Infrastruktur-Baustellen in Gmunden

GMUNDEN. Die 120-jährige Straßenbahntradition in Gmunden und die 102-jährige Geschichte der Lokalbahn Gmunden-Vorchdorf wird durch das zukunftsweisende Projekt der StadtRegioTram langfristig gesichert. Anstatt die Regional- und Lokalbahnen in Oberösterreich zu schließen geht das Land Oberösterreich unter dem Verkehrs-Referenten Landeshauptmann-Stv. Reinhold Entholzer den umweltfreundlichen und zukunftsorientierten Weg einer Attraktivierung der Bahnen. "Bereits vor 100 Jahren sah der ursprüngliche Plan vor, die Straßenbahn Gmunden mit der Lokalbahn Gmunden-Vorchdorf zu verbinden. Dieses Ziel ist heute Realität – die Arbeiten sind voll im Gange", betont Landeshauptmann-Stv. Reinhold Entholzer.

Die StadtRegioTram verbindet die Gemeinden Gmunden, Gschwandt, Kirchham und Vorchdorf. In Gmunden selbst wird der Stadtteil Traundorf mit der Innenstadt verbunden. Das Projekt, das durch die Errichtung von zwei neuen Park and Ride Anlagen beim Hauptbahnhof Gmunden und am Bahnhof Engelhof flankiert wird, trägt wesentlich zu einer Verkehrsberuhigung in der Innenstadt bei und macht das Stadtzentrum zu einer lebenswerten Begegnungszone. Nicht nur für die Einwohner/innen selbst, sondern auch aus touristischer Sicht verspricht das Projekt einen Mehrwert für die gesamte Region. Eine verkehrsberuhigte Innenstadt sorgt dafür, das wunderschöne Stadtzentrum von Gmunden voll zur Geltung zu bringen. Auch die Busverbindungen des nördlichen Salzkammergutes werden an die neue Verbindung angepasst, sodass auch die nicht direkt anrainenden Umlandgemeinden vom Projekt der StadtRegioTram profitieren werden.

Ein ganz wesentlicher Bestandteil der mit 30 Millionen Euro gedeckelten Errichtungskosten wird für ohnehin in den kommenden Jahren notwendige Modernisierungen der Öffentlichen Infrastruktur in Gmunden aufgewendet. Dazu zählen der Neubau der Traunbrücke, Maßnahmen zur Gestaltung der öffentlichen Plätze, Neugestaltung von Gehsteigen, Beleuchtung sowie der Erneuerung und Sanierung infrastruktureller Einbauten wie Wasserleitungen und Kanälen. Ebenfalls bereits in den gedeckelten Errichtungskosten berücksichtigt sind die auf modernsten technischen Standards basierenden Erschütterungs- sowie Lärmschutzmaßnahmen.

Zusätzlich dazu wurden neue Fahrzeuge angeschafft, die auf der Strecke zum Einsatz kommen werden. Auch hier zeigt sich, dass ein Großteil der bis jetzt eingesetzten Fahrzeuge 60 Jahre und älter ist, sodass notwendige Ersatzinvestitionen in den kommenden Jahren ohnehin angefallen wären. Ingesamt wurden nach einer europaweiten Ausschreibung, bei der sich die barrierefreien Triebfahrzeuge von Vossloh-Kiepe mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis durchgesetzt haben, 11 neue Garnituren angeschafft. Acht dieser Fahrzeuge dienen als Ersatz für den Bestand der Lokalbahnen Traunsee- und Attergaubahn, zwei der Fahrzeuge ersetzen die Bestandsgarnituren der Straßenbahn Gmunden und nur 1 Fahrzeug wurde zusätzlich als Ressource für die Durchbindung der Straßenbahn angeschafft.

Was bisher geschah - Bautagebuch
Kalenderwoche 36:
Spatenstich für das Jahrhundertprojekt
Einrichtung der Umleitung (Einbahnring Traunsteinstraße – Gsperr – Annastraße) und Beginn der Abfräsearbeiten des Asphaltbelages am Klosterplatz

Kalenderwoche 37:
Abtragung Brunnen und Pestsäule am Klosterplatz. Die Zeit bis zur neuerlichen Aufstellung wird genützt, um beide Denkmäler in Abstimmung mit dem Denkmalschutz zu restaurieren.
Beginn der Grabungsarbeiten für die Errichtung der zukünftigen Haltestelle und Gleisanlagen am Klosterplatz.
Beginn der Neuverlegung der Gasleitung und Postkabel an der Traunsteinstraße

Kalenderwoche 38:
Abtragung der Mauer im Bereich der Traunsteinstraße und Anpassung der Fahrbahn an die neuen Gegebenheiten.
Beginn der Grabungen für Leitungen sowie Verlegung der neuen Hausanschlüsse

Kalenderwoche 39:
Abschluss der Lastplattenversuche am Klosterplatz und Durchführung des notwendigen Bodenaustausches. Errichtung der Schalungsmauern für die Errichtung hochmoderner Impedanzplatten zum Schutz gegen Lärm und Erschütterungen.
Laufende Verlegung der Leitungen, Errichtung neuer Hausanschlüsse, Ausbesserungen und Anpassungen der Fahrbahn an das Baustellengeschehen.

Kalenderwoche 40:
MoSeS kommt zum Einsatz: Ein Schwingungsmessgerät "Mobile Seismic Simulation" wird zur Überwachung der Schwingungsfrequenzen im Boden des Klosterplatzes eingesetzt und überwacht die gesamten Arbeiten an der Strecke im Hinblick auf schädliche Bodenerschütterungen.

Kalenderwoche 41:
Verlegung der Elastomermatten für den zusätzlichen Erschütterungsschutz am Klosterplatz
Beginn der Oberbauarbeiten an der neuen Haltestelle
Neue Verkehrsumleitung über Schiffslände tritt in Kraft

Kalenderwoche 42:
Anlieferung der Schienen am Klosterplatz und Beginn der Gleisverlegungen
Verlegung der Elastomerplatten im Bereich des neuen Seebahnhofes

Kalenderwoche 43:
Beginn der Gleisverlegung im Bereich Seebahnhof
Fertigstellung des Fundaments und Brunnenschachtes für die Neuaufstellung des Brunnens am Klosterplatz

Ausblick über die weiteren Arbeiten
In den verbleibenden Arbeitswochen sind folgende Meilensteine geplant:
Ab 30. Oktober werden die Masten für den Fahrleitungsbau geliefert, womit der Startschuss für diese Arbeiten fällt.
Ebenfalls am 30.10. ist wieder der Erschütterungsmesswagen MoSeS im Einsatz
Voraussichtlich in der KW 45 werden auch die neuen Bäume für den Klosterplatz angeliefert und gepflanzt.
Weiters werden die Beton- und Pflasterungsarbeiten durchgeführt und bald zu einem Abschluss gelangen.

Alle Informationen – vollständig transparent
Alle Projektbeteiligten sind bemüht, die Einwohner/innen rasch und umfassend über alle Details zum Projekt zu informieren. Neben einer Baustellenzeitung gibt es zahlreiche Informationen, auch im Internet unter: www.stadtregiotram-gmunden.at und auf Youtube in Form von Baustellenvideos. Jeden Dienstag findet von 17.00 bis 19.00 Uhr eine individuelle Baustellensprechstunde im Baucontainer statt, um detaillierte Fragen direkt mit den Baustellenverantwortlichen abzuklären.

Neuer Hauptbahnhof Gmunden

Ebenfalls im Zeitplan befinden sich die Arbeiten rund um den neuen Hauptbahnhof Gmunden, dessen Umbau bis zum Jahr 2016 abgeschlossen sein wird und in den die ÖBB rund 45 Millionen Euro investieren. Zur Zeit finden die Arbeiten schwerpunktmäßig im Gleisbereich statt, wo ein 160 Meter langer und barrierefrei erreichbarer Mittelbahnsteig mit 60 Meter Überdachung und entsprechender Fahrgastinfrastruktur errichtet wird. Ab 07. November laufen die Oberbauarbeiten und die Arbeiten zur Errichtung des Bahnsteigdachs. Ebenfalls im Entstehen ist die Fundamentplatte für das neue Aufnahmegebäude des Bahnhofs. Neu errichtet werden auch die elektronischen Stellwerke, wo die Hochbauarbeiten bereits abgeschlossen sind und die letzten Kabel verlegt werden. Die Park and Ride Anlagen sind im Unterbau bereits teilweise hergestellt.

"Wie bei allen Bahnhofsneubauten spielen die Themen der Barrierefreiheit und Fahrgastkomfort auch in Gmunden eine bedeutende Rolle. Der Bahnhof verfügt über ein taktiles Wegeleitsystem für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, über entsprechende Wartehäuser direkt am Bahnsteig und über moderne Abfahrtsmonitore zur optimalen Fahrgastinformation. Natürlich würde schon bei der Planung an eine optimale Umsteigebeziehung vom Bahnhof zur StadtRegioTram Gmunden-Vorchdorf gedacht. Die neue StadtRegioTram endet direkt beim neu entstehenden Warteareal des Bahnhofs und garantiert damit kurze Wege und höchsten Fahrgastkomfort", erläutert Landeshauptmann-Stv. Reinhold Entholzer.

Park and Ride Plätze
Direkt am Bahnhof wird eine Park and Ride Anlage für 150 PKW gebaut, die den Verkehr in Gmunden weiter reduzieren wird. Zusätzlich zu den PKW-Abstellplätzen entsteht auch eine Bike and Ride Anlage, die Platz für 60 Fahrräder und 21 Mopeds bietet. Ebenfalls neu errichtet wird der Bahnhof Pinsdorf, der neben den Sanierungsarbeiten ebenfalls eine 62 PKW fassende Park and Ride Anlage und eine für 30 Räder und 10 Mopeds ausgelegte Bike and Ride Anlage erhält. Direkt im Bereich des Bahnhofareals werden die Eisenbahnkreuzungen Siedlungsstraße, Innergrubstraße und Feldbauerstraße aufgelassen und durch eine moderne Fußgängerunterführung mit Lift und einer Straßenüberführung auf Höhe des ortsansässigen Autohauses Esthofer ersetzt, die dann die Gemeinden Ohlsdorf und Pinsdorf verbinden.

Die Arbeiten ermöglichen auch in Aurachkirchen die Auflassung von zwei Eisenbahnkreuzungen, die durch eine Unterführung ersetzt werden. Insgesamt können in diesem zehn Kilometer langen Abschnitt sieben von zehn Eisenbahnkreuzungen aufgelassen werden – ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit.

Autor:

Kerstin Müller aus Salzkammergut

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