08.11.2016, 08:26 Uhr

Stadt und Land ziehen nun an einem Strang

Das städtische Obusnetz soll erweitert werden.

Erweitertes Obusnetz, 365-Euro-Ticket und mehr Park & Ride-Plätze sollen Verkehrsproblem lösen.

SALZBURG (lg). Bei einem Verkehrsgipfel beschlossen Stadt und Land Salzburg sowie die Salzburg AG Maßnahmen, um das Verkehrschaos in der Landeshauptstadt einzudämmen. Bei einem Gespräch zwischen LH Wilfried Haslauer, Verkehrs-Landesrat Hans Mayr, Bgm. Heinz Schaden, Vize-Bgm. Harald Preuner und Verkehrsstadtrat Johann Padutsch wurden die Anschaffung von Niederflurmittelteilen für die Lokalbahn, das 365-Euro-Ticket sowie der Ausbau der Park & Ride-Plätze bei der Messe festgelegt. Auch Gespräche mit den Umlandgemeinden zur Anbindung an das Obusnetz wurden festgelegt. "Ein Treffen löst noch nicht alle Probleme, aber es ist eine wichtige Grundlage, um Projekte gemeinsam angehen zu können", betonten Haslauer und Schaden. Durch die Anschaffung von Niederflurmittelteilen für die Lokalbahn können die Fahrgastkapazitäten um 30 Prozent erhöht werden. Mit der Umsetzung des 365-Euro-Tickets soll der Anreiz für einen Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel erhöht werden. Dennoch warnt Schaden davor zu glauben, dass damit das Verkehrsproblem mit einem Schlag gelöst wird: "Wir haben 60.000 Einpendler pro Tag. Zu erwarten, dass jetzt alles eitel Wonne ist, würde ich nicht anraten." Peter Haibach vom "Forum Mobil" begrüßt den "Geist des Miteinanders zwischen den Beteiligten. Vor allem die Anschaffung eines Doppelgelenk-Obusses, der die Funktion einer Straßenbahn einnehmen soll, lässt hoffen, dass sich der bescheidene Modalsplit von 15 Prozent Anteil der Öffis in der Stadt wesentlich steigern wird", meint Haibach.

Pendeln mit Direktverbindung

Katharina Mayrhofer, die meist mit dem Auto von Elsbethen in die Stadt zur Arbeit fährt, wünscht sich "eine baldige Verlängerung der Obuslinie nach Elsbethen. Dann würde ich sicher mit dem Obus in die Stadt pendeln. Derzeit ist der Aufwand zu hoch, denn bevor ich mein Auto beim Park & Ride Süd abstelle und dann erst in die Öffis umsteige, fahre ich dann gleich weiter bis in die Stadt. Natürlich würde es zudem einen entsprechend dichten Takt beim Fahrplan brauchen." Ähnlich sieht es der 43-jährige Mario Karrer, der aus Eugendorf in die Stadt pendelt. "Wenn man schon einmal mit dem Auto losfahren muss, dann fährt man gleich direkt zum Arbeitsplatz und nicht zu einem Park & Ride-Platz, um von dort dann mit dem Obus in die Stadt zu pendeln. Für mich wäre es dann ideal, wenn die direkte Verbindung gegeben ist, ich weiß auch, dass Freunde von mir, die in Elixhausen wohnen, ähnlich denken."

Diese Maßnahmen sollen den Verkehr entlasten

Bei dem Verkehrsgipfel zwischen Stadt, Land und der Salzburg AG einigten sich die Beteiligten auf ein Bündel an Maßnahmen. Dazu wollen sowohl die Stadt als auch das Land zusätzliche Budgetgelder zur Verfügung stellen.

365-Euro-Ticket ab Juli
Das Salzburg City-Ticket um 365 Euro soll ab Juli 2017 wieder eingeführt werden. Derzeit kostet die Jahreskarte 379 Euro. Damit erhoffen sich Stadt und Land höhere Verkaufszahlen. Die Stadt hat dafür 300.000 Euro vorgesehen.

Neue Park & Ride-Plätze
Der Parkplatz beim Salzburger Messezentrum soll zum offiziellen Park & Ride-Parkplatz und besser an den öffentlichen Verkehr angebunden werden. Außerdem sollen 800 zusätzliche Park & Ride-Plätze entlang der Pendlerrouten errichtet werden.

Vier Lokalbahn-Mittelteile
Fixiert wurde die Anschaffung von vier Niederflurmittelteilen für die Lokalbahn. Dadurch können die Fahrgastkapazitäten um 30 Prozent erhöht werden. Die Kosten pro Niederflurmittelteil-Garnitur belaufen sich auf eine Million Euro.

Baustellenkoordination
Künftig soll eine gemeinsame digitale Lösung für die Baustellenkoordination genutzt werden.

Erweiterung des Obusnetzes
Für die Anbindung der Umlandgemeinden (etwa Grödig, Elixhausen oder Elsbethen) wurde eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Bürgermeister-Sprechern eingerichtet.
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