09.10.2014, 15:23 Uhr

„Kasjausn“ und Bauernkrapfen: Integration auf Pongauerisch

Frauen mit Migrationshintergrund wurde im BFI-Kurs nicht nur die deutsche Sprache näher gebracht, sondern auch österreichisches Brauchtum, Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung – und: wie eine zünftige Brettljausn aussehen und vor allem schmecken muss.

„Wieso erfolgreiche Integration nicht einfach vorleben?“, dachte sich der Initiator des Projektes „Deutsch lebendig lernen, Herbert Gottsmann vom AMS Bischofshofen und stellte gemeinsam mit dem BFI Pongau prompt einen alternativen Stundenplan für Frauen mit Migrationshintergrund auf die Beine. Die Idee dahinter war, Frauen mit nicht-deutscher Muttersprache die Teilhabe am gesellschaftlichen (und in späterer Folge auch beruflichen) Leben ermöglichen. Das Projekt wurde im Juli ins Leben gerufen – der Abschluss im Oktober entsprechend gefeiert.

Die Prämisse lautete: Migrantinnen, die den Deutsch-Kurs am BFI besuchen, sollen nicht nur Deutsch lernen, sondern auch die Möglichkeit bekommen, ihr Umfeld bei verschiedenen Ausflügen näher kennen zu lernen. „Das Ziel war eine einfache und unkomplizierte Integration der Frauen in die Gesellschaft. Aufgrund der ungezwungenen Atmosphäre entwickelten sich so schnell Gespräche mit Einheimischen, die wiederum das Deutschlernen spielerisch vorantrieben“, freut sich Sabine Krimplstätter vom BFI Pongau.

Auf dem Programm standen neben Freizeitaktivitäten auch Besichtigungen verschiedener Einrichtungen: „Frau & Arbeit“ (Karolina Altmann), „Forum Familie“ (Andrea Gruber), BIZ, AMS und BH St. Johann. Der Besuch der Stadtbücherei hat sich für die Teilnehmerinnen besonders ausgezahlt: Jede von ihnen erhielt als Geschenk eine Familienjahreskarte! Die interessierten Frauen zögerten nicht lange und so hatten sie am Ende des Tages nicht nur etwas dazu gelernt, sondern sich auch mit jeder Menge Bücher eingedeckt.

Auf dem Programm: Brettljausn und Bauernkrapfen

Was wäre jedoch eine multi-kulturell angehauchte Veranstaltung ohne den dazu gehörigen Bräuchen? Da diese keineswegs fehlen durften, wurde auf den kulinarischen Teil ein besonderes Augenmerk gelegt. Beim gemeinsamen Kochen und Essen tauschte sich die bunt zusammen gewürfelte Gruppe über kulturelle Spezialitäten und Besonderheiten aus.

Auch das Musikalische kam in diesen drei Monaten nicht zu kurz: Beim Stadtkonzert in St. Johann gab’s Musik vom Feinsten während es hingegen bei der Wanderung im Gasteinertal zünftig zuging: Die obligate „Kasjausn“ durfte keinesfalls fehlen, ebenso wenig wie die deftigen Bauernkrapfen.

Kontakt

BFI Pongau
Kasernenstraße 21, 5600 St Johann im Pongau
Tel.: 06412 5392
Mail: st.johann@bfi-sbg.at
www.bfi-sbg.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.