Arbeitsmarkt Salzburg
Salzburg im September mit niedrigster Arbeitslosenquote

Überdurchschnittlich gestiegen ist die Arbeitslosigkeit in Salzburg neben dem Verkehrsbereich (+46,5%) und im Handel (+43,9%) auch im Bauwesen (+45,7%).
  • Überdurchschnittlich gestiegen ist die Arbeitslosigkeit in Salzburg neben dem Verkehrsbereich (+46,5%) und im Handel (+43,9%) auch im Bauwesen (+45,7%).
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Dank der guten Tourismussaison zeigt der Salzburger Arbeitsmarkt auch zum Herbstbeginn noch leichte Erholungstendenzen. Ab heute startet die Kurzarbeit in die dritte Phase.

SALZBURG. 14.484 Personen waren Ende September im Bundesland Salzburg beim AMS als arbeitslos vorgemerkt (ohne Teilnehmenden an Schulungsaktivitäten). Im Vergleich zum Vormonat August ist das ein Rückgang um gut 500 Arbeitslose. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist es jedoch ein durch Corona bedingter deutlicher Zuwachs um 3.643 Personen oder plus 33,6 Prozent (Österreich: +27,5%). Nach Tirol (+48,2%) ist das der stärkste Zuwachs bundesweit.

Auch weniger Teilnehmenden an Schulungsaktivitäten

 Die Zahl der Teilnehmenden an Schulungsaktivitäten des AMS hat um 7,6 Prozent auf 2.167 Personen abgenommen. Damit waren insgesamt 16.651 Arbeitskräfte ohne Beschäftigung, das ist im Vorjahresvergleich ein Zuwachs um 26,3 Prozent (Österreich: +22,2%).

Salzburgs Arbeitslosenquote österreichweit am niedrigsten 

Gleichzeitig hat die unselbständige Beschäftigung um etwa dreitausend Personen auf rund 258.000 Dienstverhältnisse abgenommen (Schätzung, exakte Zahlen liegen erst zur Monatsmitte vor). Daraus resultiert eine Arbeitslosenquote – also der Anteil der vorgemerkten arbeitslosen an allen unselbständigen Arbeitskräften – von 5,3 Prozent (Österreich: 8,4%). Das ist zwar ein Zuwachs um 1,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr, bedeutet aber den Bestwert im Ranking der Bundesländer.

„Obwohl unser Bundesland stärker als die meisten anderen von der Corona-Krise getroffen wurde, weist Salzburg bei der Arbeitslosenquote den niedrigsten Wert auf. Hier wirkt noch die relativ gute Entwicklung im Saisontourismus nach, obwohl hier mit bereits fünfhundert zusätzlichen Arbeitslosen gegenüber Ende August die Saisonarbeitslosigkeit bereits eingesetzt hat.“
Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin Arbeitsmarktservice Salzburg

Überdurchschnittlich gestiegen ist die Arbeitslosigkeit im Verkehr, Bauwesen und Handel

Im Vergleich der zahlenmäßig bedeutendsten Wirtschaftsklassen weist das Hotel- und Gastgewerbe gegenüber dem Vorjahr mit plus 28,2 Prozent einen unterdurchschnittlichen Zuwachs aus, ebenso die Wirtschaftsdienstleistungen, zu denen die Arbeitskräfteüberlassung (+25,2%) zählt und auch das Gesundheits- und Sozialwesen liegt mit einem Zuwachs von 24,4 Prozent deutlich unter dem Gesamtschnitt. Überdurchschnittlich gestiegen ist die Arbeitslosigkeit im Verkehrsbereich (+46,5%), im Bauwesen (+45,7%) und im Handel (+43,9%).

Jugendarbeitslosigkeit über dem Schnitt

Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit einem Plus von 36,5 Prozent auf 2.067 Betroffene nur geringfügig über dem Schnitt der Gesamtarbeitslosigkeit gestiegen, bei den älteren Arbeitskräften ab 50 Jahre liegt der Zuwachs mit plus 27,5 Prozent unter dem Schnitt. Wenig Unterschied zeigt der Arbeitslosenzuwachs nach Geschlecht mit einem Anstieg um 34,1 Prozent bei der Frauenarbeitslosigkeit und um 33,2 Prozent bei arbeitslosen Männern.

Langzeitarbeitslosigkeit um 35,2 Prozent  gestiegen

Bei der Langzeitarbeitslosigkeit zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Krise mit einem Zuwachs von 35,2 Prozent auf jetzt insgesamt 1.468 Personen mit mehr als einjähriger Arbeitslosigkeit.

Lungau: Arbeitslosigkeit unter Vor-Corona-Niveau gesunken 

Die regionale Auswertung der Statistik zeigt die Landeshauptstadt Salzburg als Bezirk mit dem stärksten Arbeitslosenzuwachs (+42,6% auf 5.949 Personen), gefolgt vom Flachgau (+36,3% auf 2.930 Personen). Ebenfalls leicht über dem Durchschnitt war der Zuwachs im Pongau (+34,3% auf 1.951 Personen). Deutlich niedriger waren die Zuwächse im Tennengau (+24,6% auf 1.266 Personen) und im Pinzgau (+21,7% auf 2.069 Personen). Eine Ausnahme bildet der Lungau. Hier ist die Arbeitslosigkeit sogar unter das Vor-Corona-Niveau gesunken. Im Vorjahresvergleich sind um 32 Personen weniger ohne Beschäftigung (-9,1% auf 319 Arbeitslose).

In Kurzarbeit befanden sich im Bundesland Salzburg am Stichtag 30. September 8.512 Betriebe mit 15.645 Beschäftigten.

Höhepunkt der Arbeitslosigkeit im November erwartet

Wenig optimistisch ist der Ausblick von Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer für die folgenden Monate: „Schon seit zwei Wochen spüren wir das Einsetzen der Saisonarbeitslosigkeit im Tourismus. Bis zum November wird diese Entwicklung ihren Höhepunkt erreicht haben. Dann folgt die saisonale Bauarbeitslosigkeit. Wie sich der Wintertourismus entwickelt, steht in den Sternen. Ich bin aber überzeugt, dass uns mit der Kurzarbeit Phase 3 ein Instrument in die Hand gegeben wird, dass unsere in Not geratenen Betriebe gut unterstützen kann.“

Infos auf der Webseite, nicht via Telefon einholen

Angesichts auch durch die einsetzende Saisonarbeitslosigkeit überlasteter AMS-Geschäftsstellen ersucht Beyer von telefonischen Anfragen zur neuen Kurzarbeit abzusehen: „In Kürze werden alle aktuell erforderlichen Informationen und Formulare auf den Unternehmensseiten der AMS-Website abrufbar sein. Wie immer gilt auch hier, dass für die Antragstellung ein eAMS-Konto erforderlich ist. Auch dazu findet sich alles Wissenswerte auf www.ams.at oder auf www.ams-topline.at.“

Das tut der Bund:

Von der Joboffensive des Bundes mit 700 Millionen Euro Fördervolumen österreichweit soll auch Salzburg profitieren. Investiert wird in Aus- und Weiterbildungen sowie Umschulungen und auch in mehr Personal beim AMS. >>HIER<< erfährst du mehr darüber.

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