Steinschlag Eisriesenwelt
Opfer war Mitglied einer 24-köpfigen Gruppe

Steinschlag Eingangsbereich Eisriesenwelt am 12. Juli 2020 in Werfen.
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  • Steinschlag Eingangsbereich Eisriesenwelt am 12. Juli 2020 in Werfen.
  • Foto: Land Salzburg/Gerald Valentin
  • hochgeladen von Julia Hettegger

Ein Steinschlag vor der Eisriesenwelt in Werfen fordert ein Todesopfer und eine verletzte Person. Ein zwei Kubikmeter großer Brocken löste sich wahrscheinlich 400 Meter oberhalb des Zustiegsweges. Die Behörde empfahl den Weg zu sperren und die Schutzmaßnahmen zu evaluieren. 

Update: 13. Juli: Die Polizei Salzburg bestätigt: Bei der tödlich verunglückten Person handelt es sich um einen Jugendlichen aus dem Irak. Der Gesteinsbrocken traf ihn am Oberkörper und verletzet ihn derart schwer, sodass er noch an der Unfallstelle verstarb. Trotz Reanimation durch die sofort anwesenden Höhlenführer und im Anschluss durch das Notarztteam des Rettungshubschraubers "Alpin 6" konnte der Junge nicht mehr gerettet werden. Der 14-jährige irakische Junge war Mitglied einer 24-köpfigen Gruppe aus dem Flachgau. Die Angehörigen des Opfers sowie die Teilnehmer dieser Gruppe wurden im Anschluss vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes versorgt. 

Pongauer am Bein verletzt

Bei dem zweiten Verletzten handelt es sich um einen 19-jährige Pongauer, der leichtere Verletzungen am Bein erlitt. Er wurde nach der Erstversorgung durch den Notarzt mit dem Rettungshubschrauber "Martin1" ins Klinikum Schwarzach geflogen.

Beide Jugendliche in Begleitung ihrer Eltern

Nach dem Abtransport des Verletzten und des Verstorbenen wurden die ca. 300 Personen gesichert durch Alpinpolizei und Feuerwehr in Kleingruppen aus dem Gefahrenbereich gebracht.
Im Zuge der polizeilichen Erhebungen wurde die Alpinpolizei von einem Landesgeologen unterstützt, dieser konnte im Zuge eines Erhebungsfluges mit dem Polizeihubschrauber "Libelle" die Ausbruchsstelle des Felsblockes auf einer Seehöhe von ca. 2.000 Metern feststellen. "Die Einsatzorganisationen waren zum Glück rasch vor Ort und konnten die Besucher versorgen und evakuieren", hat Werfens Bürgermeister Hubert Stock das Unglück am Rande verfolgt.  

Betreiber muss ein Konzept vorlegen 

„Ich habe der Behörde empfohlen, den Weg vorerst zu sperren und die Schutzmaßnahmen zu evaluieren. Erst dann wird man weiter entscheiden können“, sagt Gerald Valentin vom Landesgeologischen Dienst. „Das haben wir sofort veranlasst. Der Betreiber muss ein Konzept vorlegen, wie die Sicherheit weiter verbessert werden kann“, ergänzt Norbert Paßrucker, Katastrophenschutzreferent im Pongau.

Auch "Hochkogel Steig" gesperrt

Der Wanderweg von der Bergstation der Gondelbahn / Dr. Ödlhaus hinauf zum Eingang der Höhle ist bis auf weiteres behördlich gesperrt, darunter betroffen ist auch der sogenannten "Hochkogel Steig" hinauf aufs Tennengebirge.

Stock: "Ausfall der Eisriesenwelt ist schmerzhaft, aber nicht unverkraftbar"

Mit etwa 150.000 jährlichen Besuchern zählt die Eisriesenwelt zu den beliebtesten Ausflugszielen im Innergebirg. Wie lange sie gesperrt bleibt, wird von der Einschätzung des Landesgeologen abhängen. "Auf der Eisriesenwelt geht man von mindestens 14 Tagen aus", ist Stock informiert. Für die Gemeinde selbst sei ein möglicher längerer Ausfall der Eisriesenwelt zwar schmerzhaft, aber nicht unverkraftbar: "Die Besucher sind großteils Tagesgäste und nächtigen daher meist nicht im Ort. Für uns bleibt die Hoffnung, dass viele Tagesgäste auf die Burg Hohenwerfen ausweichen." An möglicherweise notwendigen Sicherungs- und Sanierungsarbeiten sei die Gemeinde nicht beteiligt, diese würden die Betreiber der Eisriesenwelt übernehmen.

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12. Juli 
WERFEN. Das Landesmedienzentrum vermeldet: Nach dem tragischen Unfall mit einem Todesopfer und einem Verletzten am Sonntag (12. Juli) vor der Eisriesenwelt in Werfen hat der Landesgeologische Dienst die Ursache erhoben. „Zirka 400 Meter oberhalb der Unglücksstelle hat sich ein Brocken mit zirka zwei Kubikmetern gelöst. Ursache dafür waren die schweren Regenfälle am Samstag“, erklärt Gerald Valentin vom Landesgeologischen Dienst.

"Regen machte Erdreich rutschig"

„Dieser Brocken lag auf einer mit Erde gefüllten Kluft. Der viele Regen gestern machte das Erdreich rutschig, dazu kam Wasserdruck und erst heute am Sonntag löste sich am Vormittag der Block. Er stürze die 400 Meter in die Tiefe, zerbarst in viele bis zu 25 Kilogramm schwere Teile und schlug auf der Schutzgalerie auf, einzelne Teile auch daneben“, erklärt Gerald Valentin. Dort befanden sich zu dem Zeitpunkt nach ersten Informationen vier Personen.

Alpinpolizei ermittelt

Zwei Personen wurden von den Brocken getroffen, eine davon getötet und eine Person verletzt. Der genaue Unfallhergang wird noch von der Alpinpolizei ermittelt. Die Personen, die sich noch in der Höhle befanden wurden von Feuerwehr und Bergrettung evakuiert und sicher zu Tal gebracht. 
Am Einsatz beteiligt waren:

  • Rotes Kreuz,
  • Bergrettung, 
  • Feuerwehr, 
  • Polizei, 
  • drei Rettungshubschrauber 
  • ein BMI-Hubschrauber 
  • Kriseninterventionsteam

Um 17:00 Uhr konnte der Einsatz beendet werden. 

Zugang vorerst gesperrt, Schutzmaßnahmen werden evaluiert

„Ich habe der Behörde empfohlen, den Weg vorerst zu sperren und die Schutzmaßnahmen zu evaluieren. Erst dann wird man weiter entscheiden können“, so Valentin. „Das haben wir sofort veranlasst. Der Betreiber muss ein Konzept vorlegen, wie die Sicherheit weiter verbessert werden kann“, erklärt Norbert Paßrucker, Katastrophenschutzreferent im Pongau. "Besucher der Eisriesenwelt wissen, dass man zuerst mit einer Seilbahn und dann über einen gut ausgebauten Weg zum Eingang der Höhle gelangt. Dieser Weg ist teilweise mit Steinschlaggalerien gesichert."

Über die Eisriesenwelt: Rund 150.000 Besucher jährlich

Die Eisriesenwelt ist ein Höhlensystem im Tennengebirge. Die Eisriesenwelt gilt mit einer Gesamtlänge von 42 Kilometern als die größte Eishöhle der Welt. Entdeckt wurde sie 1879 durch den Salzburger Naturforscher Anton von Posselt-Czorich. Heute ist die Höhle eines der beliebtesten  Ausflugsziel im Innergebirg. Die Seilbahn bringt bis zu 2.500 Gäste pro Tag bis in die Nähe des Höhleneingangs. Im Jahr sind es etwa 150.000 Besucher.

Steinschlag Eingangsbereich Eisriesenwelt am 12. Juli 2020 in Werfen.
Zugang zur Eisriesenwelt in Werfen, Steinschlaggalerie zum Eingang. (Archivbild)

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