Weihnachtsbrauchtum
Bei uns kommt das Christkind

Das Christuskind in der Volkskultur als Gabenbringer zur Weihnachtszeit.
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Bei uns kommt das Christkind. Das Engelgleiche Wesen hat nicht wirklich etwas mit dem Christuskind zu tun. Es symbolisiert mehr das Christuskind als Gabenbringer. 

SALZBURG. Es läutet ein Glöckchen und die Kinder dürfen das Wohnzimmer betreten. Da steht dann der Christbaum, der seinen besonderen Zauber ausstrahlt. Darunter hat das Christkind die Geschenke unter die Zweige gelegt.

Christkind kontra Weihnachtsmann

In den letzten Jahren ist eine Debatte darüber entbrannt, ob zu uns das Christkind kommt oder der aus einer Werbung stammende Weihnachtsmann, der ursprünglich auf den türkischstämmigen Bischof Nikolaus von Myra aus dem 4. Jahrhundert zurückgeht.

Die Antwort kommt regional und zugleich konfessionell daher: Während in Nord- und Ostdeutschland und Teilen der Schweiz der Weihnachtsmann die Nase vorne hat, ist es im katholischen Süden Deutschlands, in der Zentralschweiz und in Österreich das Christkind.

Das Christkind wird gern als blondgelocktes, mädchenhaftes Wesen mit weißem Kleid und gelegentlich mit Flügeln und Heiligenschein dargestellt, das Geschenke auf mysteriöse Weise unter den Christbaum zaubert. Die Vorlage für den Weihnachtsmann ist der Bischof von Myra, der Geschenke an Kinder austeilte. Der Bischof wurde in Folge heiliggesprochen.

Dass der Nikolaus die Kinder besucht und sie beschenkt, gehört heute fix zum Brauchtum um den Heiligen. Im Zuge der Reformation wurde die Heiligenverehrung von den Protestantenabgelehnt. Nach unterschiedlichen Quellen war es Martin Luther selbst, der den Nikolausbrauch ablehnte und ihn als „kindisch ding“ bezeichnete.

Geschenke für Kinder und Arme

Gegen die Verteilung von Geschenken dürfte er nichts gehabt haben, da bereits zu Lebzeiten des Reformators im 16. Jahrhundert der Nikolaus durch den „Heiligen Geist“ ersetzt wurde. Das Ziel war es, die Geburt Christi in den Fokus der Feierlichkeiten zu rücken und sich im Brauchtum wiederzufinden. Das Beschenken von Kindern und Armen sowie von Mitarbeitern und Dienstboten gehörte unabhängig davon zur christlichen Kultur jener Zeit.

Josef, Christuskind und Maria mit einem Lamm

Aus dem menschlich anmutenden Christuskind in der Krippe wurde in der Volkskultur ein engelsgleiches Wesen. Waren es anfangs nur die Protestanten, die diesem Brauchtum folgten, verbreitete sich das Christkind auch in katholischen Gebieten und löste dort den Nikolaus als Gschenkebringer fast vollständig ab.


"Comeback" als säkularisierter Weihnachtsmann

Man könnte fast sagen, dass der Nikolaus als „Sinterklaas“ mit niederländischen Auswanderern in die neue Welt auswanderte. Als ein US-Limonadenhersteller 1931 zu Werbezwecken einen rundlichen freundlichen „Santa Claus“ zeichnen ließ, war die bildliche Darstellung des Weihnachtsmannes geboren.

Diese säkularisierte Figur brachte von nun an die Geschenke. Bereits im 19. Jahrhundert kehrte der Weihnachtsmann „nach Europa zurück“, wo er in den protestantischen Gegenden immer mehr das Christkind ersetzte.

Nicht so in den katholischen Regionen: Hier kommt immer noch das Christkind.

Vom Sinterclaas zum Santa Claus: der Weihnachtsmann erlebt vor allem in protestantischen Gebieten sein "Comeback" als Gabenbringer


Zum Beitrag "Die Weihnachtsschichte vom Christbaum"
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