06.10.2016, 20:30 Uhr

Wiesengras gibt Bio-Gas

Alle Landwirte der Region sind dazu eingeladen, beim "Unternehmen Graswerk" dabei zu sein. (Foto: Graswerk Steindorf)

Das Graswerk Steindorf nutzt Grünland, um daraus in beeindruckender Weise Energie zu gewinnen. Dafür erhielt die Genossenschaft den Salzburger Regionalitätspreis 2016 in der Kategorie "Energie und Umweltschutz".

STRASSWALCHEN (eve/ap). "Wiesengras gibt Bio-Gas" ist die Formel der Graskraft Steindorf. Das Ziel: durch die nachhaltige Nutzung von Grünland als Energielieferant einen Beitrag zur Erhaltung des Grünlandes, zur Sicherung des Grundwassers und zur Verringerung der Importabhängigkeit Salzburgs zu liefern.

Transport über Erdgasnetz

Das Biogas wird so aus Wiesengras erzeugt und zu Wärme, Strom und Treibstoff verarbeitet. In Kooperation mit dem regionalen Energieversorger wird das Biogas ins Salzburger Erdgasnetz eingespeist und steht in der Folge über ein mit Zertifikaten abgesichertes Bilanzierungssystem an Erdgastankstellen als Treibstoff zur Verfügung. Die erzeugte Menge reicht für etwa 1.000 Fahrzeuge, die damit dauerhaft mehr als 80 Prozent der typischen Auto-Schadstoffe einsparen und CO₂-neutral mit regionaler Wertschöpfung mobil sein können.

Sattes Grün auf Wiesen

"Das Grünland liefert pro Hektar mehr Energie als Wald und sichert nebenbei die Erhaltung einer gepflegten Graslandschaft und die Aufbereitung der Niederschläge zu Trinkwasser", sagt Peter Stiegler, Vorstandssprecher der Graskraft Steindorf. Gegründet wurde die Genossenschaft im Jahr 2009, um aus dem nachhaltigen Rohstoff Wiesengras den erneuerbaren Energieträger Biogas zu gewinnen. 65 landwirtschaftliche, gewerbliche und private Mitglieder zählt die Graskraft mittlerweile.

Grünland statt Silo-Mais

Das Unternehmen will allen Landwirten der Region die Möglichkeit geben, aus ihrem überschüssigen Grasschnitt oder Rindergülle aus der Milchproduktion erneuerbare Energie zu schöpfen. Für die Landwirte ergeben sich dabei viele Vorteile, beispielsweise weniger geruchsintensiver Dünger aus Rindergülle, die durch die Fermentation in der Biogasanlage auch eine bessere Düngewirkung erhält. Ziel ist es auch, dass Landwirte dazu motiviert werden, das Grünland zu erhalten statt Silo-Mais zu produzieren.


Mit Kyoto-Protokoll konform

Das innovative Projekt entspricht somit auch den Zielen des Kyoto-Protokolls, dem Klimaabkommen von Paris und dem Masterplan Klima + Energie 2020 des Landes Salzburg. Darüber hinaus zeigt es, welche Innovationskraft in der ländlichen Region liegt. "In Zukunft geht es darum, die Option bekannter zu machen. Vielleicht auch als Übergang hin zu Wasserstoff, der ebenfalls aus Biogas gewonnen werden kann. Wir sehen: Je größer die europäische Milch-Überproduktion wird, desto mehr Bauern möchten in die Gesellschaft einsteigen", so Stiegler abschließend.

Mehr Informationen:
Alle Beiträge rund um den Regionalitätspreis
* N. Michael Kretz: "Unser Herz schlägt für die Regionen"
* Impressionen von der Regionalitätspreis-Verleihung 2016
* Das war der Regionalitätspreis 2016
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