20.10.2016, 17:15 Uhr

Dm steigert Umsatz in Österreich um sechs Prozent

Manfred Kühner, stv. Vorsitzender der Geschäftsführung von dm präsentierte die Unternehmensbilanz. (Foto: dm/Franz Neumayr)

Drogeriekette will sich nun auch online näher an die Kunden herantasten

Zum 40. Geburtstag beschenkt sich die Drogeriektte dm mit "besonderen Zahlen", wie Manfred Kühner, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, am Donnerstag bei der BIlanz-Pressekonferenz des Unternehmens betonte. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr setzte dm Österreich 852 Millionen Euro um, das sind 6,35 Prozent mehr als im Jahr davor. "Und wir sind wieder Marktführer geworden", freut sich Kühner. Anfang der 2000er-Jahre hatte das Unternehmen die quantitative Marktführerschaft abgegeben – auch weil dm keine Standorte von damals aufgelassenen Handeslketten übernommen hatte. "Es ist nicht so entscheidend, wieviele Filialen man hat, uns waren qualitative Standorte wichtiger – und das hat sich gelohnt."

Zwei neue Filialen sind zuletzt in Österreich dazu gekommen. Dafür – und in die Modernisierung, Vergrößerung und Umsiedlung bestehender Filialen (heute sind es 390) hat dm 35 Millionen Euro investiert. Gewachsen ist auch die Zentrale in Wals-Siezenheim und das Verteilzentrum im oberösterreichischen Enns.

Handelskette zieht es nach Italien

Vor kurzem startete dm – die Handelskette steuert vom Österreich-Sitz in Wals-Siezenheim aus auch seine Aktivitäten in den südosteuropäischen Ländern – den Martkaufbau in Italien. Mit 2018 sollen dort 30 – oder noch mehr – Filialen jährlich entstehen, und zwar in der Region nördlich von Rom bis zur Österreichischen Grenze. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits jetzt, 2017 wird für den Teilkonzern dm Österreich und die südosteuropäischen Länder mit rund 109 Millionen Euro das Jahr mit der höchsten Investitionssumme seiner Geschichte.

Duales Ausbildungssystem fehlt in Südosteuropa

Weil es außerhhalb Deutschlands und Österreichs keine duale Ausbildung gibt, hat dm nun in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Salzburg begonnen, selbst Lehrer auszubidlen, die dann in den südosteuropäischen Ländern die Mitarbeiter ausbilden sollen. In einem Pilotversuch werden derzeit 80 solcher Multiplikatoren ausgebildet. In Österreich selbst bildet dm in den Lehrberufen Drogist – seit heuer auch als Doppellehre Drogist und Pharmazeut – sowie Kosmetiker und Friseur aus. Eine firmeneigene Ausbildung vermittelt Wissen rund um Ernährungstrends wie Veganismus oder glutenfreie Ernährung.

dm will sich online an die Kunden herantasten

Wachsen will dm – das Unternehmen beschäftigt in Österreich 6.593 Mitarbeiter, darunter 90 Prozent Frauen – auch im Online-Handel. Derzeit besuchen rund 20.000 User täglich den Onlineshop – aber hauptsächlich um sich über Produkte zu informieren bzw. das Online-Beratungsangebot zu nützen. "Wenn ein Prozent der Online-Besucher etwas kaufen, dann spricht man im Online-Handel von einer guten Rate. Und die erreichen wir", so Kühner, der betont, dass der Online-Umsatz in etwa jenem Umsatz entspricht, den drei bis vier Filialen erzielen. Er sieht die Zukunft für den Online-Handel in der Ergänzung zu bestehenden Filialen. "Wir arbeiten daran, unser Online-Angebot möglichst sinnvoll mit stationären Geschäften zu verbinden. Produkt-Abonnements sind ebenfalls eine Möglichkeit – letztlich wird aber der Kunde entscheiden, was er möchte. Es ist ein schrittweises Herantasten." Und: Die Frage sei, welches Unternehmen das besser mache, "denn die Märkte an sich wachsen nicht mehr."

In Salzburg erzielte dm mit 432 Mitarbeitern, darunter 63 Lehrlingen und 30 Filialen einen Umsatz von 67 Millionen Euro (plus fünf Prozent).
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