Mountainbiken: Privatstraßen für Radfahrer öffnen

Neue Verträge sollen die Verhandlungen zwischen Tourismusverbänden und Forststraßenbesitzern erleichtern.
  • Neue Verträge sollen die Verhandlungen zwischen Tourismusverbänden und Forststraßenbesitzern erleichtern.
  • Foto: MTV Ferienregion Traunsee
  • hochgeladen von Philipp Gratzer

SALZKAMMERGUT. Radfahren und Mountainbiken zählen zu den beliebtesten Sportarten der Salzkammergütler. Das Mountainbiken im Wald wird von Einheimischen und Touristen besonders gern praktiziert. Doch nicht immer und überall ist das Befahren von Wegen auf privaten Grundstücken zulässig. Grundeigentümern steht es grundsätzlich frei, ob sie Wegstrecken zur Befahrung durch Mountainbiker freigeben oder nicht. „Die Landwirtschaftskammer OÖ lehnt eine generelle Öffnung von Forststraßen für Radfahrer ab. Stattdessen wollen wir die Freigabe von Rad- bzw. Mountainbikerouten auf bestehenden Forststraßen ausschließlich auf vertraglicher Grundlage“, sagt Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Dazu wurde ein Gestattungsvertragsmuster in zwei Varianten ausgearbeitet, das als Grundlage für die Freigabe privater Wegstrecken herangezogen werden kann (siehe Infokasten).

Wenig private Besitzer

In der Ferienregion Almtal gibt es Verträge mit privaten Forstraßenbesitzern schon lange. "Wir haben bisher mit Musterverträgen, die das Land OÖ zur Verfügung gestellt hat, gearbeitet. Es ist aber eine Verbesserung der Serviceleistung der Landwirtschaftskammer OÖ, diese gesammelt zur Verfügung zu stellen", sagt Stefan Schimpl, Geschäftsführer der Ferienregion Almtal. Die Verträge mit den Bundesforsten schließt das Land OÖ direkt ab, die einzelnen Gemeinden und Tourismusverbände mit den Privaten. Im Almtal sind die MTB-Strecken vom Almsee bis zum Offensee sowie die Strecke Gmunden-Laudachsee-Hauergraben betroffen, in Summe etwa 23 Kilometer. Der "Verpächter" erhält 22 Cent pro Laufmeter und ist für den ordnungsgemäßen Zustand des Weges verantwortlich. Auch in der Ferienregion Traunsee gibt es hier Erfahrungswerte: "Wir haben immer mit den Musterverträgen des Landes gearbeitet. Bei uns liegen die meisten MTB-Strecken auf Bundesforste-Gebiet. Wir sind immer wieder in Gesprächen mit Privaten, gerade ein Ausbau der Verbindung ins Almtal liegt uns sehr am Herzen", sagt Tourismusdirektor Andreas Murray von der Ferienregion Traunsee. Bisher wurden für 25 Kilometer Verträge abgeschlossen. In und um Bad Ischl gibt es bislang keine Verträge mit Privaten, alles läuft über den OÖ Tourismus und die Bundesforste. "Dass hier vom lokalen Tourismusverband weitere finanzielle Mittel aufgebracht werden sollen, sehe ich als unrealistisch", so Ischls Tourismusdirektor Robert Herzog. Grundsätzlich sei man aber gut aufgestellt.

Sonderregelung für Trophy

"Für unser Event stehen uns zusätzliche Wege zur Verfügung, die aber nur beim Rennen und eine Woche davor befahren werden dürfen. Damit dies so bleibt, ersuchen wir um Rücksichtnahme", so Bernhard Höll von der Salzkammergut Trophy. Um sensible Streckenabschnitte der MTB-Trophy besser kenntlich zu machen, wurden diese von den Verantwortlichen mit den Tafeln „Respektiere Deine Grenzen“ gekennzeichnet. Im Bezirk gibt es sogenannte "Fair-Play-Regeln", die ein erfolgreiches Nebeneinander von Radfahrern, Waldbewohnern und Grundbesitzern garantieren sollen.

Zur Sache

In der neuen Broschüre „Mountainbiken und Radfahren im Wald“ (Download unter ooe.lko.at) informiert die Landwirtschaftskammer OÖ über die neuen vertraglichen Möglichkeiten:
• In der Variante "Unentgeltlichkeit" geht die gesetzliche Wegehalterhaftung vom Grundeigentümer auf seinen Vertragspartner über. Vertragspartner kann ein lokaler Tourismusverband, eine Gemeinde oder auch ein Verein sein. Es besteht für diesen dann die Pflicht, den Weg in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und notwendige Ausbesserungs- und Instandhaltungsarbeiten zu tätigen.
• In der Variante "Entgeltlichkeit" bleibt der Grundeigentümer Wegehalter im Sinne des Gesetzes und haftet auch weiterhin für den ordnungsgemäßen Zustand des Wegs. Dafür erhält er aber eine finanzielle Abgeltung für die Freigabe seiner Wegstrecken.

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