Dritte Spur am Walserberg wird nicht bis zum Sommer kommen

Statt der dritten Spur am Walserberg gibt es fünf Maßnahmen, um die Verkehrssituation im Sommer auch für die Anrainer zu verbessern.
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Alternativlösungen statt dritter Spur am Walserberg. EU-weite Ausschreibung und kompliziertes Vergabeverfahren seien für den Bau notwendig, was zur langen Dauer bei der Vergabe führe.

SALZBURG. Zeigte sich Verkehrslandesrat Stefan Schnöll beim Interview vor zwei Wochen noch zuversichtlich, dass die dritte Spur bei den Grenze am Walserberg noch vor dem Sommer kommen wird, stehen die Zeichen jetzt auf "Alternativlösungen".

Aufträge zu spät erteilt

Eine Umsetzung noch vor dem Sommer gilt laut Aussendung des Landesmedienzentrums nicht mehr als realistisch. Grund: Die dritte Spur wurde von deutscher Seite zwar zugesagt, allerdings ließen die Nachbarn zu viel Zeit verstreichen, bis die Aufträge erteilt wurden.

"Die dritte Spur kommt, aber erst nach dem Sommer"

Nachdem der deutsche Bundesinnenminister bei einem Treffen mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landesrat Stefan Schnöll die Umsetzung der dritten Kontrollspur am Walserberg zugesagt hat und auf allen Ebenen Druck ausgeübt wurde, kam nun die Antwort von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: Die dritte Spur wird umgesetzt. Allerdings hat Deutschland viel zu viel Zeit verstreichen lassen, bevor ein Auftrag erteilt wurde. Laut Auskunft des deutschen Verkehrsministers ist eine Umsetzung erst nach dem Sommer realistisch. Die Asphaltierung der zusätzlichen Spur koste zwei Millionen Euro, daher ist EU-weite Ausschreibung und kompliziertes Vergabeverfahren notwendig, was zur langen Dauer führe, so die Informationen aus Deutschland.

Maßnahmenplan für den Sommer steht

„Das ist uns viel zu spät. Ich bin verärgert über das lange Zuwarten. Nachdem wir uns für den heurigen Sommer leider nicht auf die Umsetzung der Spur auf deutscher Seite verlassen können, haben wir parallel einen Maßnahmenplan erarbeitet, den wir im Sommer aktivieren, um die Anrainer vom Ausweichverkehr zu entlasten“, versichert Landesrat Stefan Schnöll.

Fünf Maßnahmen:

  1. Die bestehenden Verordnungen gegen Stau-Umfahrer werden verschärft und früher ausgelöst.
  2. Es wird zusätzliche Verordnungen zur Vermeidung von Ausweichverkehr geben. In Abstimmung mit den Bürgermeistern von Grödig und Wals-Siezenheim wird aktuell erarbeitet, wo es Verschärfungen braucht.
  3. Neben dem Weg über den Walserberg auf der Autobahn wird es eine ausgewiesene „Hauptausweichroute“ geben. Der Weg führt über die Abfahrt Salzburg Süd und weiter Richtung Grödig über die B 160 nach Marktschellenberg und weiter nach Berchtesgaden. Von dort gibt es zwei Möglichkeiten über Bad Reichenhall/Piding (plus 30 Minuten) oder über Inzell (plus 40 Minuten) wieder auf die A8 zu gelangen.
  4. Bei massiven Ausweichverkehren wird die Polizei Autobahnabfahrten sperren und nur noch Ziel- und Quellverkehr durchlassen. Eine Liste der betroffenen Abfahrten ist bereits in Erstellung. Betroffen sein werden insbesondere Salzburg West / Wals und Flughafen.
  5. Im Sommer wird eine Einsatzzentrale eingerichtet, die den Verkehr im Blick behält und rasch Entscheidungen treffen kann. Neben einem Vertreter der Behörde werden auch Polizei und Asfinag miteingebunden.

Auf Verkehrsentwicklungen reagieren

Die Pläne für die neue Einsatzzentrale konkretisiert Landesrat Schnöll so: „Mit dieser wollen wir rasch auf Verkehrsentwicklungen reagieren können. Es kann nicht sein, dass der Sommerreiseverkehr über Wochen hinweg das Leben in unseren Gemeinden so massiv beeinträchtigt", so Schnöll.

Statt der dritten Spur am Walserberg gibt es fünf Maßnahmen, um die Verkehrssituation im Sommer auch für die Anrainer zu verbessern.
Landesrat Stefan Schnöll schnürt Maßnahmenpaket zur Anrainerentlastung.

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