Coronavirus in Salzburg
Das Ausland blickt auf Salzburg und bewertet

Salzburg exportiert in 185 verschiedene Länder.
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Für die Wirtschaft stellen Corona-Reisewarnungen massive Herausforderungen dar. "Damit die Salzburger Wirtschaft gesund bleibt, braucht Salzburg eine gute Außenwirkung. Was wir tun und welche Bilder von uns im Ausland gezeigt werden, beeinflusst den Blick unserer Zielstaaten auf uns", sagt Thomas Albrecht von der Wirtschaftskammer Salzburg.

SALZBURG (jb). „Die Salzburger Exportwirtschaft segelt bei rauer See. Sie liefert die wertvolle Fracht 'Made in Salzburg' in die EU und Übersee, so beschreibt Thomas Albrecht aktuell die Lage des Außenhandels in Salzburg. Er ist Leiter des Bereichs Handelspolitik und Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Salzburg.

Lieferketten schwer gestört

Als Mitte März binnen weniger Tage die Welt wegen des Corona-Virus Kopf stand und die weltweite Reisefreiheit unterbrochen, Grenzkontrollen aufgenommen und Covid-Tests notwendig wurden, kam es zu schweren Störungen globaler Lieferketten. „Wir haben zur Aufrechterhaltung des Außenhandelsverkehrs über 30.000 Beratungen durchgeführt“, sagt Albrecht.

Thomas Albrecht, Leiter des Bereichs Handelspolitik und Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Salzburg.
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"Wichtige Rohstoffe schon vor Corona von Lieferanten aus der EU bezogen" 

Lockdown-Phasen in verschiedenen Staaten sowie Unterbrechungen von Lieferketten haben die global vernetzte Salzburger Wirtschaft hart getroffen. "Dennoch konnten Produktionsstillstände unserer Betriebe in den meisten Fällen verhindert werden. Salzburgs Unternehmen haben strategisch wichtige Rohstoffe und Zwischenerzeugnisse bereits vor Ausbruch des Coronavirus von Lieferanten aus der EU bezogen und sind nicht ausschließlich von Produzenten in Asien abhängig. Ein Zusammenbruch der Lieferketten konnte damit verhindert werden", erläutert Albrecht.

"Salzburgs strategische Beschaffungsländer liegen bereits jetzt vor allem innerhalb der EU."
Thomas Albrecht, Wirtschaftskammer Salzburg

EU-Binnenmarkt rettet uns

Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien oder Tschechien sind für Salzburg nicht nur wichtige Partnerstaaten in der Beschaffung, sondern auch sehr bedeutende Exportmärkte. "Das Vertrauen dieser Märkte in Waren- und Dienstleistungen aus Salzburg und die Anstrengungen unserer heimischen Betriebe retten uns", so Albrecht.

"Salzburg schlägt sich gut"

Wegen sich ständig ändernder Covid-Vorschriften im In- und Ausland, hat sich die Lage auch über den Sommer hinweg nicht beruhigt und die Situation für die Wirtschaft keinesfalls leichter gemacht. „Salzburgs Unternehmen schlagen sich trotzdem gut. Die qualitativ hochwertigen Güter und Dienstleistungen unserer Firmen sind international auch in schwierigen Zeiten gefragt. Der hohe Diversifizierungsgrad unserer Exportwirtschaft sowie vielzählige innovative Unternehmen sind nicht nur in Krisenzeiten wertvolle Erfolgsfaktoren, sondern Teil der Krisenbewältigung, bekräftigt Albrecht.

"Aufwärtstrend hängt mit Infektionszahlen zusammen"

Nun steht die Wirtschaft vor der wichtigen Aufgabe, die Lieferketten stabil zu halten. "Das ist eine große Herausforderung. Hinzu kommt, dass sich Absatzmärkte noch nicht normalisiert haben, vor allem in Ländern, die von der Corona-Krise immer noch stark betroffen sind. Damit der Aufwärtstrend zumindest hierzulande anhält, dürfen die Infektionszahlen nicht weiter steigen", warnt Albrecht.

Hohe finanzielle Belastung

Die Herausforderungen, vor denen Salzburgs Unternehmen derzeit stehen, seien aber nicht wegzuleugnen und auf lange Sicht problematisch: „Viele ausländische Abnehmer in unseren Zielmärkten sind finanziell angeschlagen und benötigen Lieferantenkredite mit längeren Laufzeiten. In einigen Märkten, beispielsweise in Asien oder etwa im Nahen Osten, fehlen Konjunkturimpulse. Das bedeutet für Unternehmen erhöhter Finanzierungsbedarf, weil Produktionsphasen vorfinanziert, längere Zahlungsziele oder gar langfristige Kredite eingeräumt werden müssen", sagt Albrecht.

Firmen müssen Ein- und Verkauf vorfinanzieren 

Die Absicherung von Lieferketten hat außerdem dazu geführt, dass Salzburger Firmen ihre Lager aus dem Vorsorgeprinzip aufstocken. Auch das kostet. „Unsere Unternehmen müssen also den Ein- und Verkauf vorfinanzieren. Dazu kommen Covid-bedingte Mehrkosten z.B. für Hygienemaßnahmen, PCR-Tests, die Unternehmen nicht auf das Produkt oder die Dienstleistung aufschlagen können. Das alles sind hohe finanzielle Belastungen für unsere Betriebe“, weiß Thomas Albrecht.

Menschen schließen Verträge ab

Die größte Sorge mache dem Experten aber die Einschränkungen der persönlichen Kontakte: „Nicht die Produkte oder das Papier schließen Geschäfte ab, sondern die Menschen. In vielen Kulturen finden die eigentlichen Verhandlungen z.B. während des Geschäftsessens statt. Der Vertragsabschluss selbst erfordert oftmals die physische Anwesenheit der Vertragspartner. Verlieren wir die persönlichen Kontakte, verlieren wir Wettbewerbsfähigkeit und Marktposition.“

"In vielen Ländern gibt es keine Geschäftsabschlüsse ohne persönlichen Kontakt."
Thomas Albrecht, Wirtschaftskammer Salzburg  

Das Ausland bewertet uns

Für die heimische Wirtschaft treffen fast täglich schlechte Nachrichten ein. Für uns sehr wichtige Staaten erklären Österreich bzw. einzelne Bundesländer als Corona-Risikogebiete. Reisewarnungen stören in dieser schwierigen Zeit das Hochfahren der Wirtschaft. Sie wirken abschreckend für Reisen nach Österreich. Gleichzeitig wird der Reiseverkehr zu unseren unmittelbaren Nachbarstaaten, die für uns von existenzieller Bedeutung sind, z.B. Deutschland oder die Schweiz, massiv erschwert. Die damit verbundenen Kosten und Auswirkungen belasten die Wirtschaft zusätzlich und vernichten Arbeitsplätze.

"Waren- und Personenverkehr müssen uneingeschränkt möglich bleiben"

Aus diesem Grund sei es essenziell für die Salzburger Wirtschaft, dass neben dem Waren- auch der Personenverkehr uneingeschränkt möglich bleibt. „Und dafür braucht es eine gute Außenwirkung Salzburgs. Was wir tun und welche Bilder von uns im Ausland gezeigt werden, beeinflusst den Blick unserer Zielstaaten auf uns. Medienberichte von Personen, die Covid-Vorschriften ignorieren, sind für unsere Außenwirkung nicht förderlich. Es muss uns allen klar sein, dass solches Handeln zu negativen Konsequenzen führt“, mahnt Albrecht.

>>HIER<< liest du, was das Deutsche und das Slowenische "AussenwirtschaftsCenter" über die Wirtschaftslage in Salzburg sagen.

Salzburg exportiert in 185 verschiedene Länder.
Thomas Albrecht, Leiter des Bereichs Handelspolitik und Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Salzburg.

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