Michael Patrick Kelly freut sich auf Gmunden

GMUNDEN (km). Michael Patrick Kelly, ehemaliges Mitglied der Kelly-Family, kommt am 4. Juni 2016 zum floro-Pfingstfestival nach Gmunden. Der 38-Jährige freut sich schon sehr auf das Konzert im Salzkammergut, das er zum ersten Mal besucht. Der BezirksRundschau erzählt der sympatische Sänger, warum er 2004 ins Kloster gegangen ist und welche Lieder die Besucher beim Gmunden-Konzert erwarten können.

BezirksRundschau: Sie sind mit der Kelly Family quer über den Globus gereist, waren weltweit berühmt und haben Stadien gefüllt. 2004 entschieden Sie sich, in ein Kloster zu gehen. Warum?
Michael Patrick Kelly: Wir haben in jungen Jahren viel gehabt. Zuerst waren wir Straßenmusikanten, später haben wir Stadien gefüllt. Wir lebten den "American dream made in Europe". Wir wohnten zuerst im Doppeldecker, dann am Schiff und danach im Schloss. Wir haben für unsere Träume und Ziele gearbeitet. Dann war ich Anfang 20 und hatte alles erlebt und hatte alles gehabt. Aber ich habe mich immer gefragt: 'Gibt es da noch mehr? Gibt es noch mehr Glück?' Ich durchlebte eine Phase der inneren Leere. Jeder lobt und hypt dich, aber nach dem Konzert bist du alleine im Hotelzimmer. Mit diesen Extremen muss man einmal klarkommen. Ich konnte diese Lücke nicht mehr füllen und war auf der Suche nach mehr. So kam ich zur Religion. Als Kind einer typischen irischen Familie war ich katholisch getauft. Ich beschäftigte mich mit asiatischen Philosophien, habe den Koran gelesen und auch die Bibel. Ich habe mich von Jesus Christus angesprochen gefühlt. Die Entscheidung, dass ich mir Zeit nehmen muss, um die Fragen des Lebens zu klären, ist gewachsen.

BezirksRundschau: Wie war der extreme Wechsel: Vom Leben eines Superstars zum Leben im Kloster?
M. P. Kelly: Ich wollte diesen Lebensstil führen. Von morgens mit abends sich mit Theologie beschäftigen, die Ruhe genießen und Dinge tun, die erden. Ich habe genauso Kartoffel geschält als auch die Duschen sauber gemacht. Seither habe ich größten Respekt vor Hausfrauen. Diese tägliche Leistung, und das über Jahre!
Die Zeit im Kloster war für mich spirituell und menschlich wichtig.
Nach sechs Jahren im Kloster habe ich allerdings verstanden, dass ich dazu nicht berufen bin. Ich bin nach wie vor ein gläubiger Mensch, lese die Bibel und nehme an Pilgerfahrten teil. Aus dem Kloster bin ich allerdings ausgetreten.

BRS: Kurz danach haben Sie ihre Jugendliebe wieder getroffen und geheiratet. Wie das?
M. P. Kelly: Unsere Familien sind seit jeher befreundet und so waren wir eigentlich immer in losem Kontakt. Nach meiner Klosterzeit habe ich alle Freunde und die Familie besucht, darunter auch meine Frau. Ich war schon in jungen Jahren in sie verknallt, sie aber nicht in mich - das war sozusagen eine Einbahnstraße. Nach 20 Jahren hat es dann endlich beiderseits gefunkt und wir haben zueinander gefunden und haben geheiratet. Ich bin so glücklich und kann das oft gar nicht fassen. Dann muss mich meine Frau kneifen, damit ich weiß, dass das kein Traum ist.

BRS: 2015 ist das aktuelle Album "Human" erschienen. Wovon handeln die zehn Songs darauf?
M. P. Kelly: Das ist ein handgemachtes Pop-Folk-Album, es geht inhaltlich um Menschen und Menschlichkeit. Daher auch der Name "Human". Der Song "Little giants" etwa handelt von vier Kindern und Jugendlichen, die ihr Leben riskiert haben, um andere zu retten. Das sind wahre Helden! Was kann man mehr geben als sein Leben, wenn man jemanden liebt? Das sind wahre Geschichten! Oder der Song "Renegade". Das ist der Abtünnige, der Verbrecher. In uns Menschen steckt beides drin – Helden und Kriminelle. Dazu kommen die Einflüsse von außen, es geht darum, wie man sich entscheidet. Auch das gehört zum Menschsein. Der Song "Shake away" handelt von Liebe, Freiheit und Rettung. Auch Liebe ist ein großes Thema am Album – ein Leben ohne Liebe ginge nicht. Viele Menschen krepieren daran, wenn sie nicht geliebt werden. Auch der Tod gehört zum Leben und kommt auf meinem Album vor. Einer meiner Freunde ist mit 38 Jahren gestorben, durchlebt den Tod und ist dann weg. In meinen Liedern behandle ich die verschiedenen Aspekte der Menschlichkeit.

BRS: Wie schreiben Sie ihre Lieder? Haben Sie da ein Ritual oder ein Schema, das eingehalten wird?
M. P. Kelly: Wie ich meine Lieder schreibe, ist völlig unterschiedlich. Bei "Renegade" war zuerst die Melodie, dann der Text. Bei anderen Liedern ist es wieder genau umgekehrt. Man hat das Hit-Schreiben auch nicht in der Hand, man kann keine Hits forcieren. Das ist nicht wie bei der Mathematik, wo man Zahlen kontrollieren kann.

BRS: Wie schauen die Pläne für 2016 aus?
M. P. Kelly: Im Sommer spiele ich einige Open Air-Konzerte in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Im Mai bin ich für Konzerte in Grönland und Island, aber auch Osteuropa, Holland oder Dänemark stehen heuer am Plan. Ich schreibe auch schon wieder an Songs für die Folge-CD. Im dritten Quartal möchte ich eventuell eine CD mit spirituellen Liedern aus meiner Kloster-Zeit aufnehmen, das ist aber ein kleines Nebenprojekt.

BRS: Sie sind auch als Maler/Künstler aktiv. Wann haben Sie das Talent dazu erkannt?
M. P. Kelly: In den 90er Jahren begann ich zu malen und zu zeichnen, 2012 gab es die erste öffentliche Ausstellung. Malen ist eine völlig andere Kunstform, vor allem dann, wenn die Worte zu kurz kommen. Bilder haben Kraft, die Worte nicht haben. Heuer möchte ich wieder eine Ausstellung organisieren. Ein Teil der Erlöse wird für friedensstiftende Projekte gespendet. Es gibt viel zu wenige Projekte die präventiv arbeiten. In Guinea gibt es ein Projekt, bei dem die Arbeit sehr gut läuft. Es wurden schon einige potenzielle Bürgerkriegssituationen verhindert.

BRS: Welche Songs erwarten die Songs beim Gmundner Konzert?
M. P. Kelly: Natürlich werde ich Songs meines aktuellen Albums "Human" singen. Darüber hinaus kommen Songs aus der Kelly Family-Zeit, wie "An Angel", "Fell in love with an alien",... Ein, zwei Songs von anderen Künstlern, die ich mag, singe ich auch noch als Cover-Versionen. Die Leute mögen das!

BRS: Herzlichen Dank für das Gespräch!

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