Aktuelle Salzburger Drogenbericht 2017
Sucht ist Männersache

Franz Schabus-Eder, Suchtkoordinator des Landes, präsentierte mit den beiden Landeshauptmann-Stellvertretern Christian Stöckl und Heinrich Schellhorn  den Sucht-Bericht 2017. Aus dem hervorgeht, dass um sieben Prozent mehr Menschen zur Drogenberatung gehen als noch 2016.
  • Franz Schabus-Eder, Suchtkoordinator des Landes, präsentierte mit den beiden Landeshauptmann-Stellvertretern Christian Stöckl und Heinrich Schellhorn den Sucht-Bericht 2017. Aus dem hervorgeht, dass um sieben Prozent mehr Menschen zur Drogenberatung gehen als noch 2016.
  • Foto: Land Salzburg
  • hochgeladen von Daniel Schrofner

Aus dem aktuellen Drogenbericht 2017 des Landes Salzburg geht eindeutig hervor, dass die Sucht zum Großteil eine Problem von Männern ist. Fast das Dreifache der Personen, die zur Alkoholberatung gehen, sind männlich.  Die Hilfe für suchtkranke Menschen wird ausgebaut.

SALZBURG. "Die Sucht ist zum Großteil Männersache", betont Heinrich Schellhorn, der Landeshauptmann-Stellvertreter und Sozialreferent Salzburgs. Die Zahlen bestätigen diese Aussage – denn zur Alkoholberatung, die zum überwiegenden Teil durch den Psychosozialen Dienst des Landes (PSD) erfolgt, sind im Vorjahr 638 Männer gegangen und 276 Frauen. Davon entfallen fast 60 Prozent auf Personen, die über 40 Jahre alt sind.
Bei der Drogenberatung waren es 447 Männer und 128 Frauen – eine Steigerung zu 2016 um sieben Prozent. Die meisten Personen, die die Beratung in Anspruch nehmen, sind überwiegend Jugendliche oder junge Erwachsene (insgesamt 41 Prozent bis 24 Jahre).
In stationärer Alkoholtherapie befanden sich sich 125 Männer und 51 Frauen und in stationärer Drogentherapie 48 Männer und elf Frauen. Noch höher ist der Männeranteil in der Substitutionstherapie, nämlich bei fast 75 Prozent.

Cannabis und Opioide Problemdrogen

Als Problemdroge Nummer Eins wird Cannabis (65 Prozent) genannt, gefolgt von Opioide (37 Prozent) und Stimulantien (32 Prozent). Kokain folgt mit 31 Prozent. Bei den beiden Letztgenannten ist eine leichte Zunahme zu erkennen und Cannabis ist vor allem ein Problem bei jüngeren Leuten.

Beratungsstellen haben eine hohe Akzeptanz

Der fünfte Suchtbericht für das Jahr 2017 zeigt eine weitgehend stabile Situation der Suchtproblematik im Land Salzburg. "Die Zahlen zeigen, dass die Beratungsstellen des Landes eine hohe Bekanntheit sowie Akzeptanz in der Bevölkerung haben und dadurch auch viel zu Prävention und Frühintervention beitragen", ist vor allem die Prävention ein wichtiger Punkt für Schellhorn. "Der Fokus muss verstärkt auf junge Burschen gelegt werden." Christian Stöckl, Landeshauptmann-Stellvertreter und Gesundheitsreferent bestätigt dies: "Kinder und Jugendliche müssen sich suchtfrei entwickeln können."

Substitution wichtigste Behandlungsschiene

Die Zahl der in der Substitutionstherapie behandelten Patienten – jene, die "Ersatzmedikamente" nehmen – nimmt über die Jahre stetig zu. Von 496 (2013) über 514 (2015) auf 552 im Vorjahr. Ebenfalls stieg die durchschnittliche Behandlungsdauer auf 74 Monate und die Patienten werden immer älter. Der Anteil der über 40-Jährigen stieg von 34 auf 42 Prozent. "Die Therapie sicher das Überleben, beseitigt den Beschaffungsstress und holt die Menschen aus der Illegalität", erklärt Franz Schabus-Eder, Suchtkoordinator des Landes im Referat Psychosozialer Dienst.

Hilfe wird ausgebaut

Die Einrichtung von suchttherapeutischen Zentren für die Versorgungsregionen Salzburg Nord und Süd ist geplant. Geplant ist ein Angebot einer substanzübergreifende sowie eine ambulante und in der Stadt Salzburg auch stationäre Suchtberatung. Auf dem derzeitigen Parkplatz der Christian-Doppler-Klinik soll der Neubau errichtet werden. Es geht nur mehr um die Finanzierung des Projektes und Stöckl glaubt an eine Fertigstellung bis Ende 2021.

Autor:

Daniel Schrofner aus Salzburg-Stadt

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