20.10.2016, 11:26 Uhr

Vom Deutschlernen und Bollywood-Filmen

Die Betreuerin des Flüchtlingsquartiers in Liefering, Beate Arnold und Bewohner Ali Haider Abbasi.

Ende November schließt das Flüchtlingsquartier in der Diakonie im Stadtteil Liefering seine Pforten.

SALZBURG (lg). Im August des Vorjahres adaptierte das Land Salzburg ein leerstehendes Betriebsgebäude an der Münchner Bundesstraße als Flüchtlingsquartier, das von der Diakonie betrieben wird und Platz für maximal 60 Asylwerber bietet. Ende November wird das Quartier aufgrund des auslaufenden Mietvertrages geschlossen werden. "Der Eigentümer hat Eigenbedarf angemeldet. Da der Mietvertrag aber nur auf dieses Jahr beschränkt war, kommt die Schließung für uns jetzt nicht so überraschend. Wir sind froh, dass wir während der angespannten Flüchtlingssituation im Vorjahr hier humanitäre Hilfe leisten konnten", erklärt Michael König, GF Diakoniewerk Salzburg.

Deutschkurse an der Volkshochschule

Einer, der seit rund einem Jahr in dem Quartier in Liefering lebt, ist der 20-jährige Afghane Ali Haider Abbasi, der alleine aus Pakistan - dorthin flüchtete er mit einem Teil seiner Familie im Alter von fünf Jahren - nach Österreich flüchtete. Nach einem Zwischenstopp in Kuchl kam er in das Quartier der Diakonie. Von Montag bis Freitag besucht der 20-Jährige die Deutschkurse an der Volkshochschule.

Ausflug nach Maria Plain

"Das macht mir Spaß und ist eine schöne Abwechslung im Tagesablauf. In Pakistan habe ich als Verkäufer in einem Bekleidungsgeschäft gearbeitet, aber am meisten interessiert mich Computer-Grafik, da bin ich glaub ich talentiert", erzählt Abbasi in deutscher Sprache. In Liefering bewohnt er mit anderen Asylwerbern ein gemeinsames Zimmer. "Manchmal ist es laut, ich würde mir wünschen meinen eigenen Raum zu haben, wo ich in Ruhe Deutsch lernen und mich konzentrieren kann", so Abbasi, der sich gerne Bollywood-Filme anschaut. "Mein Lieblingsfilm ist 'Sultan', ein indischer Film. Ich mag die bunten Farben Indiens", erzählt der 20-Jährige. Eine wichtige Stütze im Quartier sind die freiwilligen Helfer, die sowohl mit Sachspenden als auch mit Freizeitaktivitäten die Bewohner unterstützen. "Das reicht von gemeinsamen Ausflügen zum See oder in die Berge bis hin zu Stadtspaziergängen", erzählt die Quartiers-Betreuerin Beate Arnold. "Die Stadt gefällt mir sehr, einmal waren wir bei Maria Plain, das war für mich sehr schön. Und im Sommer waren wir beim Lieferinger Badesee öfter mal schwimmen", so Abbasi. Wo er Ende November hinkommt, steht noch nicht fest - die derzeit 52 Bewohner werden auf andere Unterkünfte aufgeteilt.
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