20.09.2014, 21:23 Uhr

Kampagne für taktiles Leitsystem

Plakate machen Sehende aufmerksam: Hagenauer, Schinwald und Neusüß am Reistsamerplatz. (Foto: Stadt Salzburg/Johannes Killer)
Wer nicht weiß, was ein taktiles Leitsystem – das sind Pflastersteine oder Rillenplatten, die vor allem bei Straßenübergängen, Plätzen, Bus-Haltestellen oder Bahnhöfen verlegt werden – ist, der stellt möglicherweise sein Fahrrad darauf ab. Und stört damit Blinde und Sehbehinderte, die sich anhand dieses ertastbaren Blindenleitsystem ohne fremde Unterstützung fortbewegen können. Mit einer Kampagne will die Stadt Salzburg nun Sehende auf auf die Wichtigkeit des Boden-Leitsystems für sehbeeinträchtigte Menschen hinweisen.

„Mir ist es ein großes Anliegen, dass wir nun mit einer Info-Kampagne mit Witz die Sehenden auf die Wichtigkeit des Boden-Leitsystem für sehbeeinträchtige Menschen aufmerksam machen“, sagt Sozial-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer. „Gleichzeitig bestärken wir damit den internationalen Ruf der Stadt Salzburg als barrierefreie Stadt weiter. Besonders wichtig dabei ist mir die Einbeziehung der Betroffenen.“

Zur Erinnerung: Die Stadt Salzburg wurde 2012 mit dem „Access City Award“ als behindertenfreundlichste Stadt Europas ausgezeichnet. Die Europäische Kommission würdigt damit „das langjährige Engagement Salzburgs, sein stimmiges Konzept und die ausgezeichneten Ergebnisse im Bereich der Barrierefreiheit, die unter direkter Mitwirkung von Menschen mit Behinderungen erzielt wurden“.

Kampagne mit Plakaten und Kärtchen

Behindertenbeauftragte Sabine Neusüß: „An 70 Standorten im Innenstadtbereich fordern aktuell Plakate Passanten und Anrainer auf, das Blinden-Leitsystem in der Stadt nicht zu verstellen. Wir setzen dabei mit einem hintergründigen Comic und konkreten Fotos auf erhöhte Aufmerksamkeit. Zudem gibt’s Info-Kärtchen, die in öffentlichen Einrichtungen, Bürgerservice-Stellen und Kulturstätten aufliegen.“


Wozu Blinden-Leitsysteme?

„Das tastbare Blindenleitsystem hilft blinden und sehbehinderten Menschen in Gebäuden Ansprechpersonen, Türen, Lifte und so weiter zu finden. Im öffentlichen Raum wie zum Beispiel bei Schutzwegen und Bushaltestellen, erleichtert es die Orientierung. Es wird mittels des Blinden-Langstocks oder auch mit den Fußsohlen ertastet. Das Leitsystem macht auf Hindernisse und Gefahren aufmerksam“, erklärt Josef Schinwald, Obmann des Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverbandes.
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