Engagement für unsere Sicherheit
Die Polizistin: Anna Susanne Paar

Susanne Paar ist eine Sportschützin mit zahlreichen Auszeichnungen.
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Für Susanne Paar ihr Beruf als Polizistin eine Berufung. Die Flüchtlingswelle aus 2015 war für sie ein Schlüsselmoment in ihrem Leben.

SALZBURG. Seit 2016 ist Susanne Paar im Polizeidienst. Zuvor hatte sie Marketing in Kufstein studiert und war auch im Marketing beruflich erfolgreich. Mit 34 Jahren hat sie beschlossen, ihr Leben in eine neue Richtung zu lenken.

„Es waren elf sehr schöne Jahre im Marketing. Drei davon in Wien in einem Kosmetikunternehmen in leitender Funktion. Mir ist in dieser Zeit nichts abgegangen. Als Frau konnte man sich eigentlich nichts Besseres wünschen. Und dann kam das Jahr 2015 mit der Flüchtlingswelle. In dieser Zeit habe ich mein Tun hinterfragt. So interessant mein Job auch war – er war nicht erfüllend. – Um es ganz plump auszudrücken: Es ging nur darum, wie man den Leuten am besten das Geld aus der Tasche zieht. Das ist eigentlich das, was das Marketing ist, wenn man es auf die Basics herunterbricht. – Mit 34 Jahren ist man noch in einem Alter, wo man seinem Leben noch einmal eine neue Richtung geben kann.“

Abschlussklasse der Polizeischule mit Susanne Paar

Für die Salzburgerin, die damals in einer Sinnkrise steckte, gab es einen Schlüsselmoment, der ihre weitere berufliche Laufbahn beeinflussen sollte.

Flüchtlingswelle als Schlüsselerlebnis

Mit ruhigen, sachlichen Worten schildert sie, wie sie die Flüchtlingssituation an der Grenze zu Freilassing in jenen Sommertagen des Jahres 2015 erlebt hat:

„Ich habe die Menschen an der Grenze in Salzburg hautnah mitbekommen. Damals führte meine Laufstrecke an der Saalachbrücke direkt bei dem improvisierten Flüchtlingslager vorbei. Ich habe mitbekommen wie es den Menschen dort geht bzw. wie es an der Grenze abläuft. Und dann fahre ich zurück nach Wien, sitze in einem Meeting und frage mich, was ich hier mache. Da ist es nicht annähernd darum gegangen, was wichtig ist. Da wurde mir klar, dass ich einen Beruf haben will, der am Puls der Zeit ist. Dass man dort ist, wo man im Brennpunkt des Geschehens ist. – Die Saalachbrücke war damals so ein Brennpunkt. Gleichzeitig war im Jahr 2016 die erste größere Aufnahmewelle bei der Polizei. In jenem Jahr fielen auch die Alters- und Größenbeschränkungen.“

Anna-Susanne Paar: Mit Leib und Seele Polizeibeamtin

Von der Idee zur Umsetzung war es dann nur noch ein organisatorischer Schritt, der sich aber über mehrere Monate der Aufnahmeprüfung hinzog. Gleichzeitig war im Jahr 2016 die erste größere Aufnahmewelle bei der Polizei. In jenem Jahr fielen auch die Alters- und Größenbeschränkungen. 

Susanne Paar: "Die Waffe ist ein Werkzeug, mit dem sehr sorgsam umgegangen werden muß."
  • Susanne Paar: "Die Waffe ist ein Werkzeug, mit dem sehr sorgsam umgegangen werden muß."
  • Foto: Martin Schöndorfer
  • hochgeladen von Martin Schöndorfer stadtNAH

Bandbreite mit Herausforderungen

Der Schritt von einem gut bezahlten Leitungsjob zum Beamtengehalt war für Susanne Paar kein Problem, da sie in ihrem neuen Beruf eine Berufung sieht. Einige Überzeugungsarbeit musste sie im familiären Umfeld leisten.

„Ich bin heute ganz klassisch im Streifendienst. Es ist interessant, wenn einen die Leute darauf anreden und sagen: Du hast doch studiert. Mein Vater war völlig entsetzt. Ich verstehe diese Reaktionen, sie sind nachvollziehbar. Es ist beruflich nicht nur eine Wende um 90, sondern um 180 Grad. Ich muss gestehen, es ist nicht immer einfach. Im Polizeidienst gibt es eine sehr starke hierarchische Struktur, an die man sich erst gewöhnen muss. Hinzu kommt, dass das biologische Alter mit seinen Lebenserfahrungen nichts mit dem Dienstalter zu tun hat. Kollegen, die um 18 Jahre jünger sind und zur selben Zeit angefangen haben, sind im selben Dienstalter und haben denselben Rang. Da hilft die Lebenserfahrung überhaupt nicht.“

Beim Wettkampf: Die Landessportreferentin für Großkalibrige Faustfäuerwaffen ist ... Meisterin
  • Beim Wettkampf: Die Landessportreferentin für Großkalibrige Faustfäuerwaffen ist ... Meisterin
  • Foto: Anna-Susanne Paar
  • hochgeladen von Martin Schöndorfer stadtNAH

Und dennoch ist ein wichtiger Motivationsgrund für die gebürtige Salzburgerin der unmittelbare Kontakt zu Menschen in teilweise sehr extremen Situationen, wo diese auf Hilfe angewiesen sind.

„Ich rede hier nicht von irgendwelchen Raufereien, das ist nur ein Aspekt. Hier geht es mir um die Grundthematik, warum es uns Polizisten gibt. Wir werden gerufen, weil jemand Hilfe braucht. Dazu gehören dann so banale Dinge wie: „Meine Geldtasche ist gestohlen worden“ bzw. auch ernstere Sachen, dass z.B. jemand als abgängig gemeldet wird oder dass man eine Wohnung betritt, ohne zu wissen, was auf einen zukommt. Die Bandbreite ist sehr weit gefächert und man wird gefordert.“

Sportschützin

Für sie ist es diese Herausforderung, die den Beruf einer Polizistin so verlockend macht.

Auf die Frage, wie ihr nächster Karriereschritt aussehe, muss Susanne Paar leicht lächeln: „Ich werde Mutter.“

"Mein nächster Karriereschritt? Ich werde Mutter", Susanne Paar.

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