Denkwerkstatt in Gmunden
Academia Superior in Gmunden: „Es gibt keine Privatsphäre mehr“

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GMUNDEN. Er war unbestritten der Star der heurigen Tagung der „Academia Superior“, der ÖVP-nahen Denkwerkstatt, im Gmundner Toscana Congress: Michal Kosinski von der Stanford University in den USA. Der Datenwissenschafter und Psychologe sorgte vor drei Jahren mit dem Artikel „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“ international für Aufsehen und Verstörung. Darin beschrieb er seine Forschungsergebnisse, dass sich aus nur wenigen Klicks in sozialen Medien die Charakterzüge von Menschen ablesen lassen. Sie werden mit ihrem Surfverhalten völlig durchschaubar. Die Brexit-Betreiber und das Trump-Wahlteam nutzten Kosinskis Analyse-Methoden für ihre erfolgreichen Kampagnen. Seither warnen Digital-Skeptiker verstärkt vor der Gefährlichkeit von Facebook & Co.
Für Kosinski ist klar, dass es in Zukunft keine Privatsphäre mehr geben wird, weil die Menschen jeden Tag hundert- und tausendfach ihre digitalen Fußabdrücke hinterlassen. Deshalb vertrat er auch die These: „Anstatt über die Aufrechterhaltung von Privatheit zu diskutieren, sollten wir mehr darüber diskutieren, wie wir unsere Gesellschaft, Kultur, Gesetze und Technologie in Zukunft organisieren müssen, wenn es keine Privatsphäre mehr gibt.“ Eine Ansicht, die das Publikum im vollen Toscana-Saal sehr nachdenklich machte und zu vielen Diskussion anregte.
Die Academia Superior wurde vor zehn Jahren von LH-Stv. Michael Strugl und Univ.-Prof. Markus Hengstschläger gegründet. Bei den Jahrestagungen konnten immer wieder internationale Kapazunder in Gmunden begrüßt werden, etwa Lech Walesa, Paul Lendvai oder Stefan Ruzowitzky. Mit seinem Wechsel in den Verbund-Konzern legte Strugl auch die Obmannschaft zurück. Statt ihm wird LH-Stv. Christine Haberlander Obfrau von Academia Superior.

Alle Fotos: Wolfgang Spitzbart

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