Bürgerbeirat schaltet Rechtsanwalt ein
"Dachte, Zementwerke können nicht stinken"

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Bürgerbeirat Hatschek und betroffene Gemeinden schalten Wiener Rechtsanwaltskanzlei ein.

PINSDORF. Am vergangenen Freitag, 10 Uhr, erhielt die Geschäftsführung der Zementwerk Hatschek GmbH ein Aufforderungsschreiben der List Rechtsanwalts GmbH. Der Bürgerbeirat Zementwerk Hatschek fordert von den Vertretern des Zementwerkes die komplette Einhaltung der Vereinbarung aus dem Jahr 1996 und den Einsatz der aktuell bestverfügbaren Techniken. "Wir wollen den alten Zustand so schnell wie möglich wieder herstellen", so Pinsdorfs Bürgermeister Dieter Helms bei der Präsentation des Rechtsschrittes. Konkret soll eine sogenannte RTO-Anlage zur Abgasverbrennung bis spätestens Juni 2021 installiert werden. Die Gemeinden fordern Informationen über umweltrelevante Betriebsabläufe und -ergebnisse sowie Kunststoff nicht mehr aus dem Ausland zu importieren. All diese Punkte sind Teil der Vereinbarung aus 1996, die mit den Anrainergemeinden getroffen wurde. Rechtsanwalt Wolfgang List aus Wien sieht die Chancen für die Bürger positiv. "Ich beschäftige mich ständig mit Zementwerken und dachte, ein Zementwerk, das stinkt, gibt es nicht. Aber es gibt eines – in Pinsdorf", so List.

Probleme nach Umbau

Seit dem Frühjahr 2019, damals hat das Unternehmen 50 Millionen Euro in die Modernisierung investiert, klagen Anrainer über massive Geruchs- und Lärmbelästigungen. Die Anrainer taten sich zusammen und gründeten einen Bürgerbeirat, dessen Sprecher der Altmünsterer Gerhard Plasser ist. Im Bürgerbeirat sind Anwohner der betroffenen Gemeinden Pinsdorf, Gmunden, Altmünster sowie Ohlsdorf ebenso vertreten wie die Bürgermeister und Umweltausschuss-Obleute. List geht von zwei Gründen für den Gestank aus: schlechte Qualität des verbrannten Kunststoffs und eine Fehlplanung bei der Modernisierung.
Die Zementwerk Hatschek GmbH, ein Unternehmen der Rohrdorfer Gruppe, hat nun bis 14. August Zeit, schriftlich auf die Aufforderung zu antworten. Sollte diese Antwort nicht fristgerecht einlangen, soll ein Schlichtungsverfahren eingeleitet werden. In diesem haben die Betroffenen zwei Monate Zeit, eine Lösung zu finden. Sollte kein Konsens gefunden werden, könnte in letzter Instanz ein Zivilgericht eingeschalten werden. "Die Unternehmensleitung findet es ausgesprochen befremdlich, dass die Bürgermeisterinnen ohne konkreten Dialog mit dem Unternehmen diesen Schritt in die Öffentlichkeit setzen. Man kenne die konkreten Vorwürfe, Behauptungen und Forderungen erst seit wenigen Stunden und ist ob der Schwere dieser Anschuldigungen überrascht. Diese werden nun einer genauen Prüfung unterzogen", heißt es in einer Stellungnahme von Rohrdorfer Zement.

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