Koffermord: So ermittelt die Polizei

Hier wurden die „Leichenkoffer“ des spektakulären Traunseefalles gefunden.
  • Hier wurden die „Leichenkoffer“ des spektakulären Traunseefalles gefunden.
  • Foto: Thomas Leitner
  • hochgeladen von Philipp Gratzer

GMUNDEN. Am 3. Jänner waren im Traunsee Koffer mit Leichenteilen gefunden worden. Tags darauf bargen Cobra-Taucher einen weiteren Leichnam. Was an sich schon mysteriös war, erschien noch dubioser, als die Identität der Leichen geklärt wurde: Es handelte sich um ein Ehepaar aus dem deutschen Bundesland Hessen. Ein 72-jähriger Mann hatte seine Ehefrau ermordet, zerstückelt, in Koffer gepackt und schließlich im Traunsee versenkt. Der Mord war in der hessischen Wohnung passiert. Danach fuhr der Mann an den Traunsee und entsorgte die Koffer im Wasser. Warum der 72-Jährige dann mit seinem blauen Opel Corsa nach Salzburg fuhr, diesen dort abstellte und mit dem Zug zurück nach Gmunden reiste, ist noch nicht geklärt. Hohe Spielschulden gelten als das wahrscheinlichste Tatmotiv. Die Beteiligung einer dritten Person wird ausgeschlossen.

Vom Fund bis zur Aufklärung

Gefunden wurden die ersten Koffer von einem Passanten, der die Gmundner Sicherheitswache alarmierte. Diese informierte wiederum die Polizeiinspektion. „Das ist das Standardprocedere bei einem Fund dieser Tragweite“, erklärt Franz Spitzbart, Kontrollinspektor der Polizeiinspektion Gmunden. Er war einer der beiden Streifenpolizisten, die zum Leichenfundort geschickt wurden. Neben einer Meldung an das Landeskriminalamt Oberösterreich war es auch seine Aufgabe, den Tatort zu sichern. „Nur so konnte gewährleistet werden, dass vermeintliche Spuren bis zum Eintreffen der Spurensicherung intakt bleiben“, so Spitzbart. Im Anschluss übernahm Christian Hubmer von der Staatsanwaltschaft Wels die Koordination zwischen Spurensicherung, der Gerichtsmedizin Salzburg und den leitenden Beamten der Abteilung „Leib/Leben“. „Neben den beiden Hauptsachbearbeitern waren zwei Leichenspürhunde aus Laakirchen, zwei Cobra-Taucher und eine Tatortgruppe von fünf Personen im Einsatz“, ergänzt Simone Mayr-Kirchberger vom Pressedienst der oberösterreichischen Landespolizei. Als klar war, dass es sich bei den Leichen nicht um Österreicher handelt, wurden die Kollegen aus Deutschland kontaktiert. „Grenzübergreifende Ermittlungen funktionieren meist problemlos“, weiß Mayr-Kirchberger, „so auch beim aktuellen Fall.“ Dieser guten Zusammenarbeit sei es zu verdanken, dass in kurzer Zeit fast alle Puzzle-Teile des Falls an der richtigen Stelle sind.

Ein nasses Grab im Traunsee

„In meinen 15 Jahren bei der Gmundner Polizei ist mir nichts Vergleichbares untergekommen“, so Spitzbart. „Ertrinkungsopfer aufgrund von Erschöpfung, gesundheitlichen Problemen oder Unfällen gibt es aber leider schon ab und zu.“ Der aktuellste Fall ist jener eines jungen Mädchens, das im Sommer nach einer nächtlichen Badeaktion im Traunsee ertrunken war.

Autor:

Philipp Gratzer aus Salzkammergut

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