bauen.

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