Müllsammel-Aktionen im Salzkammergut
Hui statt pfui

Viele Schulen, wie hier die Volksschule Altmünster, nehmen an der Flurreinigungsaktion "Hui statt Pfui" teil.
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SALZKAMMERGUT (km). Müll am Straßenrand verschandelt nicht nur die Natur. Er schadet Pflanzen und gefährdet Tiere, wie etwa die Kuh, die kaputte Energy Drink-Dosen frisst. „Wir rufen freiwillige Teilnehmer von Klein bis Groß dazu auf, achtlos weggeworfenen Abfall entlang von Wegen und Straßen, Bächen und öffentlichen Grünflächen einzusammeln und fachgerecht über die Gemeinde entsorgen zu lassen", macht Landesabfallverbands-Vorsitzender Roland Wohlmuth für "Hui statt Pfui" mobil. Dafür werden heuer im ganzen Land rund 40.000 Abfallsäcke und 24.000 Handschuhe gratis zur Verfügung gestellt und mehr als 60.000 helfende Hände erwartet.
Alleine im Bezirk Gmunden sammeln pro Jahr Freiwillige bei der Flurreinigungsaktion 7,5 Tonnen Abfälle. "Dass diese Aktion leider nach wie vor notwendig ist, zeigen diese Mengen", so Anita Kothmayr, Abfallberaterin beim Bezirksabfallverband Gmunden. Seit 2005 gibt es Maßnahmen im Salzkammergut. Von 2005 bis 2008 hießen sie "Sauber statt Saubär", seit 2009 lautet der Slogan "Hui statt Pfui". In den vergangenen Jahren machten im Schnitt drei Viertel der Salzkammergut-Kommunen bei der Aktion mit.

Kinder & Jugendliche dabei

"Manche Gemeinden sind jedes Jahr dabei, andere alle zwei Jahre", so Kothmayr. Folgende Orte und Städte sind seit den letzten fünf Jahren jährlich aktiv: Bad Ischl, Ebensee, Grünau, Gschwandt, Kirchham, Laakirchen, Obertraun, Ohlsdorf, Pinsdorf, Traunkirchen und Vorchdorf. Feuerwehren, Sport- und Musikvereine, Pensionistenverbände oder Berg- sowie Wasserrettung stellen sich in den Dienst der Sache. "In einigen Gemeinden sind auch Kindergärten und Schulen aktiv dabei. Es ist zu hoffen, dass durch die Sensibilisierung der Kinder zu diesem Thema ein Handeln folgt – kein achtloses Wegwerfen von Abfällen. Erwachsene sind als Vorbild besonders gefordert", appelliert die Abfallexpertin.

"Ein Auftrag an alle!"

Am häufigsten werden Leichtverpackungen – von der Zigarettenschachtel über die Getränkedose bis hin zu den Plastikflaschen – fallen gelassen. Im Detail bedeutet das: Rund 39 Prozent aller Littering-Abfälle sind Getränkedosen, 20 Prozent PET-Flaschen und 16 Prozent sind Einweg-Glasflaschen. „Es ist an der Zeit, dass auch die Produzenten derartiger Verpackungen anteilige Verantwortung für die Sammelkosten übernehmen“, fordert OÖ LAV-Vorsitzender Wohlmuth. „Einerseits sollte ein entsprechender Kostenersatz für die Straßenpflege übernommen werden, andererseits könnte ein Pfand auf Einweggetränkeverpackungen Anreiz sein, diese zurück in die Geschäfte zu bringen.“ Umweltlandesrat Stefan Kaineder appelliert: „Diese jährlichen Frühjahrsputze zeigen, dass nach wie vor jede Menge Dreck auf Wiesen, in Wäldern und entlang von Straßen liegt. Unsere Umwelt sauber zu halten ist ein Auftrag an alle und stellt dabei auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz dar".

Zur Sache

Die Umwelt Profis Bezirksabfallverbände Linz, Wels, Steyr, Landesabfallverband, Altstoffsammelzentren) und Umweltlandesrat Stefan Kaineder rufen alle Oberösterreicher auf, Flurreinigungsaktionen zu organisieren. Ob Vereine, Schulklassen, Freundesrunde: Melden Sie bis spätestens 16. Juli 2020 Ihre Aktion an auf huistattpfui.at, bei Ihrer Gemeinde oder den Bezirksabfallverbänden. Sie erhalten gratis für alle Teilnehmer Sammelsäcke, Handschuhe & Versicherung. Auf huistattpfui.at finden Sie Infos zu Flurreinigungsaktionen, denen Sie sich anschließen können. Den engagiertesten Teams in den Kategorien "Gemeinde", "Schule", "Kindergarten", "Verein", "Unternehmen" winken Geldpreise in Höhe von gesamt 10.000 Euro.
meinbezirk.at/huistattpfui: Hier können Sie Bilder Ihres Teams hochladen und so am Fotowettbewerb teilnehmen.

Autor:

Kerstin Müller aus Salzkammergut

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