Schneechaos
Nach zwei Wochen im Ausnahmezustand

<f>LH Wilfried Haslauer</f> (7.v.l.) und Einsatzleiter Markus Kurcz (li. hinter LH) mit Schlüsselpersonen des Landeseinsatzstabes.
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  • <f>LH Wilfried Haslauer</f> (7.v.l.) und Einsatzleiter Markus Kurcz (li. hinter LH) mit Schlüsselpersonen des Landeseinsatzstabes.
  • Foto: LMZ/Neumayr
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Hundertjähriges Schnee-Ereignis ruft tausende Helfer in allen Bezirken auf den Plan.

SALZBURG. Drei Tote, 44 Verletzte, 53.800 „eingeschneite“ Personen, insgesamt 29 gesperrte hochrangige Straßen, 26 eingeschneite Orte und Ortsteile sowie 2.800 Haushalte zeitgleich ohne Strom – das ist die Bilanz der zweiwöchigen Wetterextreme zwischen 3. und 16. Jänner 2018.

"Situation sehr gut bewältigt“

Nach genau zwei Wochen mit intensiven Schnee- und Regenfällen sowie zeitweise orkanartigen Stürmen hat sich die Lage im Land Salzburg normalisiert und auch die Rettungs-, Hilfs- und Einsatzorganisationen, die Lawinenwarnkommissionen und die Behörden des Landes können wieder durchatmen. Sie alle waren unter der Führung des Landeseinsatzstabes seit Beginn der angespannten Schneesituation durchgehend im Einsatz. „Die Situation wurde sehr gut bewältigt“, resümierte Landeshauptmann Wilfried Haslauer und bedankt sich für den „intensiven Einsatz in diesen intensiven 14 Tagen“.

Rekorde erreicht

Die erste Jännerhälfte 2019 hat schneemäßig Rekorde erreicht. „Die Neuschneesummen innerhalb von 15 Tagen liegen bei vielen Messstationen zwischen 250 bis über 300 Zentimeter. Das kommt statistisch gesehen nur alle 100 Jahre vor“, beschreibt Meteorologe Bernhard Niedermoser das außergewöhnliche Ereignis. Den Höchststand im Tal seit Beginn der Aufzeichnungen erreichten zwischen 1. und 15. Jänner Abtenau mit 240 Zentimetern und Lofer mit 263 Zentimetern Neuschnee.

Im Dauereinsatz

Mit diesen Rekorden mussten neben Privatpersonen vor allem die Einsatzkräfte umgehen. Das Land Salzburg hat eine Auflistung der geleisteten Hilfe vorgenommen: 700 ehrenamtliche Mitglieder der Lawinenwarnkommission haben 20.000 freiwillige Stunden geleistet. Ihre Auskünfte bildeten die Grundlage für Entscheidungen, ob Straßen gesperrt werden, Gebäude sicher sind oder Siedlungsteile in Gefahr schweben. Sicher haben sie viel Unfälle verhindert. Danke dafür!

250 Soldaten täglich im Einsatz

Täglich waren 250 Soldaten des Bundesheeres in 19 Salzburger Orten im Einsatz. Die geleisteten 21.000 Stunden wurden vor allem zum Abschaufeln von Dächern und einer Lawinensprengung genutzt. Danke dafür!

5.402 Feuerwehrler im Einsatz

Sie waren für uns alle wohl am präsentesten – die Feuerwehrmänner und -frauen. 975 Einsätze absolvierten 5.402 Freiwillige in den Bezirken. Die wichtigsten Einsatzgebiete waren: Flachgau (2.168 Einsätze), Tennengau (1.105 Einsätze), Pongau (912 Einsätze) und Pinzgau (882 Einsätze); Weiters kam es zu 22 Einsätzen im Lungau und 48 Einsätzen in der Stadt Salzburg. Die Hauptaufgabe der Feuerwehren war es vor allem umgestürzte Bäume von Häusern, Straßen und Strommasten zu entfernen, Auspumparbeiten vorzunehmen, Fahrzeuge zu bergen, Dächer abzuschöpfen und Geräte bereitzustellen. Danke dafür!

Rettungskette blieb aufrecht

Wenn Straßen gesperrt, Orte abgeschnitten und Siedlungen ohne Strom sind, ist es besonders schwer, sich um alte und kranke Menschen zu kümmern. Das Rote Kreuz betreute dennoch 364 Personen im Land. 44 Erste-Hilfe-Leistungen und 20 Transporte wurden durchgeführt. Die Patienten wurden über Notwege transportiert. Danke dafür!

Verkehr hielt Polizei in Atem

40 Polizeibeamten ergänzten pro Tag zusätzlich zum Regeldienst die Inspektionen in den Bezirken. Vor allem im Verkehrsbereich gab es für die Polizisten viel zu tun. Die Einsatzstunden waren Mitte Jänner bereits doppelt so hoch, wie die Stunden im gesamten Jänner 2018. Danke dafür!

Bergrettung wagte sich hinauf

Wo sich niemand mehr hinaufwagt, dort hin machten sich die Bergretter auf den Weg. Bei 46 Einsätzen halfen 431 Mann aus 54 Ortsstellen Hilfesuchenden am Berg. Sie stiegen zum Beispiel zu eingeschneiten Hüttenwirten auf und versorgten diese mit dem Nötigsten. Danke dafür!

Höhlen- und Wasserretter

Auch Höhlenretter und Wasserretter waren freiwillig im Einsatz. Sie halfen bei Schnee- und Dachräumungen, leisteten Nachbarschaftshilfe auch im angrenzenden Bayern und führten Bergungen durch. Danke dafür!

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Das Schnee-Ereignis in Zahlen

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