Coronavirus in Salzburg
"Es ist eine humanitär Verpflichtung uns gegenseitig zu helfen"

Primar Stephan Hruby, Tauernklinikum Zell am See
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Das sagen drei Salzburger Ärzte zur aktuellen Covid-Situation in Salzburg. 

SALZBURG. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es eine humanitär Verpflichtung uns in Europa gegenseitig weiterzuhelfen. Wir haben aktuell die Möglichkeit, drei schwer an Covid-19 erkrankte Personen aus Frankreich bei uns aufzunehmen, ohne, dass ein Patient bei uns benachteiligt werden würde. Daher tun wir das auch", sagt Richard Greil, der Leiter des Covid-19 Krisenstabs, Uniklinikum Salzburg in der heutigen Pressekonferenz. Das Ansuchen auf Unterstützung sei von Bundeskanzler Sebastian Kurz heute an Landeshauptmann Wilfried Haslauer herangetragen worden. Die ersten Patienten sollen heute bereits um 17 Uhr in Salzburg angekommen sein. 

Infektionstransport zweier Patienten aus Frankreich nach Salzburg.
  • Infektionstransport zweier Patienten aus Frankreich nach Salzburg.
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Drei Salzburger Ärzte und Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl sprachen heute im Livestream und in einer anschließenden Videokonferenz über die Covid-19-Maßnahmen der Salzburger Spitäler und Versorgung der südlichen Landesteile.

Primar Richard Greil, Leiter Covid-19 Krisenstab, Uniklinikum Salzburg.
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Erster Covid-Monat liegt hinter uns  

"Wir haben ein Monat Covid-Pandemie hinter uns. Wir haben Tag und Nacht gearbeitet, um uns auf den großen Run vorzubereiten. Die Anzahl an Infizierten steigt noch relativ stark an. Daher ist es umso wichtiger, gut gerüstet zu sein", sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

"Weit über tausend Betten sind bereitgestellt"

"Wir haben in den letzten Wochen nicht nur in den Krankenhäusern Betten für Corona-erkrankte Menschen eingerichtet, sondern auch Möglichkeiten für zusätzliche Betten geschaffen. In den Krankenhäuser sind es knapp 400 Betten und 141 Intensivbetten, sowie zusätzliche 1.000 Betten, die jederzeit in Betrieb gehen könnten", berichtet Stöckl. Die genaue Aufteilung finden Sie >>HIER<<

"Im Vergleich zu anderen Bundesländern kann ich behaupten, dass Salzburg gut dasteht. Andere Bundesländer nehmen uns als Vorbild z.B. bei unserem Umgang mit dem Messenzentrum, oder bei den Testungen, die bei uns vom Rote Kreuz vorgenommen werden."
Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl

Umstrukturierungen im Klinikum Schwarzach

Auch in den Bezirken ist man vorbereitet. Im Kardinal Schwarzenberg Klinik in Schwarzach (KSK) habe man eine Umstrukturierung vorgenommen, beschreibt Andreas Valentin, der ärztliche Direktor: "Die Situation ist außergewöhnlich. Wir haben uns vorbereitet und das Haus umstrukturiert. Bereits im Eingangsbereich werden die Patienten nach Symptomen getrennt/in Gruppen geteilt. Patienten mit Symptomen werden getestet. Auch eine gewissen Abschottung und Teambildung im Haus war notwendig. Das Teamsplitting, das wir in Schwarzach sehr früh eingeführt haben, hat sich sehr gut bewährt. Wir hatten bereits über 200 Mitarbeiter in Quarantäne (2/3 davon waren Reiserückkehr aus Krisengebieten), aber durch das Splitting war kein Quarantäne von Stationen notwendig." 

Primar Andreas Valentin, Ärztlicher Direktor KSK Schwarzach
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Zell am See – Krankenhaus mitten im Quarantänegebiet 

Eine spezielle Situation ergibt sich für das Tauernklinikum Zell am See, denn seit heute 00.00 Uhr steht der gesamte Ort unter Quarantäne. "Das hat aber keinerlei Auswirkung auf das Krankenhaus", sagt Primar Stephan Hruby vom Tauernklinikum Zell am See. "Auch wir teilen die Patienten gleich im Eingangsbereich auf. Covid-Patienten werden von uns aktuell nach Salzburg transportiert. Wenn unser Krankenhaus Patienten aufnehmen muss, können in einer Stunde 100 Betten bereitgestellt werden", so Hruby. Für mittelschwere Fälle wolle man Erweiterungsquartiere anbieten. Hier sei man bereits in Verhandlungen. 

"Auch nicht-coronainfizierte Patienten werden bestens versorgt"

Beide Krankenhäuser stellen klar: "Auch Patienten ohne Corona-Befund können nach wie vor bestens bei uns versorgt werden." Verschiebungen von Operationen und nicht akut notwendigen Untersuchungen seinen aber notwendig und auch schon durchgeführt worden.

Personal für möglichen "Covid-Einsatz" geschult 

Den Grund für abgesagte OPs und verschobene Untersuchungen erklärt Richard Greil, der Leiter des Covid-19 Krisenstabs am Uniklinikum Salzburg: "Wir haben mit diesen Absagen und Verschiebungen Personal (Ärzte, Pfleger) für Schulungen freigespielt, damit sie auch z.B. im intensivmedizinischen Bereich bei Bedarf eingesetzt werden können. Diese Schulungen haben bereits stattgefunden." 

Schüler, Studenten und niedergelassene Ärzte helfen mit

Außerdem habe man sämtliche höhersemestrige Schüler/Studenten aus Krankenpflegeschulen und aus dem medizinischen Bereich ins Praktikum geholt, um genügend Personal bereitstellen zu können. "Dasselbe passiert aus dem niedergelassen Bereich", sagt LH-Stv. Christian Stöckl. "70 Mediziner haben sich z.B. gemeldet, um bei den Gesundheitsämtern mitzuhelfen." 

HIER können Sie das Pressegespräch nachsehen (Quelle: Landesmedienzentrum):

Mit Schutzmasken muss hausgehaltet werden

Auch mit der Schutzausrüstung komme man in Bezirken aktuell noch zurande. Dennoch müssen man gut haushalten. "Wir müssen die Standards der Versorgung an das anpassen, was wir an Schutzausrüstung haben. Wir müssen täglich planen. Wir haben heute 200 Kontaktpersonen und Lieferanten angesprochen, keiner von ihnen konnte liefern. Die Lage ist also schwierig", so Greil. Die "Art" der Masken werden aktuell je nach Höhe des Risikos einer Ansteckung benutzt. "Wir stellen also immer die Frage: Wie nahe kommt der Arzt dem Patienten und wie hoch ist das Risiko sich anzustecken. Wir halten die Standards ein."  

"Wir sind nicht nur für die Salzburger gerüstet, sondern wir rechnen auch mit Patienten aus den angrenzende Bundesländern sowie aus Bayern, die bei Akutfällen zu uns kommen. Wir rechnen mit einem Einzugsgebiet von 700.000 Menschen."
Richard Greil, Leiter Covid-19 Krisenstab

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