30.05.2017, 14:12 Uhr

Zehn Millionen Euro für Breitbandausbau in Salzburg

Salzburger Breitband-Beauftragter: Fabian Prudky (Foto: LMZ)

Für stark zersiedelte Gebiete sucht Breitband-Koordinator Alternativen zur teuren Verlegung in der Erde.

SALZBURG (sts). Rund zehn Millionen Euro werden ab Mitte 2017 im Rahmen der ersten Ausschreibungsrunde der Breitbandmilliarde des Bundes in Salzburg investiert. Salzburg ist beim Versorgungsgrad im Bundesländervergleich relativ gut aufgestellt. Allen voran hat die Salzburg AG ihr Netz bereits in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut. Sie investiert unabhängig von Förderungen jährlich rund zwölf Millionen Euro in neue Breitbandanschlüsse. Auch die Telekom investierte etwa im Vorjahr 23,6 Millionen Euro in den Breitbandausbau in Salzburg. Das bedeutet: Nur 1,7 Prozent der Fördermilliarde des Bundes werden nach Salzburg fließen.
Von den nun im Rahmen der Breitbandmilliarde fixierten zehn Investitionsmillionen werden etwa fünf Millionen Euro in die Aufrüstung von Mobilfunksendern mit Glasfaserkabelanschluss gesteckt, weitere vier Millionen in das Glasfaserkabel-Netz der Betreiber. Das bedeutet: Glasfaserkabelverlegung unter der Erde bis wenige Meter vor das Haus. In Salzburg wird hauptsächlich die Telekom mittels dieser Förderschiene ausbauen. Dabei übernimmt der Bund 50 Prozent der förderungswürdigen Kosten, die anderen 50 Prozent der Betreiber.


91 Prozent haben Breitband

Im Bundesland Salzburg sind 91,2 Prozent der Wohnsitze (565.000) mit Breitband in der Größenordnung von mehr als 100 Mbits pro Sekunde versorgbar. Das bedeutet nicht, dass dort alle Haushalte auch bereits direkt angeschlossen sind, aber dass sie – entsprechende Eigeninitiative ihrer Besitzer für die letzten Meter vom Haus bis zur Breitbandleitung vorausgesetzt – anschließbar sind. Das gilt auch für 93,1 Prozent der geschäftlich genützten Gebäude sowie 96,3 Prozent der öffentlichen Einrichtungen.

Suche nach Alternativen

Dort, wo die Zersiedelung besonders stark ist – etwa im nördlichen Flachgau – versucht Breitband-Koordinator Fabian Prudky Alternativen zu den teuren Grabungsarbeiten – sie verschlingen 70 Prozent der Herstellungskosten eines Breitbandanschlusses – zu finden. Das kann Mobilfunk oder Richtfunk sein. Kleiner Nachteil gegenüber dem in der Erde verlegten Glasfaserkabel: Es gibt keine garantierte Bandbreite, sie hängt von der Anzahl der Nutzer ab, die sich gleichzeitig im Netz befinden.


Wo ausgebaut wird

Hier wird das Breitband ab Mitte 2017 mithilfe der Breitbandmilliarde des Bundes um 1,8 Millionen Euro ausgebaut (Gesamtinvestitionen vier Millionen Euro): Abtenau, Rußbach, St. Koloman, Ebenau, St. Gilgen, Strobl, Anthering, Goldegg, Hüttschlag, Werfen, Dienten, Hollersbach, Lend, Mittersill, Unken, Flachau, Kaprun, Ramingstein, Weißpriach, Zederhaus.

Mittels EU-Förderung für den ländlichen Raum ausgebaut werden soll das Breitband um 700.000 Euro im gesamten Lungau. Rund 100.000 Euro davon kommen vom Land, 400.000 Euro soll die EU übernehmen, den Rest die jeweiligen Betreiber.
Für KMU gibt es eine eigene Förderschiene des Landes, mittels derer bereits 20 Förderungen (rund 12.000 Euro) für die Herstellung eines Glasfaserkabelanschlusses bewilligt wurden. Echte Glasfaserkabel-Anschlüsse sollen auch die Landwirtschaftsschulen erhalten.

Lesen Sie auch: KOMMENTAR: Breitband in Lichtgeschwindigkeit

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