Gastronomie & Hotellerie
Jacqueline Gerlach's Weg vom Grasski-Sport in die Gastro

Jacqueline Gerlach, Betreiberin des Liftstüberls Hintersee, liebt den Kundenkontakt in der Gastro und ein Bürojob ist für sie nichts.
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Das Arbeiten in der Gastronomie fühlt sich für Jacqueline Gerlach nicht wie arbeiten an. Sie liebt den Kundenkontakt, die unverbindlichen Gespräche mit ihren Gästen. Seit Mitte Dezember 2018 ist die ehemalige Profi-Grasskiläuferin die Wirtin des Liftstüberls in Hintersee. In der Gastro arbeitet die Flachgauerin schon jahrelang und hat auch für ihre Zukunft vor, nie in einer anderen Branche ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In der aktuellen Situation um das Coronavirus hofft Gerlach, dass sie nicht allzu lange schließen muss, denn auf Dauer wird es dann auch für sie sehr schwierig. 

HINTERSEE/SALZBURG. Wenn man Jacqueline Gerlach einen Bürojob anbieten würden, die 29-Jährige würde sofort ablehnen. Ihr Leben spielt sich in der Gastronomie und unter Leuten ab. "Ich liebe den Kundenkontakt. Diese unverbindlichen Gespräche mit den Gästen, das ist das, was ich an der Gastronomie so faszinierend finde." Deshalb hat sie sich Mitte Dezember 2018 dazu entschlossen, die neue Wirtin des Liftstüberls in Hintersee zu werden. Zu jenem Zeitpunkt war die gebürtige Stadt Salzburgerin aber noch mitten in ihrer Profi-Grasski-Karriere. Aber sie arbeitete jahrelang nebenbei in der Gastronomie, unter anderem in einer Diskothek im Burgenland sowie für eine Vermittlerfirma in Wien, für die sie in verschiedenen Hotels und Restaurants Erfahrungen sammelte. "Mir hat das Arbeiten in der Gastro immer schon viel Spaß gemacht."

Stressiger Anfang mit Sport und Gastro

An den Wänden des urigen Liftstüberl hängen einige Erinnerungsstücke an die erfolgreiche Karriere der ehemaligen Grasski-Läuferin des ÖSV. Den Betrieb und den Sport zu kombinieren war für Gerlach eine große Herausforderung, besonders in der Anfangszeit. "Zu Beginn arbeitete ich von früh bis spät und musste irgendwie auch noch das Training unterbringen. Oft bin ich bereits ganz früh auf, um zum Training am Maiskogel zu fahren oder vor dem Aufsperren noch eine Runde laufen zu gehen", erinnert sich die Salzburgerin, die für den SC Kaprun an den Start ging. Ihre letzte Saison war mit 13 Siegen aus 15 Rennen und dem zweiten Sieg im Gesamtweltcup die erfolgreichste, aber auch die schwierigste. Nur eineinhalb Wochen vor dem Start der Saison verstarb ihre jüngere Schwester Nicole völlig überraschend im Alter von nur 25 Jahren.

Mama Michaelas Essen begeistert die Gäste

Während der vergangenen Grasski-Saison – die von Juni bis September geht – kümmerten sich ihre Eltern um das Stüberl, das auch vier Zimmer für elf Personen hat. Ansonsten ist die 29-Jährige die Chefin im Service, während ihre Mama Michaela das Zepter in der Küche schwingt. "Ihr Essen ist sehr bekannt und begeistert unsere Gäste. Und das als nicht gelernte Köchin", so Gerlach. Das Liftstüberl bereitet gemeinsam mit dem Seewirt Faistenau auch das Essen auf Rädern für die die Kindergärten, Schulen und Seniorenheime der Gemeinden Faistenau und Hintersee zu. Der passionierte Landmensch wollte es Ende 2018 mit dem Gasthaus probieren, aber ohne den Liftbetrieb. "Viele haben nicht geglaubt, dass es funktioniert und haben gesagt, wir hätten einen Vogel. " Doch diese Meinung hat sich mittlerweile geändert und das Liftstüberl wird von den Einheimischen super angenommen. Natürlich hofft Gerlach, dass der Lift zur kommenden Wintersaison wieder aufsperrt. Und dass sie in ein paar Wochen wieder aufsperren kann. "Für eine gewisse Zeit geht es, aber wenn wir länger zu haben müssen, dann wird es auch für uns schwierig", sagt sie zur aktuellen Corona-Situation.

"In Wien wirst oft wie ein Nichts behandelt"

An ihre Chefrolle musste sich die ehemalige Profisportlerin erst gewöhnen. Neben ihrer Mama hat sie noch drei weitere Mitarbeiter. Sie hat bereits die unterschiedlichsten Gesichter der Gastronomie kennen gelernt. "In Wien behandeln dich viele Leute der oberen Schicht wie nichts. Am Land merkt man das nicht. Ich habe auch gelernt, dass man immer ein offenes Ohr für die Menschen haben muss", sagt Gerlach, die bei schwierigen Situationen mit Betrunkenen zwar hart durchgreift, aber alles mit Humor nimmt. "Das muss man."

Hier geht es zum zweiten großen Artikel unseres Schwerpunktes Gastronomie & Hotellerie:
Maximilian Neulinger's London-Abenteuer im Fünf-Sterne-Hotel

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Autor:

Daniel Schrofner aus Salzburg-Stadt

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