Schwerpunkt Technik und Soziales
Nikolaus Huber ist neuer Leiter der NMS Gmunden-Stadt

Nikolaus Huber
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GMUNDEN. Nach der Pensionierung des verdienten Schulleiters Roman Herbst hat mit Anfang März der 50-jährige Englisch-, Geschichte- und Sportlehrer Nikolaus Huber vorerst interimistisch die Leitung der Neuen Mittelschule Gmunden-Stadt übernommen. Huber ist seit 23 Jahren im Haus und maßgeblich daran beteiligt gewesen, das heutige Profil der Schule zu entwickeln. Er wird sich an der offiziellen Ausschreibung beteiligen und nimmt dabei die Favoritenrolle ein.
Die zwei Säulen des Schulprofils – Technik und soziale Bildung – will Huber noch tragfähiger machen. Die NMS Stadt war bei der von der Lenauschule initiierten Integration regionale Pionierin in der Secundaria. Aus den Integrationsklassen, die Ende der 1990er-Jahre eingeführt wurden, sind Inklusionsklassen geworden. In sechs von neun Klassen sitzen Kinder mit besonderem Förderbedarf. „Die Klassen und diese Kinder sind nicht längst nicht mehr ausgeschildert. Man merkt das nicht mehr. Aber wir haben mehr spezialisierte Pädagogen für sie. Mitunter sind drei in der Klasse“, berichtet Huber.

Demenz und Palliativmedizin kennenlernen

Noch ein sozialpädagogisches Markenzeichen der NMS Stadt ist ihr langfristiges Projekt mit dementen alten Menschen im benachbarten Haus St. Josef der Stiftung Liebenau. Seit mehreren Schuljahren verbringen Jugendliche wöchentlich mehrere Stunden mit den alten Leuten. Demenz werde angesichts der Bevölkerungsentwicklung zur Normalität in jeder Familie werden. Der Umgang damit müsse in der Schule gelernt werden. Diese Überzeugung seines Vorgängers Roman Herbst unterstreicht Huber. „Wir sind dabei, das auszuweiten und konzipieren gerade ein Projekt mit der palliativmedizinischen Station im Vöcklabrucker Spital. Das muss natürlich mit höchster Sensibilität überlegt werden. Aber Sterben ist auch so ein Thema, das die Schule nicht tabuisieren darf“, sagt Huber.

Kooperationen mit 14 Unternehmen, HAK und HTL

Weiterentwickeln will Nikolaus Huber das Angebot als Technik-Mittelschule, die Kooperationen mit 14 Betrieben der Region, die ins Haus kommen und in denen geschnuppert wird, die interessensbezogene Talenteförderung in Kleingruppen in Kooperation mit HTL und HAK, 3D-Druck im schuleigenen 3D-Labor, Robotik und Digitalisierung, Berufsorientierung als Pflichtfach in den 3. und 4. Klassen.

Maßgeschneidertes, für die, die umschwenken

Nikolaus Huber zur Gmundner Schulszene: „Wir haben in der nächsten Umgebung drei Gymnasien als Konkurrenz. Das ist in dieser Dichte und angesichts des immer noch vorhandenen Mainstream-Denkens ,Matura muss sein´ eine Riesenherausforderung. Aber wir bieten den vielen, die ihr eigentliches Talent woanders entdecken und wieder umschwenken, Maßgeschneidertes für den Weg in Richtung Berufstätigkeit.“

Jugendliche aus zwölf Nationen

An der NMS Stadt unterrichten 27 Lehrkräfte 160 Kinder und Jugendliche. Neun Klassen beherbergen Schüler aus zwölf Nationen. „Sie reden alle Deutsch und ihre Muttersprachen. Weil wir die besten Methoden der Integrationen seit Jahrzehnten kennen, gelingt sie auch auf diesem Gebiet“, erklärt der neue Schulleiter.

Zur Person

Nikolaus Huber (50) ist gebürtiger Bad Ischler. Er unterrichtete anfangs an den Hauptschulen Enns und Vorchdorf und ist seit 1997 an der NMS Gmunden-Stadt tätig. Der Ehemann und Vater dreier Kinder lebt mit seiner Familie in Vorchdorf. Ein „weinendes Auge“ habe er angesichts seiner Bestellung schon auch, sagt Huber: „Ich werde es sehr vermissen, in der Klasse zu stehen, auf Skikurse mitzufahren, diesen direkten Kontakt zu den Schülern zu haben.“

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Autor:

Kerstin Müller aus Salzkammergut

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