08.11.2017, 14:43 Uhr

Wohnbauförderung zwischen Punktlandung und Lotterie

LAbg. Marlies Steiner-Wieser (Foto: Franz Neumayr/MMV)

Marlies Steiner-Wieser (FPÖ) stellte mündliche Landtagsanfrage an LR Hans Mayr

Wie könne es sein, dass eine Familie vier Mal – jeweils zum Start des neuen Quartals um 9.00 Uhr früh ein Wohnbauförderansuchen online hochlade und umgehend eine Ablehnung erhalte?, so FPÖ-LAbg. Marlies Steiner-Wieser am Mittowch im Landtag in einer mündlichen Anfrage an Wohnbau-Landesrat Hans Mayr. In ihren Augen gleiche die Vergabe der Wohnbauförderung eher einer Lotterie als einem fairen Förderungssystem

Bei der Antragstellung müssten alle erforderlichen Unterlagen vollständig hochgeladen werden. Es würden für alle dieselben Kriterien gelten, nur irgendwann seien die vorgesehenen Summen – es geht um 28,5 Millionen Euro für Häuslbauer und Wohnungskäufer – ausgeschöpft, betonte Landesrat Hans Mayr (SBG). Im vierten Quartal habe er zudem eine eigene Sparte für kinderreiche Familien geöffnet – auch weil diese möglicherweise mehr Unterlagen hochladen müssten. Und: Der Anteil wachsender Familien an allen Förderungsnehmern liege bei mehr als 70 Prozent.

Für das vierte Quartal seien eigentlich keine zusätzlichen Förderungen mehr vorgesehen gewesen – weil aus den Quartalen davor aber 18 Förderungswerber abgelehnt worden waren, habe er die Online-Antragsplattform noch einmal geöffnet – nun seien aber alle vorhandenen Mittel ausgeschöpft.

Besonders zufrieden war Marlies Steiner-Wieser mit Mayrs Ausführungen freilich nicht. "Ein System, in dem die Fingerfertigkeit un damit die benötigte Zeit bei der Online-Bewerbung über eine Zusage oder Absage entscheide, biete Häuslbauern und Wohnunsgkäufern keine Planungssicherheit und müsse reformiert werden, so Steiner-Wieser.

"Was ist sinnvoller?", konterte Mayr: "Ein System, das niemanden mehr interessiert oder eines, das hilft, möglichst vielen Menschen zu Eigentum zu verhelfen?" Damit spielte Mayr darauf an, dass die angepeilte Zahl an Eigentumsförderungen im alten System längst nicht mehr erreicht wurden. "Wir haben für heuer 200 Errichtungsförderungen für Häuser und 400 Kaufförderungen für Eigentumswohnungen angepeilt – das sind in etwa auch die Zahlen des alten Systems. Nur: Wir werden hier eine ziemliche Punktlandung hinlegen", so Mayr.


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