Predigt für Sonntag, 5. Juli
"Was Jesus uns aufbürdet, ist keine unerträgliche Last"

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Die Predigt für Sonntag, 5. Juli, stammt von Christa Recheis-Kienesberger von der Pfarre Pinsdorf: Gedanken zum Evangelium Mt 11,25 – 30.

SALZKAMMERGUT. Jesus dankt in dieser Schriftstelle Gott dafür, dass er besonders für jene Menschen da ist, die der Botschaft der Liebe in ihrem Leben Raum geben, einfach und unverblümt, wie Kinder es tun. Und er redet davon, dass die Last, die er Menschen aufbürdet, eine leichte sein darf.
Wenn das Leben zur Last wird, dann ist vieles schwer, manchmal unerträglich.
Wenn wir Jesus Botschaft von der leichten Last hören oder lesen und uns dann umschauen, wie die Lasten auf dieser Welt verteilt sind, dann werden wir wohl sehr nachdenklich. Denn gerade jetzt wieder gibt es viele, die schwere Lasten zu tragen haben. Doch was bedeutet für den einzelnen Menschen schwer – oder leicht?
Es gibt eine Geschichte, in der ein Wanderer ein Mädchen bemitleidet, weil es seinen Bruder auf dem Rücken tragen muss und zu ihr sagt: „Mädchen, was trägst du denn für eine schwere Last?!“ Das Mädchen schaut ihn verwundert an und sagt: „Das ist doch keine Last, das ist mein Bruder.“
Wie schwer oder drückend eine Last ist, kann wohl nur der oder die beurteilen, der/die sie tragen muss. Last ist also ganz sicher subjektiv. Die Versuchung ist groß, zu bewerten, ob jemand Grund zum Jammern hat und seine/ihre Last unerträglich finden darf oder auch nicht.
Fallen euch jetzt spontan Menschen ein, die viel jammern und vieles als Last empfinden?
Fallen euch Menschen ein, wo ihr denkt: Was die ertragen müssen und doch nicht zusammenbrechen – könnte ich das?
Ich hatte ein Oma, die ein schweres Leben hatte: sie hat zwei Weltkriege erleben müssen, vor allem im zweiten hat sie in der ständigen Angst gelebt, dass ihre zwei älteren Söhne nicht mehr aus dem Krieg heimkommen und ihr dritter Sohn wegen seiner Behinderung womöglich umgebracht werden könnte. Sie war eine ganz einfache Frau mit einem einfach gestrickten Glauben. Meint Jesus Menschen wie sie, wenn er Gott dafür dankt, dass er sein Wirken genau ihnen zeigt?
Meine Oma hat die Last des Lebens und auch die Freuden fraglos angenommen, sie hat nie gejammert und war immer für alle da, die sie gebraucht haben. Sie und viele andere gehören wohl zu den Menschen, von denen Jesus heute spricht: Sie fühlen sich geborgen in Gottes Liebe, weil sie das Leben und auch seine mögliche Schwere so nehmen, wie es kommt und weil ihr Vertrauen ungebrochen bleibt.
Last kleinzureden ist nicht meine Absicht. Und es geht nicht darum, dass wir als Christinnen und Christen beurteilen, ob eine Last schwer oder leicht ist. Wenn wir uns an Jesus orientieren, können wir manche Last für andere leichter machen, oft nur, indem wir einfach da sind. Das hat Jesus selber unermüdlich getan und so meint er wohl auch sein Versprechen. Wir leben nicht in einer „lastenfreien“ Welt, aber wir können einander helfen, die Last des Lebens zu tragen.
Ich wünsche uns allen Vertrauen in den Gott der Liebe, Vertrauen, dass wir nicht allein sind mit der Last, die unser Leben manchmal sein kann – dass Gottes Liebe unseren Blickwinkel darauf ändert, weil sie uns begleitet und weil wir dem Versprechen trauen dürfen, dass letztlich alles gut wird.

Christa Recheis-Kienesberger von der Pfarre Pinsdorf

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