17.10.2017, 14:18 Uhr

Wie Demenz-Know-how auf Reisen geht

Bürgermeister Thomas Ließ, Monika Aistleitner, Robert Luckmann, Landesrätin Martina Berthold, Hermine Neumaier, Werner Geiger und Johannes Dines (im Bild von links) bei der Auftaktveranstaltung in Hof. (Foto: LMZ/Neumayr/MMV)

Das Land Salzburg hat fünf Info-Koffer geschnürt, die nun ihre Tour durch öffentliche Bibliotheken angetreten haben.

HOF (buk). Rund 130.000 Menschen sind in Österreich aktuell an einer der unterschiedlichen Demenz-Formen erkrankt. Um hier auf die "soziale Herausforderung" aufmerksam zu machen, wurden nun fünf so genannte "Demenzkoffer" geschnürt – pro Bezirk einer. Diese sind jeweils mit mehr als 60 Medien – von Kinderbüchern über Romane bis hin zu Ratgebern – zu diesem Thema gefüllt. Die Startveranstaltung wurde in der öffentlichen Bibliothek Hof-Koppl abgehalten. "Mit der Aktion wollen wir das Bewusstsein in der Bevölkerung zum Thema Demenz schärfen", sagt Landesrätin Martina Berthold.

Literatursammlung zum Thema

Dabei touren die Pakete unter dem Motto "Ein Demenzkoffer geht auf Bibliotheksreise" durch die einzelnen Orte. "Aus Erfahrungen in unseren Projekten wissen wir, wie herausfordernd das Leben mit Demenz für Betroffene, aber auch für ihre Angehörigen ist", erzählt Caritas-Direktor Johannes Dines. "Daher liegen uns seit Jahren die Aufklärung über diese Krankheit und das Schaffen demenzfreundlicher Lebensräume sehr am Herzen." Im Koffer befindet sich eine umfangreiche Literatursammlung, die die Leser in das umfangreiche Thema eintauchen lassen soll.

Veranstaltungsreihe soll Angst verringern

Begleitend dazu hat das Salzburger Bildungswerk eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die dabei mithelfen soll, die Angst zu verringern, Mut zu machen und Perspektiven zu eröffnen. Darüber hinaus stellt das Land Salzburg in jeder teilnehmenden öffentlichen Bibliothek fünf Standardwerke zu Demenz zur Verfügung. Bibliothekare selbst können sich zudem in eigens organisierten Seminaren weiterbilden.

Bibliotheken als Dienstleister

"Öffentliche Bibliotheken verstehen sich als Dienstleister für alle Menschen einer Gemeinde", ist Monika Aistleitner, Leiterin des Salzburger Bibliothekarverbandes, überzeugt. "Wir wollen das Thema Demenz ein Stück aus dem Tabu-Eck holen, diese Erkrankung für Interessierte greifbarer und versändlicher machen und somit das Leben der Betroffenen und deren Angehörigen etwas erleichtern."
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