Coronavirus in Salzburg
"Wir haben gerade nichts am Berg verloren"

Aktuell sollen keine Bergtouren unternommen werden. Im Bild: Gipfelplateu des Schafelkopfel (Bruck, Pinzgau) mit dem Panorama der Hohen Tauern im Hintergrund.
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  • Aktuell sollen keine Bergtouren unternommen werden. Im Bild: Gipfelplateu des Schafelkopfel (Bruck, Pinzgau) mit dem Panorama der Hohen Tauern im Hintergrund.
  • Foto: Symbolfoto: Thomas Neuhold
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Bergrettung bemerkt bereits Rückgang der Tourengeher im ganzen Land und sagt: "Es ist toll, dass das Land Salzburg Sport erlaubt, denn es ist für alle wichtig rauszugehen und uns  zu bewegen. Aber es muss akzeptierbar sein, dass man keine riskanten Berg-, Ski- oder Rad-Touren unternimmt."

SALZBURG. Landeshauptmann Wilfried Haslauer appelliert an die Salzburger Bevölkerung keine riskanten Berg-, Ski- oder Rad-Touren zu unternehmen. „Die Lage ist ernst, ich appelliere an die Salzburger Bevölkerung, den Weg des Bundes mitzugehen und das Haus nicht zu verlassen. Ganz wichtig dabei ist auch, dass man nun nicht zu einer riskanten Ski-, Rad- oder Wandertour in die Berge aufbricht."

„Maßvolle Bewegungen an der frischen Luft sind ok, aber keine Abenteuer am Berg.“
Harald Wieser, Geschäftsführer Salzburger Alpenverein

Einsatzkräfte müssen sich auf Corona konzentrieren

„Alle Einsatzkräfte müssen sich auf die Bewältigung und Eindämmung des Corona-Virus konzentrieren. In der aktuellen Situation wäre es alles andere als optimal, wenn etwa Blaulichtorganisationen bei Einsätzen am Berg gebunden sind und dadurch nicht für dringend benötigte Einsätze zur Bekämpfung des Coronavirus zur Verfügung stehen können“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. „Es gilt, dass alle mithelfen“, so der Landeshauptmann.

"Wir tragen Verantwortung, daher verzichten wir"

Auch die Bergretter selbst verzichten auf Skitouren, um das Verletzungsrisiko zu minimieren und damit die Spitäler zu entlasten.

"Wir tragen Verantwortung und verzichten daher. Deshalb bitten auch euch, um defensives Verhalten."
Bergrettung Salzburg

"Wir haben genug Einsatzkräfte, aber die Ansteckungsgefahr besteht natürlich auch unter uns"

Warum es für die Bergrettung wichtig ist, nicht zu Einsätzen gerufen zu werden, erklärt Pressesprecherin Maria Riedler: "Wir haben die Ressourcen und genügend Leute, die wir in Einsätze schicken könnten, darum geht es hier nicht. Uns ist es auch wichtig zu betonen, dass wir natürlich weiterhin in Einsätzen durchführen werden. Aber die Ansteckungsgefahr macht natürlich auch in unsere Reihen nicht halt. Wir arbeiten häufig auf engem Raum, unter mehreren Kollegen und mit Körperkontakt. Das lässt sich bei Einsätzen nicht vermeiden und gefährdet damit natürlich auch uns." 

Dokumentation hat bei Einsätzen oberste Priorität

Um mögliche Übertragungen zu vermeiden, wird jeder Einsatz streng dokumentiert, um nachvollziehen zu können, welche Einsatzkräfte mit welchen Menschen in Kontakt warn. "Das wird vom Katastrophenstab des Landes so gefordert, wo übrigens aktuell Unglaubliches geleistet wird", sagt Riedler.

Außerdem werden die Bergretter aktuell auch anderorts dringend gebaucht:

"Viele Bergretter wurden von ihren Bürgermeistern gebeten, Hilfsdienste zu übernehmen. So tragen Kollegen in St. Gilgen zum Beispiel Pakete aus und die Gasteiner Kollegen liefern für die geschlossene Apotheken Medikamente zu den Patienten aus." 
Maria Riedler, Fachreferentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Bergrettung Salzburg

Alpiner Raum nicht von Ausgangsbeschränkungen ausgenommen

Der alpine Raum ist also nicht von Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum wird durch die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen massiv eingeschränkt. Dazu gelten bundesweit "Verkehrbeschränkungen" (basierend auf dem Epidemie-Gesetz). Diese sehen vor, dass alle Bewohner in ihren Wohnungen bleiben, abgesehen von vier Ausnahmen:

  • Diese Ausnahmen umfassen die Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist, 
  • weiters dringend notwendige Besorgungen (etwa Lebensmittel) und 
  • Hilfe für andere Menschen. 
  • Darüber hinaus gestatten diese Sport, sofern dieser alleine oder im Familienverbund (Personen, die in einem Haushalt leben), gemacht wird.
Aktuell sollen keine Bergtouren unternommen werden. Im Bild: Gipfelplateu des Schafelkopfel (Bruck, Pinzgau) mit dem Panorama der Hohen Tauern im Hintergrund.
Die letzten Meter Anstieg zum Keuchenkogel in Bad Gastein führen häufig über windbehandeltes Gelände.

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Autor:

Julia Hettegger aus Salzburg

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