Arbeiterbildungsvereine in Hallstatt und Goisern: "Aus der Not geboren – Bildung als Widerstand"

Bibliothek im Konsum 1930.

BEZIRK. Vor 150 Jahren wurden in Hallstatt und Goisern Arbeiterbildungsvereine gegründet. Erstmals gab das Vereinsgesetz 1867 die Möglichkeit sich selbst zu organisieren. Auf Grund der drückenden Notlage und der umfassenden wirtschaftlichen Abhängigkeit durch das Salzmonopol ergriffen die Arbeiter aus Hallstatt und in der Folge aus Goisern die Chance, ihre intellektuelle und wirtschaftliche Lebensgrundlage selbst in die Hand zu nehmen.
Als ersten Schritt gründeten sie Arbeiterbildungsvereine. Das Motto des Vereines war: „Lerne was, so kannst du was. Lese was, so weißt du was. So wirst du ein Mann, den man brauchen kann."

Keimzelle für viele Initiativen

Der Verein wurde die Keimzelle für viele Initiativen zur Selbsthilfe: Konsumverein, Alters- und Krankenversicherungsverein, Spar- und Kreditverein (heute Volksbank) und zuletzt 1892 die Feuerschadenversicherung (heute Bad Goiserer Versicherung).
Dazu ist auch ein Themenweg „Anfänge der Arbeiterbewegung“ in Bad Goisern vorgesehen.
Ausgehend von der Evang. Kirche, war doch der Protestantismus und insbesondere der Geheimprotestantismus unter der Bergleuten sehr ausgeprägt und führte zu einem überproportionalen Selbstbewusstsein unter diesen. Auch das Holzknecht-Museum im Müllnerwaldl soll eine der Stationen sein. Nachdem die Holzknechte und Bergarbeiter wochentags bei ihrer Arbeitsstätte untergebracht waren, stärkte dies ihr Solidaritätsgefühl. Natürlich darf das Deubler-Denkmal im Kurpark bzw. die Wartburg in der Kirchengasse nicht fehlen. Die Feuerbachvilla am Primesberg etwas außerhalb des Zentrums, wo sich Naturwissenschaftler und Philosophen trafen, ist ebenfalls eine Station.
Der großen emanzipatorischen Leistung des Arbeiterbildungsvereins wird Ende September mit einer Veranstaltungsreihe gedacht werden.

27. bis 29. September: Historische Aufarbeitung und Reflexion

Vom 27. bis 29. September wird in Bad Goisern der Bogen von der historischen Aufarbeitung, über die Reflexion des Genossenschaftsgedankens und der Selbstverwaltung (aktuell aufgeworfen bei der Frage um die Gebietskrankenkassen) bis hin zu Zukunftsfragen eines geglückten gemeinschaftlichen Lebens gespannt werden. Als Gäste erwarten wir unter anderem Christian Kern und den designierten ÖGB Präsidenten Wolfgang Katzian. Eingebettet wir das Ganze in ein vielversprechendes Kulturprogramm.
Für eine begleitende Ausstellung werden noch leihweise Exponate gesucht (alte Sparbücher, Mitgliedsausweise, Dokumente, Fotos usw.).  Wer entsprechende Unterlagen hat, bitte im Gemeindeamt / Bürgermeisterbüro melden.

Autor:

Philipp Gratzer aus Salzkammergut

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