Schwerpunkt Gesundheit
"Eltern bewegt euch mit und vor euren Kindern"

Kinder sollen ihre eigenen Erfahrungen machen, so Physiotherapeut Gernot Schweizer. Und sich so viel wie möglich bewegen, auch schon als Kleinkind.
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  • Kinder sollen ihre eigenen Erfahrungen machen, so Physiotherapeut Gernot Schweizer. Und sich so viel wie möglich bewegen, auch schon als Kleinkind.
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Kinder sollen Erfahrungen selber machen. Erfahren, wie es ist zu stürzen, sagt der Physiotherapeut und Fitnesstrainer Gernot Schweizer aus Salzburg. Sie sollen ihre natürliche Neugierde befriedigen und alles aufsaugen können, was um sie herum geschieht. Bewegung in der Kindheit hat auch einige Auswirkungen auf das spätere Erwachsenenleben.

SALZBURG. Bewegung ist zu einem Fremdwort in der heutigen Gesellschaft geworden – auch bereits vor der aktuellen Coronakrise, in der diese bis auf weiteres eingeschränkt ist. Schon vorher kam bei den Menschen die Sinnhaftigkeit für Bewegung zu kurz, meint Physiotherapeut und Fitnesstrainer Gernot Schweizer, der unter anderem Skistar Marcel Hirscher trainierte und in seinem aktuellen Buch "Bewegung" ausführlich auf dieses Thema eingeht.

"Die Leistung der Kinder spielt heutzutage eine wichtigere Rolle bei den Eltern."

Eltern kann man auch nicht mehr mit der Gesundheit ihrer Kinder abholen, sondern eher nur mehr damit, ob es gute Leistungen bringt. "Folgen sind unter anderem, dass Energie fehlt und die Bewegungsfreude schwindet", so Schweizer, der als ressortübergreifender Koordinator der österreichischen Bundesregierung für Bewegung und Sport fungiert.

Den natürlichen Prozeß nur unterstützen

"Ein gesunder Mensch sollte bei einem normalen Leben und keinen Erkrankungen bis zu seinem 60. Lebensjahr in der Lage sein, zu arbeiten", betont der Fitnesstrainer, der in Salzburg wohnt und seine Praxis betreibt. Und diese Gesundheit baut man bereits in den ersten Lebensjahren auf. Ein Kind soll so frei wie möglich ihre Fähigkeiten wie zum Beispiel das Stehen erlernen.

"Ein Kind sollte stehen, wenn es so weit ist und nicht durch Unterstützungen wie zum Beispiel Laufhilfen"

, betont Schweizer. Für ihn sollen Kindern selbst Erfahrungen machen.

"Es beginnt beim Liegen, dann geht das Kind zum Drehen von Bauch auf Rücken und umgekehrt über, dann kommt es langsam in den Stütz und in den Kniestütz. In der Folge fängt es an zu krabbeln und sich hinzustellen. Das ist der natürliche Prozeß und man sollte das Kind dabei nur unterstützen, wie zum Beispiel beim Gehen, wenn man mit ihm an der Hand geht"

, erklärt der Physiotherapeut.

"Die Neugierde ist der Lern-Hauptfaktor bei Kindern. Diese ist in den Grundlagen verankert", betont Physiotherapeut, Fitnesstrainer und Autor des Buches "Bewegung" Gernot Schweizer.
  • "Die Neugierde ist der Lern-Hauptfaktor bei Kindern. Diese ist in den Grundlagen verankert", betont Physiotherapeut, Fitnesstrainer und Autor des Buches "Bewegung" Gernot Schweizer.
  • Foto: Mirja Geh/Schweizer
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Neugierde ist der Lern-Hauptfaktor

Es ist auch völlig in Ordnung, wenn Kinder auf einen Baum kraxeln, auf ein Klettergerüst oder beim Laufen einmal stürzen, denn dadurch erlernen sie die Höhe- und Distanzverhältnisse kennen und Sturz- sowie Schutzmechanismen greifen. "Je eher man diese Erfahrungen macht, desto besser sind diese Dinge verankert", erklärt der 53-Jährige und fügt weiter an:

"Die Neugierde ist der Lern-Hauptfaktor bei Kindern. Diese ist in den Grundlagen verankert."

Deshalb sollte man die Sprösslinge auch immer so tragen, dass sie die Umgebung wahrnehmen können und sie auch in der Wohnung spielen und sich bewegen lassen. Der Experte betont aber auch, dass man als Elternteil immer die Gefahr auch abschätzen muss und mit Menschenverstand dabei agiert. Ein gutes Beispiel für alles ist, wenn man seinem Kind eine Zitrone in die Hand gibt. Zwei Dinge lernt es dabei – zum Einen wie eine Zitrone sich anfühlt und zum anderen wie eine schmeckt, den irgendwann wird es die Frucht in den Mund nehmen.

Kinder sollen ihre eigenen Erfahrungen machen, so Physiotherapeut Gernot Schweizer. Und sich so viel wie möglich bewegen, auch schon als Kleinkind.
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Die Bewegung vorleben, auch in Zeiten des Coronavirus

Schweizer appelliert an die Eltern:

"Bewegt euch mit euren Kleinkindern und vor ihnen. Zeigt ihnen, dass es eine andere Bewegung gibt als die in den ganzen Videospielen."

Doch mit Social Media und allem anderen bleibt heutzutage kein Platz mehr für Bewegung. "Wichtig ist, dass Eltern Bewegungsfreude vermitteln. Auch jetzt in der Coronazeit. Am besten ist, mit den Kindern Ideen für Bewegung in der Wohnung zu entwickeln", so der Fitnesstrainer, der während des Gespräches begeistert war von den Kindern seiner Nachbarsfamilie, die in ihrem Garten spielten und sich bewegten.

Kinder sollen ihre eigenen Erfahrungen machen, so Physiotherapeut Gernot Schweizer. Und sich so viel wie möglich bewegen, auch schon als Kleinkind.
"Die Neugierde ist der Lern-Hauptfaktor bei Kindern. Diese ist in den Grundlagen verankert", betont Physiotherapeut, Fitnesstrainer und Autor des Buches "Bewegung" Gernot Schweizer.

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Autor:

Daniel Schrofner aus Salzburg-Stadt

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